Antares kurz nach Start explodiert

Eine Rakete der US-amerikanischen Firma Orbital Sciences vom Typ Antares ist in der vergangenen Nacht kurz nach ihrem Start auf Wallops Island an der amerikanischen Ostküste (Bundesstaat Virginia) explodiert. Zu Schaden ist dabei offenbar niemand gekommen, doch die Zerstörungen am Boden sind beachtlich. Die Rakete sollte eine unbemannte Raumfähre vom Typ Cygnus mit 2290 Kilogramm Fracht zur internationalen Raumstation ISS bringen.

Totalverlust: Eine Rakete des Typs Antares explodierte in der Nacht zum Mittwoch wenige Sekunden nach dem Start (Bild: Nasa-TV-Screenshot)

Totalverlust: Eine Rakete des Typs Antares explodierte in der Nacht zum Mittwoch wenige Sekunden nach dem Start (Bild: Nasa-TV-Screenshot)

Etwa zehn Sekunden nach dem Start am 28.10. um 23:22 MEZ (18:22 Ortszeit) ereignete sich offenbar eine Explosion in der ersten Stufe der Rakete. Antares befand sich zu diesem Zeitpunkt noch direkt über der Startrampe; die Rakete fiel nahezu senkrecht nach unten und verursachte am Boden eine weitere heftige Explosion. Von Verletzen wurde zunächst nicht bekannt, der Schaden am Boden scheint groß zu sein. Die Explosion war live via Internet zu sehen – und offenbar saß auch die Crew der ISS vorm Bildschirm, wie es später in einer noch in der Nacht angesetzten Pressekonferenz hieß.

Für genaue Aussagen sowohl zur Ursache wie auch zum Ausmaß des Schadens sei es noch zu früh, hieß es weiterhin. Die wissenschaftlichen Experimente an Bord der Cygnus „SS Deke Slayton“ werden „mit der Zeit ersetzt werden“. Die Versorgung der Crew der ISS sei nicht gefährdet. Bereits für heute morgen ist ein Start eines unbemannten russischen Progress-Transporters zur Raumstation angesetzt.

Ursprünglich hätte der Start der Antares bereits in der Vornacht stattfinden sollen. Ein „nicht autorisiertes“ Boot in der Startzone hatte zu einem Abbruch des Countdowns geführt.

Es war bereits der dritte Start der Firma Orbital zur ISS, die beiden ersten waren erfolgreich. Private Firmen übernehmen die Versorgung der ISS für die Nasa, deren eigene Kapazitäten nach dem Ende des Shuttle-Programms stark eingeschränkt sind.

Jan Hattenbach

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  2. Es wirkt auf mich recht ungewöhnlich, dass die Startanlage so dicht umbaut ist. Das treibt das Schadenspotenzial doch recht kräftig in die Höhe.

  3. Michael Khan

    Ab 1:04 sieht man eine schlagartige, kurzzeitige Erhöhung der Helligkeit des Feuerstrahls. Da hat sich offenbar ein Leck gebildet, aus dem Kerosin austritt und sich am bestehenden feuerstrahl entzündet. Vielleicht an der Turbopumpe, vielleicht an der Zuleitung oder am Vorbrenner, mitdem die Turbine der Turbopumpe angetrieben wird.

    Kurz darauf die Explosion, als der Brand sich bis zur Austrittstelle des Treibstoffs vorgearbeitet hat.

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