Platz da, jetzt kommt Phoenix!

Am Sonntag, dem 25.5.2008 um 16 Uhr 53 Minuten und 52 Sekunden pazifischer Sommerzeit plus/minus 46 Sekunden (Mitteleuropäische Sommerzeit ist 9 Stunden später) wird der NASA-Marslander Phoenix in der subarktischen Region weit im Norden des Mars aufsetzen.

Phoenix kurz vor dem Aufsetzen, Quelle: NASA 

Hier ist die Webseite der Mission.

Hier ist die Timeline der Ereignisse rund um die Landung.

Hier ist das gut gemachte und ausführliche Press-Kit der NASA. 

Hier, auf der Webseite der Planetary Society, gibt es Informationen zu Blogs, die die Landung live kommentieren.

Hier geht es zu NASA-TV, das natürlich live, auch im Internet, über das Ereignis berichten wird.  

Neben den oben genannten Quellen hat auch spaceflightnow.com eine Webseite mit den jeweils neuesten Updates eingerichtet.

Der Mars-Orbiter „Mars Express“ der ESA wird das Ereignis mitverfolgen und als Datenrelais während der EDL-Phase (EDL=Entry Descent and Landing: Eintritt, Abstieg und Landung) fungieren. Hier mehr Information dazu. Und hier noch mehr.

Weithin unbekannt ist, dass die ESA mit ihren zwei neuen Bodenstationen in Cebreros (Spanien) und New Norcia (Australien) auch Unterstützung bei der Bahnbestimmung von Phoenix in den Wochen des Anflugs am Mars leistete, wobei das Verfahren „Delta-DOR“ (=Delta-Differential One-Way Ranging) zum Einsatz kam, ein aufwändiges komplementäres Messverfahren hoher Genauigkeit, das nach der MCO-Panne obligatorisch für interplanetare Raumsonden wurde. Mehr Informationen dazu hier.

So ändern sich die Zeiten: als Mars Express sich Ende 2003 dem Mars näherte, musste noch die NASA der ESA mit Delta-DOR-Messdaten aushelfen. Inzwischen haben die Europäer ihre technischen Systeme aufgerüstet und die nötigen Erfahrungen gewonnen und können ihrerseits die Amerikaner unterstützen. 

Ich wünsche Phoenix „Alles Gute“ und „Viel Erfolg“. Nach der verpatzten Generalprobe wird diese Landung sicher ein Erfolg werden. 

 Go, Phoenix!

Ein weiterer Artikel zur Phoenix-Mission bei den WISSENSlogs:
Phoenix – Mehr als Bilder vom Mars

Michael Khan

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

10 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Überwachung

    Aha, also selbst auf dem Mars ist nun schon alles überwacht. 😉

    Was ist der „Mars Reconnaissance Orbiter“? Ich weiß leider nicht, was alles so um den Mars herum fliegt.

  2. Mehr MRO-Bilder vom Abstieg

    Die Gesamtaufnahme mit Krater Heimdall im Hintergrund. Beeindruckend!

    http://www.nasa.gov/…PSP_008579_9020_descent.jpg

    (Dank an Gunnar Glitscher für den Hinweis auf diesen Link)

  3. Der Krater im Hintergrund

    http://www.nasa.gov/…PSP_008579_9020_descent.jpg

    Wie gross der Krater in etwa sein muss, kann mal allein aus den Bilddaten grob abschätzen.

    Laut einem der Artikel auf der NASA-Webseite wurde das Bild mit einem Neigungswinkel von 65 Grad zur Vertikalen aufgenommen.

    Die maximale Bahnhöhe von MRO beträgt etwa 320 km, hier aber war er knapp vor oder nach dem Apoares, also sagen wir, rund 310 km.

    Phoenix wird am Fallschirm hängend nur noch wenige km über der Oberfläche gewesen sein.

    Zusammengenommen kann man schnell ausrechnen, dass der Abstand von MRO zu Phoenix da gut 2000 km gewesen sein dürfte.

    Das Sichtfeld der HiRise-Kamera ist 1.14 Grad, also 0.02 rad. Bei etwa 2000 km Abstand macht das ein Blickfeld von 40 km.

    Wenn die Diagonale des Bildes in etwa dem Blickfeld entspricht, dürfte der Krater so um die 25-30 km Durchmesser haben.

    Stimmt das? Kleiner Gegencheck …

    http://www.planetary.org/blog/article/00001468/

    Hier steht was von 10 km Durchmesser, also lag ich mit meiner groben Abschätzung doch deutlich daneben. 🙂

    Wahrscheinlich stimmt eine der Annahmen nicht, vermutlich ist der gezeigte Bildausschnitt doch deutlich kleiner als das gesamte Blickfeld.

  4. Hören

    Hört sich so an wie die imperialen Suchsonden in Star Wars V (müßte es gewesen sein), die den Rebellenstützpunkt suchten. 😉

  5. Das Blog-Teleskop #1

    Hallo!

    Das erste „Blog-Teleskop“ mit Berichten über die deutschsprachigen Astronomieblogs ist heute erschienen. Über deine Mitarbeit würde ich mich freuen – mehr Informationen gibt es hier.

    vg Florian

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