Wissenschaftskommunikation: Schreibtipps vom Chefredakteur

Nachdem ich anlässlich des Bologna-Bloggewitters zuletzt 10 Gedankenanstöße für bessere Wissenschaftskommunikation vorgebracht habe, wurde ich gleich von mehreren netten Menschen gebeten, doch einmal ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern und "Insiderwissen" in Sachen Wissenschaftskommunikation zu streuen. So als Chefredakteur von Gehirn&Geist/epoc und "Spiritus rector" (H. Wicht) der SciLogs. Möglichst praxisnah, versteht sich, am besten mit konkreten Kochrezepten.

In der Zwischenzeit habe ich tief Luft geholt und ein kleine Serie konzipiert, die ich nun in kurzen Stößen in den Äther der Blogosphäre hineinpusten werde. Ich nenne sie "Wissenschaftskommunikation: Schreibtipps vom Chefredakteur" – und warum sie so hochtrabend heißt, verrate ich in Serienteil 10. Insgesamt werden es 14 Teile. Sie werden so spannende Themen behandeln wie den "Küchenzuruf", den "Dreiklang" sowie die "wichtigste Währung im Medienbetrieb". Das ist übrigens die Aufmerksamkeit, und ich hoffe, ich habe Ihre bereits!

Und so sieht der Plan aus:

Serie "Wissenschaftskommunikation: Schreibtipps vom Chefredakteur"
Übersicht

    0 Warme Worte zur Einführung (lesen Sie gerade!)
    1 Mediale Formen
    2 Die Zielgruppe
    3 Kommunikative Wirkung und kommunikative Haltung
    4 Der Küchenzuruf
    5 Aufmerksamkeit – die wichtigste Währung im Medienbetrieb
    6 Gutes Formulieren: Tipps und Tricks
    7 Die Überschrift
         8 Die nachrichtliche Überschrift
         9 Die kreative Überschrift
       10 Überschriften im Internet / Die Blogpost-Überschrift
   11 Der Vorspann
       12 Der nachrichtliche Vorspann
       13 Der kreative Vorspann
   14 Die Bildunterschrift

Am Anfang geht’s ein wenig dröge los mit einigen eher theorielastigen Serienteilen, aber spätestens ab Folge 6 wird es garantiert handfest und praxisnah. Frei nach dem Motto: eben noch auf meinem Schreibtisch, jetzt schon frei im Netz. Ich wünsche viel Spaß – und die ein oder andere nützliche Erkenntnis für die eigene Wissenschaftskommunikation.

 

Veröffentlicht von

Carsten Könneker Zu meiner Person: Ich habe Physik (Diplom 1998) sowie parallel Literaturwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte (Master of Arts 1997) studiert – und erinnere mich noch lebhaft, wie sich Übungen in Elektrodynamik oder Hauptseminare über Literaturtheorie anfühlen. Das spannendste interdisziplinäre Projekt, das ich initiiert und mit meinen Kollegen von Spektrum der Wissenschaft aus der Taufe gehoben habe, sind die SciLogs, auf deren Seiten Sie gerade unterwegs sind.

13 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Buch ?

    … ich waere ja neugierig, aber 23 Blogposts ueberschreiten meine online-Aufmerksamkeitsspanne erheblich. (wieviele Tweets waeren das eigentlich?)

    kann ich mich schon mal als Rezensent fuer das Buch vormerken lassen ?

  2. Hui…

    …bin ich gespannt!

    Die „warmen Worte zur Einführung“ hätt‘ ich ja nun „Captatio benevolentiae“ geheissen, das hätte mir aber vermutlich der Scheffredaggder ‚rausgestrichen, weil’s kein Mensch versteht.

    Fein.

    Sage mir, wie man schreibt, denn ich weiss, dass Du es kannst. Und dann werde ich das Gegenteil von dem tun, was Du vorschlägst. Oder genau das. Oder beides gleichzeitig. Auf jeden Fall wird’s lehrreich sein.

    Der Leser?

    Mein Gott, für wen schreibt man denn? Für den Leser? (Hohngelächter)
    Für sich selbst? (schrilles Wahnsinnsgelache).

    Es schreibt, nicht ich. Zumindest dann nicht, wenn es gut schreibt. Dann ist da kein Leser, kein Schreiber, dann ist da nur: Dichte. Ge-dichte. Dickichte. Ein wunderbarer Wust…

    Bin mal gespannt. Hau‘ mir eine Schneise, die ich zuwuchern kann.

  3. Captatio benevolentiae

    Ich habe bereits im Luftholen festgestellt, dass es eine Herausforderung darstellt, die „causa Helmut“ in dieser Serie mit abzudecken. Zumindest was das „Anatomische Allerlei“ angeht – entzieht es sich doch den gängigen Regeln der Wissenschaftskommunikation, die ich hier vorzustellen gedenke. Dort entsteht eben häufig echte Literatur, die manchmal um wissenschaftliche Themen kreist, manchmal aber auch nicht. In jedem Fall ist es etwas Besonderes, und gerade dafür lieben wir Deinen Blog ja. Fürs Allerlei wirst Du also wohl eher wenig mitnehmen können. Für andere Gelegenheiten evtl. schon. Kannst zum Ende der Serie ja mal Bilanz ziehen. Ich bin gespannt.

  4. Liber communicationis scientiae

    Ob es dazu kommt, lieber Michael Groß, sei dahingestellt. Machen wir es abhängig von der Resonanz und Kritik auf diese Serie, würde ich sagen. Rezensieren Sie also lieber auf Verdacht einzelne Teile hier in den SciLogs, wann immer Sie zum Lesen kommen. Ich werde mir mit dem Posten Zeit nehmen. Rechnen Sie mit 2- bis 5-Tage-Frequenzen …

  5. Pah..

    Ich taumele doch nur – dem Narcissus gleich – selbstverliebt und geschwätzig durch meine Spiegelwelten und habe zugleich kindischen Spass daran, die Spiegel zu zerschmeissen.

    Hör‘ jetzt auf, Dich mit mir zu beschäftigen. Setz‘ Dich nieder und schreib‘ Dein Werk, damit es mir ein weiterer Spiegel werde. Dann lass‘ ich mich von Alice an die Hand nehmen und werde versuchen, dahinter zu schauen.

    „Spieglein, Spieglein, an der Wand – wer schreibt am schönsten im ganzen Land?“
    „Ihr schreibt ganz hübsch im Lande hier – doch über dem Ärmelkanale im Meer, da hinter den Spiegeln, da lebte er, der Herr Carroll, und der schreibt viel, viel schöner als Ihr!“

    „Beware the Jabberwock, my son!
    The jaws that bite, the claws that catch!
    Beware the Jubjub bird and shun
    The frumious Bandersnatch!

    ‚And hast thou slain the Jabberwock?
    Comy to my arms, my beamish boy!
    Oh frabjous day! Callooh! Callay!‘
    He chortled in his joy.“

    So reit‘ er los und töte er den Jabberwock, den schröcksetzlichen Worteverwirrer mit dem scharfschneidigen Schwätzerschlachtschwert.

    (Blafasellaberschwall…ich schneid‘ mir jetzt lieber selber das Wort ab.)

  6. Verloren im Linkdschungel

    Während das Blättern in einer Zeitschrift meist intuitiv fnktioniert, gilt das leider nicht für Weblogs wie diesem. Ein Schritt vor, zwei zurück. Das ist der ganze Trück. oder so ähnlich. Vielleicht lässt sich da für längere Artikel allgemein etwas machen.

    Wenn man sich mal durchgekämpft hat, ist es ein sehr interessanter Artikel. Herzlichen Dank

  7. Der Link zum Artikel „Der nachrichtliche Vorspann“ ist irgendwie fehlerhaft. Anstatt zur gewünschten Seite zu kommen, erhalte ich die Fehlermeldung „Seite nicht gefunden“…

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