Perspektive statt Befristung: Für mehr feste Arbeitsplätze im Wissenschaftsbereich

Seit einigen Wochen gibt es auf openPetition eine Petition, die ich für unterstützenswert halte. Sie läuft noch 124 Tage und hat aktuell (6. Mai) 12.542 Unterzeichner.

petitionKarte

Unterschriftenverteilung in Deutschland
Jeder Punkt steht für die Anzahl der Unterschriften in einem Postleitzahlenbereich. Je größer der Punkt ist, desto so mehr Unterschriften wurden geleistet. Die Unterschriften in einer Stadt mit mehreren Postleitzahlen werden nicht zusammengefasst. Die 5 Bereiche mit den meisten Unterschriften sind extra markiert mit Postleitzahl, Ort und in Klammern der Anzahl der Unterschriften.

petitionZeitraum

Unterschriften im Petitionszeitraum 124 Tage vor Petitionsende

 

Sehr geehrte Frau Ministerin Dr. Wanka, sehr geehrter Herr Minister Gabriel,

beenden Sie den Zustand der Massenbefristung im Wissenschaftsbereich.

Wir bitten Sie:
Treffen Sie Maßnahmen, die Zahl unbefristeter Beschäftigungsverhältnisse im Wissen-schaftsbereich deutlich zu erhöhen. Geben Sie den Wissenschaftsinstitutionen die Möglichkeit und den Auftrag, als verantwortliche Arbeitgeber zu agieren.

Setzen Sie sich für eine deutliche Begrenzung des Anteils befristeter Arbeitsverhältnisse in den Bereichen Wissenschaft und Technik ein. Insbesondere sind außer-hochschulische Forschungseinrichtungen nicht primär Ausbildungsstätten, sondern wesentlicher Teil des wissenschaftlichen Arbeitsmarktes.

Öffentliche Fördergelder sollen der thematischen Förderung dienen, nicht einer automatisierten Personalpolitik. Wechselnde Themen erfordern kein wechselndes Personal. Exzellenz erfordert keine Unsicherheit der Existenz.
Öffentliche Gelder und Gesetze sollen Arbeitsplätze schaffen, keine Befristungsblase.

Wir schlagen vor:
1) Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz soll weiter entwickelt werden:

Die personenbezogenen Begrenzungen der Befristungsdauer sollen insbesondere für außer-hochschulische Einrichtungen ergänzt werden durch institutionsbezogene Begrenzungen des Befristungsanteils deutlich unterhalb des gegenwärtigen Niveaus. […]

Weiterlesen und ggf. unterzeichnen.

Markus Dahlem forscht seit über 20 Jahren über Migräne, hat Gastpositionen an der HU Berlin und am Massachusetts General Hospital. Außerdem ist er Geschäftsführer und Mitgründer des Berliner eHealth-Startup Newsenselab, das die Migräne- und Kopfschmerz-App M-sense entwickelt.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das Berufsfeld des Akademischer Rates sollte, auch im Interesse der Studenten, wieder eingeführt werden.

  2. Danke für den Hinweis, Markus!

    Ich habe unterschrieben und wie folgt begründetl:
    Ich habe persönlich das Glück, neben einem Hauptberuf forschend und lehrend in der (Religions-)Wissenschaft aktiv bleiben zu können. Gerade durch diese Perspektive (Mittelbau & keine Konkurrenz für die Inhaber befristeter Stellen) bekomme ich hautnah mit, wie übel es vielen Kolleginnen und Kollegen geht und wie viele an den jetzigen Bedingungen zerbrechen. Das ist menschlich eine Tragödie, aber das Klima aus wechselnden Abhängigkeiten und existentieller Unsicherheit erzeugt auch ängstliches Anpassen und Seilschaftlertum, die der Wissenschaft als Wissenschaft sehr schaden! Daher sehe ich dringenden Reformbedarf.

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