Off to California

Das 221. Meeting der American Astronomical Society startet am Sonntag, den 6. Januar – aus diesem Grund verlege ich meinen (ohnehin recht mobilen) Arbeitsplatz vorübergehend nach Long Beach, ins sonnige Südkalifornien. Von dort will ich über das Geschehen vor Ort bloggen.

Vorgenommen habe ich mir einen zusammenfassenden Blogpost pro Tag – ich hoffe, dass ich das schaffe. Bei rund 3000 teilnehmenden Wissenschaftlern und Wissenschaftskommunikatoren, sowie rund 2000 Vorträgen und Poster ist klar, dass ich nicht alles mitbekommen kann. Insbesondere die Pressekonferenzen zu den Highlights der Tagung möchte ich aber verfolgen und dann hier kommentieren.

Die Blogposts erscheinen der Zeitverschiebung geschuldet in Deutschland erst am Folgetag. Noch schneller geht es per Twitter (@JanHattenbach, oder auf den Twitterbutton rechts klicken, Hashtag #AAS221), wo ich ebenfalls ab und an interessantes herumzwitschern werde. Wer die Pressekonferenzen live mitverfolgen will, muss übrigens nicht nach Long Beach reisen, sie werden ins Internet übertragen. Den Link reiche ich nach, sobald ich ihn kenne. Nachtrag: Im Unterschied zum vergangenen Jahr (da war es wohl eine Ausnahme) sind die Pressekonferenzen live nur für eingetragene Journalisten zu verfolgen. Später werden sie aber auf dieser Seite für alle zur Verfügung gestellt.

Soweit bis hierhin, der nächsten Post dann (hoffentlich) vom „Superbowl of Astronomy“!

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Teilnahme aus der Ferne

    Seit einigen Jahren werden alle AAS-Pressekonferenzen ge-webcastet; zwar können – weil die AAS pro Zuschauer etwas an die Konferenztechnikfirma bezahlen muss – live nur eingetragene Journalisten dabei sein, aber bald darauf gibt’s alles frei als Video on Demand. Die PKs der letzten 3 Jahre sind schon online.

    Die Themen und Referenten der PKs werden übrigens von den AAS-Presseleuten aufgrund der eingegangenen Abstracts recht willkürlich gecastet – zu „Highlights der Tagung“ werden die Themen erst dadurch, dass sich (auch heute noch) die meisten Presseberichte auf die PKs konzentrieren. Selbst die Abfolge der PKs – wann echte Knaller, wann nur was zum Schmunzeln – ist durchchoreographiert.

    Dieses wunderliche Geschehen einer sich bereitwillig lenken lassenden Fachpresse verfolge ich nun schon seit vielen Jahren (früher noch per Telefoneinwahl; war auch mehrmals selber auf den Tagungen): Man weiß immer schon ziemlich sicher im Voraus, was an bestimmten Tagen über Astronomie in der Zeitung stehen wird …

  2. @Daniel Fischer

    Ich könnte mich furchtbar irren, aber ich meine, dass bei der Tagung in Austin letztes Jahr die Webstreams frei waren. Ich konnte mich jedenfalls ohen Passwort anmelden.

  3. Live für alle? Mal sehen …

    Das letztes Mal war so nicht geplant, hat aber auch keinem geschadet. 🙂 Ein Rundschreiben mit den Webcast-Details für dieses Mal ist noch nicht raus. Wie sich AAS-Tagungen „aus der Ferne“ anfühlen, kann man z.B. meinen Live-Blogs von den letzten beiden Tagungen Nr. 219 und Nr. 220 entnehmen.

    In letzter Zeit waren die Themen der PKs nicht selten „gebraucht“, d.h. ein entsprechendes Paper war schon eine Weile draußen – es lohnte sich, jeweils die Datenbanken nach den Referenten zu durchforsten, die nicht immer darauf hinweisen. Dass man mit der Bekanntgabe einer bedeutenden Entdeckung um des größeren Impakts willen bis zur nächsten AAS-Tagung wartete, wie noch im letzten Jahrzehnt üblich, kommt heute praktisch nicht mehr vor.

  4. @Daniel

    …und es gibt Paper, die sind auch ein Jahr nach der Vorstellung in der AAS-PK noch nicht draußen.

    Naja, die Tagungen bestehen ja aus weit mehr als den PK, der Grund, weswegen ich mal selbst dorthin fahre.

  5. It’s a tough Job …

    … Bot someone’s gotta do it, right? Viel Spaß auf jeden Fall. An das Winterwetter in Los Angeles sollte man aber keine übertriebenen Erwartungen knüpfen.

  6. Wieder dieselben Webcast-Regeln

    Soeben kam das Press Kit für die Tagung: Da kann nun jeder heute schon nachsehen, was in der kommenden Woche über Astronomie in der Zeitung stehen wird, da die Berichterstattung selbst durch anwesende Journalisten nahezu komplett durch die PKs gelenkt wird. Leider sind die Webcasts live wieder nur ‚für Experten‘ zugänglich. Und kurios: Am Dienstag soll u.a. über eine Galaxie mit der Rotverschiebung 12 berichtet werden – heute kam ein Paper raus, das deren Existenz ziemlich klar widerlegt hat …

  7. Off to Californien

    Viel Vergnügen da unten! Das Griffith-Observatorium und der Mount Wilson sind „um die Ecke“.

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