Star Trek und die Geologie

„Packen sie die Gesteinsproben weg…“ Captain Kirk in der Folge „Kirk durch 2 gleich“

Gemeinfreiheit, Quelle: Wikipedia

In zahlreichen Folgen von Raumschiff Enterprise spielt auch Geologie eine kleine aber feine Rolle. So besucht die Mannschaft der Enterprise Bergbau-Kolonien oder sucht auf fremden Welten nach Mineralien und Kristalle die abgebaut werden könnten. Auf  Capella IV wird ein red-shirt auf der Suche nach Mineralien nach nur 32 Sekunden auf der Planetenoberfläche getötet. In einer Folge retten kristalliner Schwefel und Diamanten sogar das Leben von Captain Kirk. Im Star-Trek Universum existiert neben jeder Menge Technik auch ein geologischer Tricorder mit Zugang zu der umfangreichen mineralogischen Datenbank der Föderation. Auf der Erde des 21. Jahrhunderts werden Mineralien mit (englischen) Namen bezeichnet die auf  „-ite“ enden, Elemente dagegen mit  „- ium“, „-um“, „-on“, „-gen“ oder „-ine“. Im Star-Trek Universum ist die Nomenklatur nicht so eindeutig. Es ist nicht immer ganz klar ob Spock von Mineralien oder Elementen spricht, wobei natürlich eingeräumt werden muss das es sich vielleicht um uns unbekannte Substanzen handelt. Tatsächlich gibt es Elemente und Mineralien die so nicht auf der Erde vorkommen. Technetium zum Beispiel ist ein Element das sich in Sternen bildet, da es aber instabil ist zerfällt es in einigen Millionen Jahre. Auf der 4,6 Milliarden Jahre alte Erde ist alles Technetium daher bereits zerfallen. Aus Meteoriten sind etwa 300 Minerale bekannt (auf der Erde sind es mehr als 5.000), wobei Silikate wie Olivin, Pyroxen und Feldspat dominieren, sowie Nickeleisenmetalle wie Kamazit, Taenit und Troilit. Daneben kommen seltener Eisen-Nickel-Verbindungen mit Phosphat und Kohlenstoff vor und auch elementarer Kohlenstoff, als Grafit und Diamant, ist bekannt. Silikate sind auch auf der Erde häufig, Feldspat ist das häufigste Mineral in der Erdkruste überhaupt. Die schweren Eisen-Nickel-Verbindungen dagegen sind bei der Entstehung der Erde zum Kern abgesunken und eher selten in der Kruste zu finden. Einige Minerale aus dem Weltraum sind unter geringer Schwerkraft oder völliger Abwesenheit von Wasser entstanden, sie sind so nicht von der Erde bekannt, bestehen aber immer noch aus uns bekannten Elementen. Ob auch Kristalle mit unbekannte Elementen und daher unbekannte Eigenschaften existieren ist schwierig zu sagen. In der Folge „Kirk durch 2 gleich“ verursacht ein solches Mineral auf jeden Fall eine Fehlfunktion des Transporters: „Computerlogbuch Nummer 1. der Enterprise, Sternzeit 1672,1, Kommander Kirk. Wir sammeln Gesteinsproben auf Planet Alpha 177. Nachträglicher Zusatz: Wir wussten damals noch nicht, dass durch eine Störung im Transportersystem ein Doppelgänger des Captains entstanden war, ein fremdartiges, zweites ich, das im Schiff sein Unwesen trieb.“

In der Star-Trek Serie werden 125 Mineralien erwähnt, davon existieren aber nur 23 auch wirklich. Kurioserweise ist aber nur ein Mineral, Olivin, aus Meteoriten bekannt. Diese Probe des Krasnojarsk-Meteorit, nach seinem Fundpunkt in Rußland, zeigt große grünliche Olivinkristalle die in einer Matrix aus Eisen eingebettet sind.

Foto David Bressan.

Quarz, eines der häufigsten Kristalle auf der Erde, wird kaum erwähnt. Allerdings wurden Quarzkristalle als Ersatz für die wichtigen Dilithiumkristalle während der Produktion verwendet. Dilithium oder auch Radan ist im Star-Trek Universum nicht nur ein begehrter Schmuckstein, sondern auch wichtig für die Materie-Antimaterie Generatoren und daher für den Warp-Antrieb, der Überlichtgeschwindigkeit ermöglicht.

Schwefel, Kaliumnitrat und Kohlenstoff, als einfacher Grafit aber auch edler Diamant, retten in der Folge „Arena“ Captain Kirk vor einem schrecklichen eidechsenartigen Außerirdischen. Dieser ist weitaus stärker als selbst der panterhafte Kirk und von einem schuppenartgen Panzer umgeben. Mit Hilfe von Schwefel, Kaliumnitrat und Kohlenstoff kann Kirk Schwarzpulver zusammenmischen, die Diamantkristalle (die eher nach Quarz ausschauen) verwendet Kirk als effektive Hochgeschwindigkeitsgeschosse. In der ersten Folge von Raumschiff Enterprise die je gesendet wurde, „Das Letzte seiner Art“ (1966), spielt Halit, besser bekannt als gemeines Tafelsalz, ebenfalls eine Rolle für die Handlung. Ein außerirdisches Wesen tötet um an das Mineral zu gelangen und kann letztendlich nur damit besiegt werden.

Eine der faszinierendsten Anwendung der Geologie im Star-Trek ist aber die Spekulation von außerirdischen Leben das nicht auf Kohlenstoff basiert, wie auf der Erde, sondern auf Elemente wie Silizium, Bor, Stickstoff, Phosphor und Schwefel. Aber dazu bald mehr.

Veröffentlicht von

David Bressan ist freiberuflicher Geologe hauptsächlich in, oder wenn wieder mal ein Tunnel gegraben wird unter den Alpen unterwegs. Während des Studiums der Erdwissenschaften in Innsbruck, bei dem es auch um Gletscherschwankungen in den vergangen Jahrhunderten ging, kam das Interesse für Geschichte dazu. Hobbymäßig begann er daher über die Geschichte der Geologie zu bloggen.

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