Das Blog-Teleskop #33

Das Blogteleskop. Stolze 33 Ausgaben ist es nun alt. Heute habe ich noch mal meinen Blick schweifen lassen und die Beobachtungsergebnisse hier aufgeschrieben. Sämtliche Ausgaben der Vergangenheit sind übrigens hier aufgelistet. Viel Spaß damit!

Ich gebe es offen zu: ohne Blogteleskop würde ich den Überblick über die astronomische Bloglandschaft schnell verlieren. Hier also nun mein Überblick.

Olaf Prause von Solcape berichtet über die neuesten LRO-Bilder der Apollo 14-Landestelle. Dreißig Meter waren die Astronauten noch von ihrem Ziel, dem Cone-Krater entfernt, als sie umkehren mussten. Shit happens. Was würde ich dafür geben, einmal einen 2-km-Marsch auf dem Mond machen zu dürfen…

Daniel Fischer hat derweil ein Testexemplar des Galileo-Scopes bekommen und getestet. Man erinnert sich: Das war das IYA-Teil mit der Knallerlogistik. Ob ich als 0815-Amateurastronom im Astrojahr noch eines zu Gesicht bekomme? Ich bin gespannt.

Die Blogger von Lichtecho thematisieren die Forderung der Astronomen der IAU, dem Lichtsmog endlich Grenzen zu setzen. Außerdem kann man hier über das Filmprogramm auf der ISS oder die Überstunden eines Marsrovers lesen.

Hinterm Mond gleich links – pardon, auf der Venus, unten links – machte ein heller Fleck von sich reden. Ludmila Carone berichtet darüber.

Stefan Oldenburg ist derweil abgetaucht. Von seiner Reise durchs Universum im Odenwald berichtet er in Clear Skies. Die schöpferischen Ergüsse mancher Astrofotografen am PC findet er gar nicht gut.

"Astronomie zum Anfassen" gibt es auch bei Frank Leiter in den Asterythms. Er fotografiert gerade fleissig den Nachthimmel und präsentiert seine Aufnahmen des Kugelsternhaufens M13.

In den Kosmologs fahndet Susanne M. Hoffmann derweil nach alten Riesenfernrohren. Mit der Rotationsperiode des Saturn beschäftigt sich nebenan Lars C. Depka in Cassini & Co.

Ein Déjà-vu hatte kürzlich Carolin Liefke als sie von dem Einschlag auf Jupiter hörte: Vor 15 Jahren hatte es ebendort schon einmal gekracht. 

Warum Mierk Schwabe vom Hubble Deep Field begeistert ist, erklärt sie in Zündspannung, ihrem Blog bei den Wissenslogs.

Und Florian Freistetter erklärt noch einmal, warum der LHC am CERN nicht gefährlich ist.

Was gabs sonst noch? Ach ja: Peter Hintze, ehem. Pfarrer, ehem. CDU-Generalsekretär, ehem. Kohls erster Wahlkämpfer und rote Socke, will zum Mond. Tolle Idee, finde ich. Leider spricht er nicht über private Pläne, er will eine "deutsche Mondmission". Zum Glück ist der Wahlkampf bald vorbei, denn bleiben uns solche Meldungen erst einmal wieder erspart – bis in vier Jahren dann. Schade nur für die, die sich tatsächlich Hoffnungen machen. Das Thema wird jedenfalls in der Blogosphäre, teils kontrovers, diskutiert: bei Alles was fliegt, Lichtecho und in den Kosmologs bei Europas Zukunft im Weltraum.

Das wars dann für heute vom Blogteleskop. (Weiterhin) klare Sicht wünscht:

Jan Hattenbach

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Raumfahrt als Wahlkampfthema

    Also, dass Raumfahrtforschung (oder ueberhaupt ein Thema der Hochtechnologie oder Grundlagenforschung) in Deutschland ein beliebtes Wahlkampfthema darstellt, ist mir neu.

    Falls das so waere, waere es gar nicht schlecht. Zumindest wuerden dann Naturwissenschaft und Technologie wahrgenommen.

    Bis jetzt scheint es ja eher so, als hielte man hierzulande Technik und Wissenschaft fuer optional – „man kann sich dafuer interessieren, wenn man uncool ist, muss aber nicht wirklich“ – eine gefaehrliche Fehleinschaetzung.

    Ich glaube auch nicht, dass diese Mission so kommt wie versprochen. Das macht aber auch nichts, ich werte die Ankuendigung eher als Zeichen fuer den Willen zu einem offensiveren Vorgehen zumindest seitens einiger der zur Wahl stehenden Parteien in Sachen Hochtechnologie.

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