Interessenkonflikt beim Bloggen – Brauchen wir einen Verhaltenskodex?

Wissenschaftsblogger sind nicht notwendigerweise Wissenschaftsjournalisten. Sie unterliegen daher auch nicht deren ethischen Standards. Das heißt nicht, dass es keinen anderen ethischen Standard gibt oder geben sollte. Drei Beispiele, eine Schlussfolgerung.

Beispiel 1

In meinen letzten Beitrag schrieb ich über Gepants gegen Migräne. Gepants sind eine neue Wirkstoffgruppe zu denen der Wirkstoff Telcagepant gehört, der in einer Phase III getestet wird. Also kurz vor der Markteinführung steht. Telcagepant wird von Merck entwickelt. Könnte es sein, dass ich Aktien von Merck besitze? Will das jemand wissen? Geht das jemanden etwas an?

Immerhin, ich äußere mich in meinem Blog öffentlich als Wissenschaftler.

Im Vergleich ein Statement, das andere Wissenschaftler machen mussten, die sich ebenso öffentlich allerdings in einem Forschungsbeitrag in einer Zeitschrift zu Telcagepant äußerten.

TWH and JK are employees of Merck and own stock or stock options in Merck. MDF has received grants and consultancy or industry support from Almirall, Coherex, Colucid, Eisai, GlaxoSmithKline, Linde, MAP, Medtronic, Menarini, Merck, Minster, Pfizer, and St Jude, and independent support from NWO, NIH, European Community FP6, Biomed EC, the Dutch Heart and Brain Foundations, and LUMC. His spouse owns stock in Merck. DWD has received honoraria from and has consulting agreements with Allergan, Pfizer, Merck, GlaxoSmithKline, Endo, OrthoMcNeil, Coherex, MAP, Neuralieve, Addex, Solvay, Eli Lilly, Neuraxon, Minster, HS Lundbeck, and Kowa, and has research grants from AstraZeneca, Medtronic, St Jude, and Advanced Neurostimulation Systems, and independent support from NINDS and Mayo Clinic. PW has received grant, consultancy, or industry support from Allergan, Forest, GlaxoSmithKline, Merck, Minster, OrthoMcneil, Pfizer, and Wyeth.

Welche Verbindungen habe ich zu Merck oder einen anderen Pharmaunternehmen? Nun ist es schon etwas anderes, ob ich Daten oder eine Meinung veröffentliche. Aber ist dieser Unterschied wesentlich, wenn es um einen potentiellen Interessenkonflikt geht?


Sitze ich beim Bloggen vor dieser Graphik? 

Beispiel 2

Wie am obigen Beispiel ersichtlich, müssen in Zeitschriften auch industrielle und staatliche Fördermittel angegeben werden. Staatliche tauchen oft auch in einer Danksagung auf, müssen aber erwähnt werden.

Ich bin als Projektleiter an einem geplanten Sonderforschunsgbreich (SFB) beteiligt. Fördersumme ca. 6 Millionen. Der SFB wird in wenigen Tagen begutachtet von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Zu diesem Zeitpunkt kann ich mich nicht im Detail äußeren, aber doch soviel: in meinen Teilprojekt soll auch die transkranielle Magnetstimulation (TMS) bei Migräne erforscht werden.

Ich habe bei SciLogs vier mal über dieses Thema gebloggt: Magnetschlag auf Hinterkopf und Das Wo und Wann der Neuromodulation und in zwei englischsprachigen Blogbeiträgen. Sollte ich die geplante SFB-Förderung angeben?

Ich denke, das ist nicht notwendig – mache es aber trotzdem gerne hiermit. (Auch wenn nun keiner diese Blogbeiträge liest, kann jeder sich denken, dass dort nicht zu lesen sein wird, dass das Thema TMS und Migräne Unfug ist. Nichts wäre nun aber falscher, als die Vermutung, dass ich meine wissenschaftlichen Überzeugungen verbiege oder gar Tatsachen bewusst verdrehe. Das soll aber auch gar nicht mit einen potentiellen Verhaltenskodex unterstellt werden.)

Was aber wäre, ich würde schon gefördert werden? Sollte dies dann, wie bei Veröffentlichungen in Zeitschriften üblich, erwähnt werden?

Mein Blogbeitrag Ich sehe was, was du nicht siehst und Simulation einer Sehstörung bei Migräne schrieb ich kurz bzw. parallel zu einem Abschlussbericht zu meiner DFG-Sachbeihilfe, in der diese Forschung im Zentrum stand. Den Beitrag Killerwellen vom Ozean ins Gehirn schrieb ich im Zusammenhang mit einem mittlerweile geförderten BMBF Projekt im Bernstein Zentrum.

Ich habe immer erwähnt, dass ich in Blogbeiträgen Zweitverwertung betreibe. Nach der Erstverwertung hat bisher niemand gefragt.

Beispiel 3

Ich bin Gründer der Migraine Aura Foundation (MAF). Muss ich das angeben? Oder, um ein allgemeines Beispiel zu nehmen, Blogger X ist in einer politischen Vereinigung aktiv, dies ist aber nicht unbedingt öffentlich sichtbar. Des weiteren nehme ich an, dass X ehrenamtliche tätig ist. Sollte er das angeben?

Ich denke nein, den es besteht kein Interessenskonflikt! Blogger X kann wie er will sich politisch und gesellschaftlich betätigen und es ist allein seine Sache, ob er verschiedene seiner Interessen verknüpfen will und dies bekannt macht oder nicht. Solange Blogger X nicht finanziell von einer Tätigkeit abhängt, die in einem unmittelbaren Zusammenhang mit einer anderen steht, sehe ich kein Problem. Aber was, wenn dem nicht so ist und ein finanzielles Interesse im möglichen Konflikt zu seinem Blog steht?

Schlussfolgerung

Ich denke es gibt Fälle, in denen ein Interessenkonflikt fairerweise angegeben werden sollte. Doch bewusst habe ich viele Fragen unbeantwortet gelassen. Meine Schlussfogerung laute, dass ein Verhaltenskodex diskussionswürdig ist! Gerade in der Zeit, in der Wissenschaftsblogs noch in den Kinderschuhen stecken.

Meine Beispiele sind nicht vollständig. So sollten Blogger, die sich zu medizinischen Themen äußern, sich einem noch schärferen Verhaltenskodext, der z.B. von der HON vorgegeben wird, unterstellen. Dieser sollte in meinen Augen bei SicLogs eingehalten werden. Viel weiter muss SciLogs vielleicht gar nicht gehen, denn SciLogs ist bisher eine recht lose und heterogene Gemeinschaft.

Sollte ein Portal entstehen, dass sich auf Wissenschaftler beschränkt, denke ich, dass ähnliche Standards wie bei Zeitschriften unbedingt notwenig sind. Denn sonst werden diese "Conflict of Interest"-Aussagen beim direkten "reach out" umgangen, da der Journalist als kritischer Mittler fehlt. Das darf nicht ein Nebeneffekt – ja vielleicht sogar Triebfeder – dieser ansich guten Entwicklung der Wissenschaftsblogs sein. 

Und noch was: Ein Verhaltenskodex kann nur innerhalb von Blogportalen eingefordert werden. Ein verbindlicher Standard für alle Wissenschaftsblogger ist schlicht unrealistisch.

Ein transparenter Verhaltenskodex könnte ein entscheidender Vorteil von einem Blogportal sein. Warum sonst bilden wir eine Gemeinschaft?

   

Nachtrag (19. 8.)

Entwurf: Verhaltenskodex für Wissenschaftblogger als Diskussionsgrunglage

Dieser Entwurf legt die deutsche Kurzfassung der 8 ethischen Prinzipien des HONcodes zugrunde, an die ich mich seit 2004 auf meiner Website halte und mit der ich bisher gute Erfahrungen gemacht habe.  

Diese Prinzipen sind teilweise sehr diskussionsbedürtig, z. B. habe ich kritische Anmerkungen (s. Kommentar 6 bzw. 7) zum Prinzip 1 und 2 gemacht. Weitere Prinzipien folgen (siehe nun dazu Diskussion im Beitrag "Wissenschaft befördert die Unbildung" vom 28. Okt. 2010). 

1. Prinzip Sachverständigkeit
Die in diesem Portal wissenschaftbezogenen Aussagen stammen ausschließlich von ausgebildeten und qualifizierten Fachleuten. Sollte Aussage von einem nicht qualifizierten Blogger stammen, wird er klar darauf hinweisen, dass es sich um eine gemäß journalistischen Prinzipien sorgfältig recherchierte Meinungsäußerung handelt.

2. Prinzip Datenschutz
Das Portal respektiert die Vertraulichkeit der Daten individueller Personen insbesondere Kommentatoren und schützt deren Identität. Die Blogger verpflichten sich, die legalen Anforderungen bezüglich der Vertraulichkeit der Information die in Deutschland gelten, einzuhalten oder zu übertreffen.

3. Prinzip  Zuordnung
Wo es dienlich ist, werden Informationen durch klare Referenzen bezüglich der Datenquelle abgestützt und nach Möglichkeit durch einen Hypertext-Link mit dieser Quelle verbunden.

4. Prinzip Offenlegung der Finanzierung
Das Sponsoring dieser Webseite wird deutlich gekennzeichnet, einschliesslich der Identität kommerzieller und nicht-kommerzieller Blogs, die mit finanziellen Mitteln, Dienstleistungen oder Material zum Blog beigetragen haben. Einzelperonen, die als Blogger wissenschaftliche Födermittel erhalten, legen Interessenkonflikte offen, analog zu den gewöhnlichen Anforderungen in peer-review Zeitschriften. Blogger legen Nebeneinkünfte offen, wenn diese in unmittelbaren Zusammenhang mit Inhalten ihres Blogs stehen.

Markus Dahlem forscht seit über 20 Jahren über Migräne, hat Gastpositionen an der HU Berlin, am Massachusetts General Hospital und an der TU Dortmund. Außerdem ist er Geschäftsführer und Mitgründer des Berliner eHealth-Startup Newsenselab, das die Migräne- und Kopfschmerz-App M-sense entwickelt.

15 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Medizinische Inhalte

    Ich habe für SciLogs den HON-Kodex erwähnt, weil dort für medizinische Inhalte das Prinzip der Sachverständigkeit und der Komplementarität gilt.

    Also der Hinweis der medizinischen Qualifizierung des Autoren und der Hinweis das ein Inhalt nie ein Verhältnis zwischen Arzt und Patient ersetzen kann.

    Qualifizierung ist bei anderen Wissenschaften nicht kritisch. Bei medizinischen Aussagen schon.

    Der HONcode verlangt von Webseiten weiterer Prinzipien u.a. anderem auch die finanzielle Aufdeckung.

    Insofern ist Dein Einwand natürlich völlig berechtigt. Sollte SciLogs wirklich sich unter den HON-Kodex stellen, sollten dann die Prinzipien, die für andere Bereiche sinnvollerweise analog in Betracht kämen, auch dort gelten.

    Insofern hätte meine Aussage eigentlich nur sein sollen:

    „Die ersten zwei HON-Prinzipien sollte in meinen Augen bei SicLogs eingehalten werden. Viel weiter …“

    Aber eigentlich sind alle HON-Prinzipien wichtig. Inklusive der Offenlegung der Finanzierungsquellen – und der klaren Unterscheidung zwischen Werbeinhalt und redaktionellem Inhalt (s. Pepsigate).

  2. Journalistenwatch & Bloggerkodex

    Ähnliches wurde, insbesondere nach der causa Seibert, für JournalistInnen im Medienradiogespräch mit Jürgen Kuri diskutiert; ich fand die Idee damals schon sehr gut.

    Die Frage für Blogportale wäre sicher auch die der Form: Also bspw. freiwillige Selbstverpflichtung oder Eintrittshürde in den Club der PortalautorInnen?

    Ich persönlich wäre schwer für dieses Mittel um Transparenz herzustellen — ein Anliegen dem sich viele (alle?!) Wissenschaftsblogger verpflichtet fühlen!

    In Bezug auf die Themen stimme ich Lars zu, dass die Medizin sich hier nicht allein anbietet, sondern andere Themengebiete ähnlich relevant sind.

  3. Zustimmung @Amy Müller

    Ich stimme dem zu.

    Unsere Kommentare haben sich ja wahrscheinlich überschnitten.

    Die Medizin muss keine Sonderreglung einnehmen, es sei denn, wir würden einen maximal laxen Kodex einführen. So war das gemeint (s.o.). Beispiel 3 mit Blogger X ist ja auch ohne Bezug zur Medizin.

    Danke für den Hinweis zu dem Medienradiogespräch mit Jürgen Kuri.

  4. @Markus A. Dahlem

    Ja, ich war nicht schnell genug mit dem Kommentieren / Reloaden.

    Ich denke der Punkt Qualifizierung ist in bestimmten Bereichen (z.B. in der Medizin oder in Rechtsfragen) legitimer Weise kritisch.

    Die Assoziationen zu irgendwelchen Vereinigungen etc. finde ich im Hinblick auf die Transparenz nicht nur in einer Richtung hilfreich für die Leserschaft: Die Frage der Interessenkonflikte ist die eine. Aber wenn ich mich evtl. als Betroffene oder Angehörige oder sonst wie Interessierte zu einem Thema informieren will, hilft es der Informationsbewertung, wenn klar ist, ob der bloggende Experte sich seit Jahr und Tag mit dem Thema befasst (u.a. weil er vor 10 Jahren DAS Forum zu meinem Thema mitbegründet hat), oder als … sagen wir mal Allgemeinmediziner oder Wald-und-Wiesen-Anwalt seine Einschätzung abgibt. In vielen Bereichen fällt die Informationsbewertung für Außenstehende leichter, wenn die Perspektive des Autors oder der Autorin zumindest angedeutet wird.

    Das finde ich das spannende an so einem Kodex: Ein weiterer Schritt für (Wissenschafts-)Blogger auf die Leserschaft zuzugehen.

  5. Sachverständigkeit

    Prinzip Sachverständigkeit, d.h. deren Kennzeichenpflicht dient in einem Verhaltenskodex immer beidem: der Unterstützung und der Relativierung der gemachten Aussage.

    Die Frage ist aber in diesem Punkt allein, darf es eine Verpflichtung geben?

    Nehmen wir an Blogger A schreibt über Themen X Y Z und weist seine Sachverständigkeit hier schon aus Eigeninteresse deutlich aus, z.B. bei SciLogs in der „zur Person“-Seite.

    Er ist aber seit Jahren in auch in dem Thema T bewandert und dort in mehreren Organisation aktiv, allerdings rein ehrenamtlich und nach außen nicht sichtbar. Blogger A möchte, dass dies auch so bleibt.

    Durch eine Verpflichtung nach dem Prinzip „Sachverständigkeit“, das ich im Nachtrag mal ausformuliert habe, könnte er sich zu Thema T nicht äußern, ohne fälschlich darauf hinzuweisen, dass es ein journalistischer Beitrag ist oder sich zuvor zu outen.

    Auch problematisch ist folgendes:
    Blogger L, der eine nicht medizinisch qualifizierte Person ist und sich zu medizinischen Themen nie äußert, müsste schreiben: „Pseudoeilmethode H ist wirkungslos weil Studien das belegen und ich muss darauf hinweisen: ich bin kein Mediziner.“

  6. Vertaulichkeit

    Prinzip Vertaulichkeit würde uns zwingen, das was Blog Xtranews gemacht hat, nämlich Anhänge zu dem von der Stadt Duisburg in Auftrag gegebenen Bericht einer Anwaltskanzlei zu veröffentlichen, sein zu lassen. Für ein Portal wahrscheinlich sogar zwingend notwendig. Aber für den einzelnen (wagemutigen) Blogger vielleicht eine Einschränkung. Aber es gibt ja weniger heikle Themen und auch Wikileaks …

  7. Punkt 4

    kann ich so unterschreiben, Punkt 3 ist als Leitlinie auch ganz brauchbar (obwohl bei „Wo es dienlich ist..“ im Prinzip auch wieder jeder machen wird worauf er Bock hat).

    Nummer 2 ist m.E. ein bisschen obsolet („Hiermit verpflichten wir uns, geltende Gesetze zu respektieren“), und bei deiner Auslegung in den Kommentaren würde ich wohl nicht mit gehen. Wenn ich solche Dokumente in die Finger bekomme, publiziere ich sie auch. Wo kommen wir denn hin, wenn wir nur noch Infos veröffentlichen dürfen, die Leute uns freiwillig geben?

    Bei Punkt 1 sehe ich überhaupt nicht ein, dass ich meine Blogthemen nach meinen formalen Qualifikationen aussuchen soll.
    Wir können gerne über inhaltliche(!) Kriterien guter Beiträge diskutieren, aber sicher nicht, wer worüber bloggen darf und wer aus irgendwelchen Gründen nicht. Das geht gar nicht.

    Ein Blog wird nicht dadurch glaubwürdiger, dass der Autor seinen Professordoktor in sonstwas herumzeigt, sondern indem er konsistent gute Beiträge schreibt.

    Mit den „journalistischen Prinzipien“ bin ich auch nicht einverstanden, im Gegenteil. Ein Blogbeitrag ist von einem Autor, der eine spezifische Perspektive auf ein bestimmtes Thema hat und aus dieser persönlichen Perspektive schreibt. Das ist der Kern von Blogs, die Idee, dass unsere Blogger plötzlich neutral berichten und ihre eigenen Ansichten über diese Themen zurückhalten sollen ist völlig absurd.

    [Antwort:
    Lars, bei Meinungsäußerung sehe ich keine Pflicht zur Neutralität, das wäre in der Tat absurd. Aber auch bei dieser sollten gewissen Regeln gelten. Du erinnerst Dich an den „Euer moralischer Zeigefinger, der riecht nach A****“ im Spreeblick. Völlig ok für einen Blog. Aber für einen Wissenschaftsblog auch? Und letztlich ist es ja auch eine Frage der Sanktionen, wie Du oben sagst. Gelegentliche Ausrutscher (solche oder andere) könnte ein Portal durchaus nur intern anmahnen ohne das gelöscht wird.
    Gruss Markus

  8. Ich wäre eher dafür

    dass wir inhaltliche und formale Kriterien möglichst weit formulieren. Oder wir legen uns nur auf Dinge fest, die wir nicht tun, oder eben auf grundsätzliche Zielvorgaben.

    Das hängt aber auch davon ab, was wir mit diesem Code überhaupt wollen. Bei den Interessenkonflikten in Punkt 4 ist der Sinn klar, aber der Rest? Soll das dann redaktionell kontrolliert werden? Welche Sanktionen gibt es im Ernstfall?

  9. Ich glaube, so ein Verhaltenscodex zerstört die Experimentierfreudigkeit, die für eine noch recht junge Publikations-Möglichkeit wie Blogs (neben Printmedien, Fernsehen, Radio) wichtig ist.

    Außerdem würde ich mich als Student bei Punkt 1 hier schon nicht mehr wohlfühlen.

    Gerade die sehr große Freiheit, die wir hier haben, hat mich gereizt und mir die Möglichkeit gegeben, mich mit wissenschaftlicher Recherche zu beschäftigen und diese für mich zu entwickeln bzw. mir auch ein Profil zu geben. Die Themen, die ich jetzt beobachte und in meinem Blog begleite, sind völlig andere als jene, die ich zu Beginn hier begleiten wollte.

  10. Experiment

    Ich habe gerade in einem Fachbuch über die zoologische Haltung von Tieren geblättert und bin dabei auch über die Autorenseiten gestolpert. Unter anderem fand sich dort auch ein Student, der – obwohl noch kein Biologe – wohl gut genug war, um bei diesem Werk mitzuwirken.

    Wir sollten hier nicht den Fehler machen, Leute mit Regeln für etwas abzuschrecken, dessen Wirkung wir noch gar nicht abschätzen können.

  11. SciLogs-Familie

    Ich bin von den HON Prinzipien ausgegangen.
    Dabei habe ich bewusst einige Ausgelassen.

    Diese vier habe ich als Kern für mich identifiziert. Wobei ich 1 und 2 selber sehr kritisch sehe, denn es darf nicht zu Situation führen, die hier nun angesprochen wurden.

    Die bisherige Formulierung von 1. 2. ist halt an den HONcode angelehnt, und muss wohl viel stärker, als ich es Tat, modifiziert werden.

    Zum Beispiel in diesem Sinn:

    Jeder sollte sich bekannt machen.

    D.h. der Ausbildunghintergrund muss in meinen Augen bei einem Wissenschaftblogger bekannt sein.

    Das schließt weder Nichtwissenschaftler aus noch Studenten oder Schüler oder gar Anonyme.
    Jedoch erwarte ich in einem Wissenschaftsblogportal Hintergrundinformationen über die einzelnen Blogger.

    Das hat ja auch jeder – glaube ich – bisher in SciLogs gemacht (siehe „zur Person“).

    Aber bisher wurde diese Regel weder zwingend vorgegeben noch transparent kommuniziert.

    Übrigens ist der Entwurf auch nicht speziell für SciLogs gedacht, sondern erstmal ein genereller Entwurf.

    Die SciLogs-Familie existiert nun mal schon so wie sie nun mal ist. Wir können nicht nachträglich uns etwas aufdrücken, es sei denn einstimmig oder zumindest einvernehmlich.

    Das steht für mich außer Frage.

  12. Gut, mit dem erläuternden Kommentar Ihrerseits dazu klingt das schon mal weit weniger elitär für mich.

    Die SciLogs-Familie existiert nun mal schon so wie sie nun mal ist. Wir können nicht nachträglich uns etwas aufdrücken, es sei denn einstimmig oder zumindest einvernehmlich.

    Das steht für mich außer Frage.

    Na dann ist ja gut^^

    Ich fände es auch ziemlich abschreckend, wenn hier jetzt eine Manifest/Regel-Schießmichtot-Mentalität einzöge.

  13. Deidesheim

    Leider habe ich unabsichtlich vor einigen Tagen den Kommentar von Carsten Könneker gelöscht. Deswegen will ich diesen nun nochmal auf diesem Weg posten:


    Lieber Markus,

    danke für Deinen Post! Die SciLOgs entwickeln sich ja auch weiter. Ich
    denke, dass wir zu diesen wichtigen Fragen einen Workshop in
    Deidesheim durchführen sollten.

    Ist bereits notiert …

    Liebe Grüße
    Carsten

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