Den Mond beobachten, um Venus vor der Sonne zu sehen

Zugegeben, zunächst einmal musste ich mir das Veröffentlichungsdatum dieser Meldung angesehen – um sicher zu sein, dass es nicht der erste April ist. Ist es nicht: Das Weltraumteleskop Hubble wird den am 5./6. Juni sieben Stunden lang den Mond im Blick haben. Um den Venustransit, also den Vorbeilauf der Venus vor der Sonne zu beobachten.

Würde Hubble direkt in die Sonne schauen, bekäme dem Teleskop das nicht so gut. Die Sonne ist viel zu hell, und das Weltraumteleskop verfügt über keinen geeigneten Filter. Stattdessen wird Hubble den Mond als Spiegel benutzen. Der wirft ja das Sonnenlicht zur Erde zurück. Idealerweise ist am 4. Juni Vollmond (inklusive partieller Mondfinsternis, die aber in Europa nicht sichtbar ist), so dass der Mond der Sonne genau gegenübersteht. Hubble wird während des gesamten Venustransits eine bestimmte Region des Monds anpeilen (unterbrochen von den Zeiten, in dennen dem Mond für Hubble hinter der Erde steht) halten, und nach minimalen Veränderungen im Spektrum des reflektierten Sonnenlichts suchen.

Steht nämlich die Venus direkt vor der Sonne, tritt ein winziger Teil (ein Hunderttausendstel etwa) des Sonnenlichts durch die dichte Atmosphäre des Planeten. Die chemische Zusammensetzung der Venusatmosphäre prägt dem Licht dann ein charakteristisches Spektrum auf. Anhand dieses Spektrums können die Astronomen die Bestandteile der Venusatmosphäre entschlüsseln.

Nun ist die Atmosphärenzusammensetzung unseres Nachbarplaneten längst gut bekannt. Aber mit der gleichen Methode der Planetentransits erhofft man sich, in naher Zukunft die Atmosphären ferner Exoplaneten untersuchen zu können. Der Venustransit bietet eine ideale Möglichkeit, diese Methode im „Labor Sonnensystem“ zu testen.

Mehr zur Sichtbarkeit des Venustransits, und zu seiner sicheren Beobachtung.

Jan Hattenbach

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Text

    irgendwie schon ärgerlich (&peinlich): dass man in einem so kurzen Artikel so viele Rechtschreibfehler unterbringen kann..

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