Das Blog-Teleskop #15

Fünfzehn Ausgaben ist das Blogteleskop schon alt. Heute steht es zum zweiten Mal bei mir und späht in den Bloghimmel. Ich hab ein bisschen den Eindruck, dass der Bär nicht gerade steppt in den astronomischen Blogs – Knallerthemen suche ich zur Zeit vergebens. Was ist los – alle im Vorweihnachtsstress?

Zunächst einmal ein Blick rüber zu den "gelben" Blogs. Tobias Maier ist fasziniert von der Animation, die ESO-Wissenschaftler kürzlich erstellt haben: Sie zeigt, wie 28 Sterne um das Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie kreisen – das bisher detaillierteste Bild aus dem Zentrum unserer Milchstraße.

Hinterm Mond gleich links, in Ludmila Carones Blog finden sich einige interessante Artikel, etwa über das ACHIMEDES/MIRIAM-Projekt – ein Wetterballon auf dem Mars, oder über eine Bildergalerie des Röntgenteleskops Chandra. Auch, dass der Start des Marsrovers MSL sich um zwei Jahre verzögern soll, wird hier thematisiert.

Florian Freistetter bloggt in Astrodictium Simplex bekannterweise nicht nur über astronomische Themen – über sein "Lieblingsthema", die Pseudowissenschaften, gibt es gerade einen aktuellen Artikel zur Frage: Wie verhält man sich als Wissenschaftler, wenn man mit Pseudowissenschaft oder Esoterik konfontiert wird? Prädikat: Lesenswert!

Kommen wir nun zu den Kosmologen. Auch Eugen Reichelt macht gerade in Astras Spacelog mit einem ähnlichen Thema auf: Astrologie vs. Astronomie, und wie geht man als Astronom mit der Sterndeuterei um? Ok, es ist ein diskuttierenswertes Thema, ich allerdings gehe beim Stichwort Astrologie normalerweise geistig offline. Ist einfach besser so.

Ganz nah dran am Umbau des Brachymedialfernrohrs in Rathenow ist zur Zeit Susanne Hoffmann. In ihrem Blog Uhura Uraniae berichtet sie regelmäßig über den Stand der Arbeiten. 

Ebenfalls nah dran ist Leonard Burtscher in Heidelberg. Ganz um die Ecke zu seinem Arbeitrplatz entsteht das Haus der Astronomie – ein zentraler Ort für die astronomische Öffentlichkeitsarbeit. Das ist doch mal eine positive Nachricht!

Stefan Taube erinnert in seinem Blog Lichtecho an ein recht unbekanntes Jubiläum: Am 21. Dezember jährt sich zum vierzigsten mal der Flug von Apollo 8. Paradox findet der Autor die Grußbotschaft, die die Astronauten damals zur Erde schickten: eine Vorlesung aus der Bibel. Warum? Lesen!

Dann laufen zur Zeit noch einige Diskussionen im Forum von astronomie.de:

Wie hell ist eigentlich der Himmel? Und wie misst man die Himmelshelligkeit (richtig)? Für jeden, der nachts gerne draußen aufm Feld steht nicht uninteressant.

Sollte man seine Astroaufnahmen verschenken? An Leute, die ihrerseits damit Geld verdienen? Nein? Dann sollte man sich diese Diskussion durchlesen, bevor man beim Fotografiewettbewerb von Meyers Medien online mitmacht. Ich tu’s nicht.

Tja, das wars soweit von mir. Kann natürlich sein, dass ich etwas übersehen habe. Wer also noch ein spannendes Thema finden, der kann, sollte, darf gerne einen Kommentar dazu schreiben!

Wo das nächste Blog-Teleskop aufgebaut wird, steht in etwa zwei Wochen wieder hier

  

 

Jan Hattenbach

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Blogger im Winterschlaf ?

    >Ich hab ein bisschen den Eindruck, dass >der Bär nicht gerade steppt in den >astronomischen Blogs
    Ich hab auch den Eindruck, die meisten Blogger hier bei Kosmologs haben sich schon in den Winterschlaf verabschiedet. Schade.

    >Knallerthemen suche ich zur Zeit vergebens.
    Es gäbe schon welche, aber keiner schreibt darüber, z.b. der Exoplanet, in dessen Atmosphäre Kohlenmono- und dioxid nachgewiesen wurde. Was für eine Leistung!
    Oder die neuen Forschungsergebnisse über die Sterne um das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße.

  2. Noch mehr Licht !

    Zum Thema Lichtverschmutzung habe ich noch was: http://www.spiegel.de/…ech/0,1518,596425,00.html

    Das interessanteste Zitat:
    „Langfristig sollte das Hannoveraner Konzept nach Ansicht des City-Managers ohnehin überdacht werden. „Meine Idee geht von der Weihnachtsbeleuchtung hin zu einem Winterlicht“, erläutert Balkhoff und meint damit eine Ausweitung der Beleuchtungszeit auch in die „dunklen“ Monate Januar und Februar. Dies trage auch dazu bei, dass sich die dann angeschafften teureren Energiesparleuchten schneller bezahlt machten. Derzeit schlägt die Weihnachtsbeleuchtung nach Worten Balkhoffs mit rund 100.000 Euro jährlich zu Buche.“

    Der Gipfel des Absurden. Wir „sparen“, indem wir die Sparbirnen länger brennen lassen.

  3. Re: Noch mehr Licht !

    Danke für diesen Link! Dieses Zitat offenbart eine Denke, die, sollte sie flächendeckend auftreten, einen schier zur Verzweiflung treiben kann…

    Hoffnungslos, wenn solche Leute nicht mal die einfachsten Zusammenhänge zu verstehen scheinen.

    Achim Balkhoff – ein Name, den man sich merken sollte…

  4. Und noch mehr…

    Nein, ich durchforste das Internet nicht nach solchen Meldungen, aber sowas finde ich immer wieder:
    http://www.morgenweb.de/…8_srv0000003572975.html

    In Heidelberg werden jetzt Bäume von im Boden versenkten Leuchten VON UNTEN angestrahlt. Das Licht geht also direkt in den Himmel. Und das in der Astronmen-Metropole Heidelberg…

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