A cielo abierto

Seit einiger Zeit gab es hier schon nichts mehr von mir zu lesen. Das wird auch erst einmal so bleiben – denn im Moment befinde ich mich auf Reisen, und zwar auf der Südseite des Planeten (man könnte auch sagen: der Sonnenseite). Denn um das schönste Hobby der Welt ausüben zu können, braucht es schließlich klaren und dunklen Himmel. Wo findet man den? Zum Beispiel in Südamerika.

Statt Teleskop begleitet mich allerdings dieses Mal meine Kameraausrüstung. Die ist auch schwer genug, wie ich feststellen musste. Unterwegs will ich nämlich einige Zeitraffervideos an besonders schönen Orten aufnehmen. Als kleinen Vorgeschmack sei dieses Einzelbild aus einer Serie von 5000 Bildern gezeigt: entstanden im Parque Nacional Lanín in Argentinien. Der Gipfel des gleichnamigen, 3776 Meter hohen Vulkans verbirgt sich hier hinter einer kleinen aber sehr beständigen Wolke.

Der Kenner erkennt gleich die etwas ungewöhnliche Stellung des Winter- (hier unten Sommer-) Sternbilds Orion im Norden (jawohl), der Park befindet sich immerhin schon auf 40° südlicher Breite. Das Helle ist logischerweise der Vollmond.

Nach einiger Zeit gibt es dann sicher mehr zulesen und anzuschauen, bis dahin überlasse ich meinen Kosmologs-Kollegen das Feld. Und beglückwünsche an dieser Stelle auch gleich alle Gewinner der diesjährigen Blog-Auslese! (bedauernd, beim Treffen in Deidesheim nicht dabei sein zu können, aber man kann halt nicht alles haben…)

Hasta luego!

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

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