Malen die Russen Kringel an den Himmel?

Wie bereits u.a. von Spaceweather.com, Bad Astronomy und anderen Quellen berichtet, gelangten die Bewohner Nord-Norwegens am Morgen des 9. Dezember in den Genuss eines Himmelsschauspiels der ganz besonderen Art.

Himmelsspirale über Nord-Norwegen, Quelle: Spaceweather.com

Ufologen und Alien-Theoretiker aller Couleur werden sicher gleich wieder reflexartig zur Tastatur greifen wollen. Die Urheber werden aber wohl der terrestrischen Spezies Homo Sapiens angehören, allerdings jener manchmal etwas bizarr anmutenden Unterart, die sich aus mir unverständlichen Gründen bevorzugt in blaue, braune oder grüne Uniformen kleidet, Schirmmützen mit Dekor aus Goldlitze trägt, die linke Hälfte der Jacke mit buntem Weihnachtsbaumschmuck dekoriert und mittels Rangabzeichen auf den Schulterklappen möglicherweise Drohgebärden von Primaten imitiert.

Zur selben Zeit wollte die russische Marine nämlich einen neuen Typ einer interkontinentalen ballistischen Rakete testen. Sofern es es nicht geplant war, dass die Oberstufe in eine Querrotation („Flat Spin“) gerät und dabei nach Art eines aufgeblasenen und dann losgelassenen Luftballons wild umhertrudelt, ist dieser Test wohl als Fehlschlag zu werten.  

Weitere Information

Film des Ereignisses auf Youtube

Artikel zum Thema in Spiegel Online

Ausführlicher Artikel im Christian Science Monitor mit Informationen von Dr. William Dimpfl, The Aerospace Corporation

Diese Animation auf youtube.com, gefunden im obigen Artikel aus dem CSM, simuliert einen plausiblen Hergang des Phänomens, unter Annahme einer außer Kontrolle geratenen Raketenstufe.

Michael Khan

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder. Neben meinem hauptberuflichen Engagement bin ich auch privat als Hobbyastronom aktiv, mein Interesse gilt hauptsächlich der Planetenbeobachtung. Zudem versuche ich, interessierten (insbesondere jungen) Laien die Faszination der Raumfahrt in öffentlichen Vorträgen, auch in Schulen, nahezubringen. Mein besonderes Anliegen ist es, in der Öffentlichkeit das Interesse an den Naturwissenschaften zu wecken. ---------------------------------------------------------------- Eines muss ich noch erwähnen. Eigentlich handelt es sich dabei um Selbstverständlichkeiten. Dennoch zeigt die Erfahrung, dass solche expliziten Hinweise notwendig sind. Grundsätzlich sind Kommentare zu allen meiner Artikel willkommen, von wem auch immer. Dennoch erwarte ich die Einhaltung gewisser, sicher nicht übermäßig restriktiver Regeln: Kommentare sollen sich auf das Thema des Artikels beziehen. Ist dies nicht der Fall, zerfasert die Diskussion in Privatgespäche einzelner Diskutanten. Ferner ist es nun einmal so, dass einige wenige Individuen dazu neigen, Blogs einfach für ihre eigenen Zwecke zu kapern und die Diskussion zu einem Thema umlenken, das sie selbst interessiert, aber beliebig weit vom Thema des aktuellen Artikels ist. Elementare Höflichkeit gebietet, das zur Kenntnis zu nehmen, was ein Blogautor geschrieben hat. Ich behalte mir vor, einzelne Artikel, bei denen ein solcher Sachverhalt erkennbar ist, aus der Kommentarliste zu entfernen. Es ist natürlich so, dass es hier eine gewisse Grauzone gibt. Im Zweifelsfall lasse ich mit mir reden. Beim folgenden Punkt bin ich nicht mehr diskussionsbereit: Kommentare, in denen vorwiegend oder ausschließlich über meine Person oder über Dritte spekuliert wird, insbesondere dann, wenn dabei beleidigende, abwertende oder verächtlich machende Äußerungen verwendet werden, werden gelöscht. Kommt es bei einem Kommentator wiederholt zu solchen Vorfällen, muss er damit rechnen, in meinem Blog gesperrt zu werden. Dies gilt auch dann, wenn ein Kommentator sein kritikwürdiges Verhalten in einem anderen Blog im scilogs-Umfeld, aber noch nicht in "Go for Launch" begangen hat.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wow, ein schöner Fehlversuch! Dafür spricht ja auch, dass es bislang nur ein Dementi des russischen Militärs zu geben scheint. Die grün-braunen Schirmmützenträger mit den Primatenabzeichen haben ja auch ein bizarres Verhältnis zur Wahrheit, insbesondere wenn mit ihren Spielzeugen etwas schief geht.

  2. Filmzitat

    Da fällt mir der Fim „Alexis Sorbas“ ein.

    Anthony Quinn (der die Rolle des Sorbas spielt) sagt darin zu Alan Bates (in der Rolle seines Chefs): „Chef, hast du jemals eine so schöne Katastrophe gesehen?“

    Hoffen wir, dass die Verantwortlichen auch hier dem ästhetischen Aspekt gegenüber offen sind.

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