Klimakonferenz Paris: die große Illusion

Die 21. Klimakonferenz in Paris hat tatsächlich zu einem neuen Klimaabkommen geführt. Das war ein großartiger Erfolg der Organisatoren, namentlich des französischen Außenministers Laurent Fabius. Er hat es geschafft, eine Übereinkunft zu erzielen, die alle Interessen gleichermaßen berücksichtigt. Nur der Klimaschutz ist dabei auf der Strecke geblieben.

Laurent Fabius ist zweifellos ein hervorragender Diplomat. Seine Verhandlungstaktik für die UN-Klimakonferenz in Paris wird sicherlich in die Lehrbücher der Diplomatie eingehen. Er hat den Drahtseilakt vollbracht, alle 195 Staaten zu einem Abkommen zu bewegen, das niemand als vollkommen betrachtet, aber die Erwartungen der Teilnehmer sehr gut ausbalanciert. Schon der Einspruch eines einzigen Teilnehmerstaats hätte das Abkommen gekippt. Deshalb durfte niemand das Gefühl haben, übervorteilt worden zu sein. Genau dies ist der Verhandlungsleitung in einem nervenaufreibenden Marathon hervorragend gelungen. Entsprechend begeistert waren die meisten Teilnehmer und Regierungen, als das Abkommen ohne Gegenstimme angenommen wurde.

Offenbar ist kaum jemandem dabei aufgefallen, dass die Ziele und der vorgesehene Weg nicht zusammenpassen. Lassen Sie mich das kurz erklären: Im aller Regel legt ein politischer Vertrag fest, unter welchen Regularien Staaten Handel miteinander treiben, oder wie sie ihre Grenzen festlegen oder welche Bedingungen für einen Frieden gelten. Die Abkommen klären also das gegenseitige Miteinander von Menschengruppen. Dabei können nahezu alle Paragraphen frei verhandelt werden, und alle Parameter stehen zur Diskussion. Man legt gemeinsam fest, wie hoch Zölle sein sollen, oder welche Güter überhaupt die Grenze passieren dürfen.

Beim Pariser Klimaabkommen geht es aber darum eine gemeinsame Anstrengung zu koordinieren, um ein physikalisches Phänomen zu beeinflussen. Die aktuellen Klimamodelle liefern dabei die Daten für die notwendigen Maßnahmen, in diesem Fall also das Ausmaß und den Zeitrahmen für die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen. Physikalische Gesetze lassen sich nicht in Konferenzen abändern. Die von den Staaten freiwillig angebotenen Leistungen reichten aber nicht aus, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Trotzdem wurde Ziele und Daten so behandelt, als seien sie – wie in Handelsverträgen – beliebig veränderbar. Das Desaster war absehbar und wurde dadurch verschlimmert, dass die Konferenzleitung zur Gesichtswahrung unbedingt einen Vertrag wollte, ganz gleich, ob die Aussage darin physikalisch überhaupt möglich war.

Die Ausgangslage

Im Vorfeld der Konferenz hatte die UN (genauer gesagt das in Bonn beheimatete Sekretariat der United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) Selbstverpflichtungen von 146 Staaten zum Klimaschutz gesammelt. Die EU beispielsweise verpflichtete sich im März 2015, den Ausstoß von Treibhausgasen (CO2, Methan, Lachgas u.a.) bis 2030 um mindestens 40 % gegenüber dem Referenzjahr 1990 zu senken.1 Vor Beginn der Klimakonferenz wertete das UNFCCC die dort gemeldeten guten Vorsätze aus und stellte fest, dass sie nicht ausreichen, um den Temperaturanstieg auf 2° C zu begrenzen. Ob die selbst gesteckten Ziele überhaupt realisierbar waren, konnten sie natürlich nicht überprüfen.2 Kritiker merkten auch an, dass der weltweite Luft- und Schiffsverkehr nicht berücksichtigt wurde. Dessen Treibhausgas-Emissionen addieren sich zu einer gewaltigen Summe. Wären er ein Land, nähme er vor Deutschland und hinter Japan den sechsten Platz der Weltrangliste ein.

Außerdem stritten sich Industrie- und Entwicklungsländer um die Gelder für die Anpassung an den Klimawandel und Abmilderung der Folgen. Schließlich, so meinten die Entwicklungsländer, müssten sie ausbaden, was die Industrieländer im 20. Jahrhundert bereits angerichtet hätten. 100 Milliarden US$ pro Jahr wollten sie als jährliche Pauschale, und zwar mit möglichst wenigen Auflagen. China, Indien, Südafrika und Brasilien betrachteten sich in diesem Streit als Entwicklungsländer, wie übrigens auch die ölreichen Emirate am Golf. Indien betonte besonders den Aspekt des Technologietransfers, es wollte patentierte Technologien aus Europa oder Amerika ohne Bezahlung nutzen dürfen.

Einige Erdölstaaten dachten im Vorfeld sogar laut darüber nach, eine Entschädigung für nicht gefördertes Erdöl zu verlangen. Die Inselstaaten, denen das ständig ansteigende Meer inzwischen buchstäblich über die Türschwelle fließt, wollten durchsetzen, dass die Weltgemeinschaft das Ziel anstrebt, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5° C oder weniger zu begrenzen.

Die Ergebnisse

Bei dieser verworrenen Ausgangslage war es durchaus erstaunlich, dass die Konferenzleitung eine einvernehmliche Regelung für die Verteilung der Kosten und Lasten durchsetzen konnte. Als Zugeständnis an die Inselstaaten legte sie als Ziel fest, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2° C zu begrenzen, am besten auf 1,5° C. Dieses politische Ziel war allerdings eine reine Gefälligkeit ohne jede Substanz. Die freiwilligen Zusagen reichen nicht einmal annähernd aus, um das definierte Ziel zu erreichen, und wurden auch nicht angepasst. Der Vertrag ist also ein Placebo. Er soll – so ist es ausdrücklich vorgesehen – das ansteigende Fieber der Atmosphäre bekämpfen, aber er enthält keinerlei Wirkstoffe. Man fühlt sich am Anfang vielleicht etwas besser, aber der Verlauf der Krankheit wird in Wirklichkeit überhaupt nicht beeinflusst.

Im Laufe der Verhandlungen ist nicht nur der Klimaschutz über Bord gegangen. Der Vertrag ist nicht einklagbar, Vertragsbrecher können nicht sanktioniert werden und die meisten Punkte bleiben äußerst vage. In der Pressemitteilung des UNFCCC steht beispielsweise:

„Countries will continue to engage in a process on mitigation opportunities and will put added focus on adaptation opportunities. Additionally, they will work to define a clear roadmap on ratcheting up climate finance to USD 100 billion by 2020“

„Die Staaten werden sich weiterhin mit Möglichkeiten zur Verringerung [der Treibhausgase] beschäftigen und sich stärker auf Möglichkeiten zur Anpassung [an die globale Erwärmung] konzentrieren. Zusätzlich werden sie daran arbeiten, einen eindeutigen Plan festzulegen, wie die Klima-Finanzierung auf einen Betrag von 100 Milliarden US$ bis 2020 festgezurrt werden kann.“

Viel wolkiger kann man das eigentlich kaum beschreiben.

Beurteilung

Der Pariser Klimavertrag ist wirkungslos. Er propagiert die Illusion, dass der bloße Wille zur Erreichung der Ziele bereits zu einer Wirkung führt. Es ist wie im Märchen: Wenn man sich nur intensiv etwas wünscht, muss es wahr werden. Das ist klassisches magisches Denken, das aber leider in der wirklichen Welt keine Wirkung entfaltet.

 

Anmerkungen

[1] Alle Einreichungen sind auf dem Webportal INDC (Intended Nationally Determined Contributions) zu finden.

[2] Ein Beispiel: Die deutsche Regierung hat sich öffentlich zu dem Ziel bekannt, die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 40 % gegenüber 1990 zu verringern. Dieses Ziel wird sie verfehlen. Bis 2014 betrug die Einsparung lediglich 28 % (Quelle). Auch beim CO2-Ausstoß pro Kopf der Bevölkerung bekommt Deutschland keine guten Noten (Deutschland: 9,3 T/Jahr, Frankreich: 5,0 T/Jahr, England: 6,5 T/Jahr, EU gesamt: 6,7 T/Jahr. Zahlen für 2014. Quelle: Emission Database for Global Atmospheric Research).

Thomas Grüter

Veröffentlicht von

www.thomasgrueter.de

Thomas Grüter ist Arzt, Wissenschaftler und Wissenschaftsautor. Er lebt und arbeitet in Münster.

30 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Der Pariser Klimavertrag ist wirkungslos. Er propagiert die Illusion, dass der bloße Wille zur Erreichung der Ziele bereits zu einer Wirkung führt. Es ist wie im Märchen: Wenn man sich nur intensiv etwas wünscht, muss es wahr werden. Das ist klassisches magisches Denken, das aber leider in der wirklichen Welt keine Wirkung entfaltet.

    Nö! – Die im hier dankenswerteweise bereit gestellten WebLog-Artikel kann natürlich nicht im Grundsatz widersprochen werden, dennoch könnte der ‚Klimavertrag‘ als Vorbereitungshandlung dienen später dann bedarfsweise Staaten zusammenzufassen, wenn es einmal eng werden sollte.
    Der jetzige ‚Klimavertrag‘ ist in sich natürlich untauglich.
    Besonders dichte Inter-Staaten-Kommunikation könnte dennoch versucht werden festzustellen, zudem darf davon ausgegangen werden, dass im Zusammenhang mit dieser von Laurent Fabius orchestrierten Konsensfindung auch Gelder von A nach B oder allgemeiner von X nach Y fließen werden, die pol. Einflussnahme bedeuten könnten oder eben spätere pol. Einflussnahme vorzubereiten in der Lage wären.

    Es gibt hier insofern eine gewisse ‚Magie‚, wie es auch eine unsichtbare Hand gibt.

    Q: Wie wird die Behandlung der Erwärmung des terrestrischen Klimas, die anthropogener Art sein soll, beizeiten bearbeitet, also, wenn es „richtig“ warm werden wird?
    A: N-lateral, vielleicht auch bilateral oder unilateral, jedenfalls: n-lateral, wobei n kleiner ist als die Zahl der Staaten auf dem Planet Erde.
    Der Ansatz, dass alle irgendwie konsensuell zusammen finden müssen, um ein Problem dieser Größenordnung bearbeiten zu können, deckt sich nicht mit dem, was politisch (für einige womöglich auch: sozialpsychologisch) gewusst wird.
    Die Idee zusammen zu sparen, i.p. CO2-Ausstoß und sonstig möglicher Ausgasung oder andere sogenannte Forcings betreffend, von denen angenommen wird, dass sie das terrestrische Klima bestimmen, ist selbst sparsam, intellektuell-kognitiv und weder Menschen, noch Kulturen kennend.
    Insofern wird es zur Folgen-Mitigation kommen oder zur Abwehr der Entwicklung auf n-lateralem Wege, auch das sog. Geo-Engineering meinend, und letztlich wird womöglich eine Art Geo-Thermostat bereit gestellt werden – sofern dies global politisch möglich sein wird, die dann bestehenden politischen Machtverhältnisse meinend.
    BTW, so ein ‚Geo-Thermostat‘ würde auch dann Sinn machen, wirtschaftlich, aber auch kulturell, wenn es die angenommene CO2-basierte Klimaerwärmung nicht geben würde.

    MFG + schöne Weihnachtstage schon einmal!
    Dr. W

  2. Solange praktisch niemand die (späteren) Schadwirkungen der CO2-Emissionen höher einschätzt als den (heutigen) Nutzen der Brennstoffverfeuerung, wird es weder einen wirksamen Klimavertrag noch eine deutliche Senkung der CO2-Emissionen geben.

    Angst vor dem Klimawandel gibt es nur auf dem Papier. In der Praxis fahren die Leute lieber Auto, stellen die Heizung hoch und verwenden Gegenstände aus geformten Metall, d.h. sie emittieren völlig sorglos CO2.

    Warum sollte die Politik strenge Regelungen in einem Bereich durchsetzen, der offenkundig nur für einen winzigen Teil des Wahlvolks relevant ist? Ich finde das Pariser Ergebnis alles andere als überraschend.

  3. Zitat: die Illusion, dass der bloße Wille zur Erreichung der Ziele bereits zu einer Wirkung führt
    Genau so ist es. Das tiefere Problem hinter der von der UNFCCC und den dort vertretenen Wissenschaftlern und Klimadiplomaten betriebenen Klimapolitik steckt in der immer wieder wiederholten Behauptung, alles sei nur eine Frage des politischen Willens. Und eine Entscheidung für eine wirksame Klimapolitik sei fast gratis zu haben, nämlich mit nur 0.06% Reduktion des jährlichen Wirtschaftswachstum (Zitat Rahmstorf: „Die Kosten für die globale Erwärmung auf unter 2 Grad zu begrenzen würde das Weltwirtschaftswachstum um nur 0,06 Prozent pro Jahr zu reduzieren“
    Viele andere Aussagen aus den Klimawissenschaftler-Kreisen widersprechen aber diesen ökonomischen Voraussagen. Insbesondere, wenn Studien zum Resultat kommen, nur mit CCS (Carbon Capture und Storage) könne das 2 Grad -Ziel erreicht werden. Doch diese Technologie (Kohlendioxidabscheidung und -speicherung) ist heute noch gar nicht verfügbar und wird mit grosser Wahrscheinlichkeit in den nächsten 20 Jahren nicht zur Verfügung stehen. Und trotzdem soll weiterhin gelten, dass man mit weniger als 0.06% Wachstumseinschränkung pro Jahr das 2 Grad Ziel erreichen kann! Und das obwohl nicht einmal die Technologien zur Verfügung stehen um das Ziel zu erreichen.
    In Wahrheit ist es doch so, dass nur technische und politische Innovationen zusammen die Möglichkeit schaffen könnten, das 2 Grad-Ziel zu erreichen und dass es nicht genügt einfach ein paar weitere Windräder und Solarpanel in die Landschaft zu setzen. Mindestens zum Teil hat sich diese Wahrheit nun sogar in der UNFCCC einen Weg gefunden. Die 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr für die Entwicklungsländer sind doch genau dazu da, klimawirksame Investitionen zu ermöglichen, auf die die Entwicklungsländer sonst aus ökonomischen Gründen verzichten würden. 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr entsprechen übrigens genau dem heutigen gesamten Budget für die Entwicklungshilfe. Und sie sollen (laut R. Schwarze) erst der Anfang sein.

    Die Meinung,nur grosse technologische Fortschritte – und nicht etwa lediglich ein paar Gesetze, Einsparungen und Einschränkugnen – könnten uns die Mittel in die Hand geben, den Klimawandel zu stoppen und gleichzeitig die Armut weltweit zu reduzieren wird schon lange vom Breakthrough-Institut vertreten. Einige Vertreter dieses Instituts sehen aber gerade auch durch Paris einen zunehmenden Klimapragmatismus aufziehen. Selbst Politiker begreifen – laut Breakthrough-Institut – langsam, dass es nicht nur politischer Entscheidungen, sondern auch technologischer Verbesserungen und Innovationen bedarf, um zu einer CO2-arme und doch florierenden Wirtschaft zu kommen.Dazu liest man in The Dramatic Shift in Our Climate Thinking

    In Paris, President Barack Obama and the leaders of 19 other countries made energy technology innovation the central priority of international efforts to address climate change. “The truth is,” said the president, “if we adapt existing technologies and make them cheaper and faster and more readily available—if we improve energy efficiency—we’re still only going to get part of the way there and there’s still going to be a big gap to fill.”

  4. @ Martin Holzherr

    Es wird wohl leider noch viel CO2 in die Atmosphäre steigen, bis sich die technische Sichtweise durchgesetzt hat. Das wirklich große Problem ist ja auch nicht der Klimawandel, sondern die Aufrechterhaltung unserer Zivilisation ohne fossile Energien. Wie dies geschehen soll, ist heute völlig unklar. Den Leuten ist einfach nicht bewußt, wieviel Energie eine hochstehende Gesellschaft braucht und verbraucht und dass fossile Energien endlich sind. Entsprechend niedrig priorisiert wird Energieforschung. Hätte man das ganze EEG-Geld in Forschung und Wissenschaft gesteckt statt in Marktsubventionen, wären wir jetzt vielleicht schon einen oder zwei Schritte weiter.

    • @Tim: Haargenau. Es ist kein Pappenstil die fossilen Energien zu ersetzen. Wer das Gegenteil behauptet muss den Gegenbeweis antreten.
      Viele Klimapolitiker und Klimawissenschafterl behaupten aber genau das Gegenteil. In den Augen Dieser sind es letztlich ein paar dutzend böse Firmen und Staaten wie Exxon-Mobile und Saudi-Arabien die den Übergang zur postfossilen Gesellschaft verhindern. Sie haben insoweit recht, als es nicht nur technische Hindernisse gibt, sondern auch Widerstände von den Ländern und Firmen, die einen beträchtlichen Teil ihres Einkommens mit Öl, Erdgas und Kohle erwirtschaften. Wenn diese Firmen und Länder die Wende zur postfossilen Gesellschaft aber verhindert haben, dann weniger durch ihr Geschäftsgebahren, sondern vielmehr dadurch, dass sie nicht darauf aufmerksam gemacht haben, dass sehr viel mehr Gelder in die Energieforschung gesteckt werden müssen um nicht nur alternative Energien sondern ein zum fossilen Energiesystem alternatives Energiesystem zu erhalten.

      • @ Martin Holzherr

        Ja, diese alberne Bösewicht-Argumentation mit daraus folgender Symbolpolitik ärgert mich seit langem. Erschreckend, auf welchem Niveau unsere Gesellschaften Zukunftsfragen diskutieren.

    • @ Tim :

      Es wird wohl leider noch viel CO2 in die Atmosphäre steigen, bis sich die technische Sichtweise durchgesetzt hat. Das wirklich große Problem ist ja auch nicht der Klimawandel, sondern die Aufrechterhaltung unserer Zivilisation ohne fossile Energien.

      Klang sehr zustimmungsfähig, bis dann die letzten drei Wörter des Zitierten zur Kenntnis genommen worden sind.
      Es geht natürlich an erster Stelle zivilisatorisch nicht um die sogenannte Dekarbonisierung und um die Meidung von Vergrabenem für die Zwecke der Energiegewinnung, sondern um die Aufrechterhaltung angemessener Lebensbedingungen für alle auf dem Planeten Erde.
      Das Mittel ist nie das Ziel.

      Ansonsten natürlich umfängliche Zustimmung zu Ihrer hier referenzierten Nachricht, mal davon abgesehen, dass ‚technisch‘ (vgl. ‚tekhne‘) die Fähigkeit der Menschen meint Herausforderungen, gar Probleme angemessen zu bearbeiten und dass etatistische Denke (‚ Hätte man das ganze EEG-Geld in Forschung und Wissenschaft gesteckt statt in Marktsubventionen (…)‘) etwas für die anderen ist.

      MFG + frohe Weihnachten schon einmal,
      Dr. W

      • Es geht natürlich an erster Stelle zivilisatorisch nicht um die sogenannte Dekarbonisierung

        Tja, irgendwann gibt es nun mal keine fossilen Brennstoffe mehr bzw. ihre Förderung wird zu aufwendig. Wie man das Ganze nennt, ist mir eigentlich wurscht. 🙂

    • Der Klimawandel ist schon ein (grosses) Problem. Dies zu (Zitat): „Das wirklich große Problem ist ja auch nicht der Klimawandel, sondern die Aufrechterhaltung unserer Zivilisation ohne fossile Energien“

      Klar wäre die Unfähigkeit echten Ersatz für Kohle, Erdöl und Erdgas zu finden, ein noch grösseres Problem als der Klimawandel. Denn es würde bedeuten, dass unsere Zivilsation keine fundierten technischen Grundlagen hat, sondern von einem glücklichem Zufall lebt. Dem Zufall nämlcih, dass wir knapp unter der Erdoberfläche Kohle, Erdöl und Erdgas in Hülle und Fülle gefunden haben.
      Nehmen wir mal an, dass es einen echten Ersatz für die fossilen Rohstoffe gibt. Dann ist der
      ungewollte, menschengemachte Klimawandel wegen nciht rechtzeitigem Reagieren doch ein sehr ernstes Problem. Und zudem wäre er ein Symptom für die Unfähigkeit der Menschheit gmeinsam ein Ziel zu verfolgen. Ich bin überzeugt, dass die Menschheit in wichtigen Fragen gemeinsam bestimmte Ziele verfolgen können muss. Andernfalls bedroht der Egoismus der Nationen die Menschheit. Er bedroht sie, weil heute viele Aktionen von grossen Firmen oder Nationen globale Auswirkungen haben.

      • @ Herr Holzherr :

        Ich bin überzeugt, dass die Menschheit in wichtigen Fragen gemeinsam bestimmte Ziele verfolgen können muss. Andernfalls bedroht der Egoismus der Nationen die Menschheit

        Ihre persönliche Überzeugung in allen Ehren, aber Konformismus steht diametral zur Kompetitivität und muss nicht gegenstehend zum ‚Egoismus‘ als richtig verstanden werden.
        Wohlverstandene Diversität ist das, was den (aufklärerisch) tätigen Primaten ausmacht.

        Insgesamt gilt es einen Mittelweg zwischen dem Individualistischen und dem Altruistischen zu finden, gerne auch im Wettbewerb, insbesondere, was große Vorhaben und Ziele betrifft.
        Ansonsten wäre Stagnation festzustellen.

        MFG + frohe Weihnachten schon einmal,
        Dr. W (der insofern bei der globalen Festlegung von Zielen vorsichtig bleibt, der zudem davon ausgeht, dass bspw. die Jungs bei Umweltforsch die Ohren sozusagen steif halten; der Schreiber dieser Zeilen hatte hier regelmäßig den Eindruck -bei anfälliger gelegentlicher Auseinandersetzung im Feedback-Bereich- auf beschriebene Verständigkeit gestoßen zu sein)

          • Die ‚Desinformation‘ des Dudens zeigt Wirkung (nicht notwendigerweise bei Allen): In der Klimadebatte spricht man nie von anfälligen Treibhausgasen, hingegen häufiger von anfallenden – sogar auffällig auffallend oft.

            HTH

          • „Dr. W (der schon immer ein anderes Sprachgefühl hatte als andere)“

            Das Gefühl habe ich auch.

            „Im Wirtschaftlichen wird ‚anfällig‘ bspw. auf Kosten und so bezogen regelmäßig verwendet“

            Das zeigt, nicht nur in der Klimapolitik werden Fehler gemacht, auch im ‚Wirtschaftlichen‘. Ich vermute sogar, das ist zusammenhängig/-hängend/-gehörig/-gehörend?

            Nun kann man auch die im Duden beschriebenen Vorgaben von Sprachteilnehmern nicht einklagen, trotzdem ist er für Viele handlungsleitend geworden. Vielleicht ergibt sich ja in Zukunft ähnliches für die auf der Klimakonferenz getroffene Übereinkunft.

            Das Klima wird sich ändern, die Sprache ebenfalls. Hoffen wir, dass es nicht so schlimm kommt, wie einige Kommentare hier es befürchten lassen.

          • @ Joker :

            Das zeigt, nicht nur in der Klimapolitik werden Fehler gemacht, auch im ‚Wirtschaftlichen‘.

            ‚Fehler‘ liegen nicht vor.

            Ihr Kommentatorenfreund war nur so freundlich im Rahmen sich ergebender („anfälliger“) Einwandsbehandlung (das Fachwort) ein wenig empathisch zu werden, auch wegen der Weihnachtszeit.

            Das mit dem PPA (‚anfallend‘) und warum der Präsens nicht beabsichtigt worden sein kann von Ihrem Kommentatorenfreund weiter oben, ist verstanden worden?

            MFG
            Dr. W

          • PS:
            Der Duden ist nur ein Beobachter und aggregiert bestimmte Sprachlichkeit, er berichtet, er ist unverbindlich (und leider zunehmend auch dull). [1]

            [1]
            Er gibt mittlerweile auch ‚Besondere Hinweise‘, was lange Zeit ein No-Go für ihn war, denn er ist weder im Sprachlichen, noch im Sittlichen mehr als Privatmeinung.

          • „‚Fehler‘ liegen nicht vor.“

            Es ist ein weiterer, das zu glauben.

            „er berichtet, er ist unverbindlich […]“

            Ja, so ist es.

            (Bei der Gelegenheit, Sie haben es sicher bereits bemerkt, auch wenn etwas ausfällt, z.B. der Klimawandel oder die weiße Weihnacht, ist/wird es nicht ausfällig.)

            Unbeachtet angefallener gelegentlicher Auseinandersetzung,
            Ihnen eine besinnliche Zeit.

      • Klar wäre die Unfähigkeit echten Ersatz für Kohle, Erdöl und Erdgas zu finden, ein noch grösseres Problem als der Klimawandel.

        Das ist sehr milde ausgedrückt. Wieviel Prozent unseres Energieverbrauchs können wir denn derzeit verläßlich mit Photovoltaik und Windkraft abdecken (die zunehmend kontroverse Energie aus Biomasse lasse ich mal außen vor)? Vielleicht 1%. Selbst wenn wir überall enorme Effizienzsteigerungen annehmen, läßt sich damit der heutige Zivilisationsstand nicht annähernd erreichen. Wir wären dann eher auf dem Niveau von vielleicht 1850, mit allen Folgen für Lebensmittelsicherheit, medizinische Versorgung, Transportfähigkeiten usw. Alternativ könnten wir für vielleicht 5 Mio. Menschen Menschen in Deutschland ein Leben auf dem heutigen Zivilisationsstand schaffen.

        Nenne mir jemand ein Problem, das auch nur entfernt an dieses Szenario herankommt …

        Nein, bis Ende des Jahrhunderts brauchen wir dafür eine Lösung. Genügend Energie ist der Schlüssel für alle anderen Probleme.

        • Sehr geehrter Tim,

          ihr 1% ist leider falsch.

          2014 lagen die Erneuerbaren Energien für Deutschland beim Primärenergieverbrauch bei 11,1%.

          Bei der Bruttostromerzeugung lagen sie bei 26,2%.

          Windenergie hatte dabei einen Anteil an der Gesamt-Bruttostromerzeugung von 9,1&, Photovoltaik von 5,7%,

          • @ Xian

            Ich sprach nicht ohne Grund von der verläßlichen Versorgung. Photovoltaik und Windkraft schwanken sehr stark. Ihre garantierte minimale Leistung ist gering (ungefähr besagte 1 % am gesamten Energiebedarf), weil wir nach wie vor keine Speichermöglichkeit im großen Maßstab haben.

            Etwas überspitzt gesagt: Nur weil wir noch reichlich fossile Brennstoffe verbrennen, schaffen Photovoltaik und Windkraft Anteile, die auf dem Papier so gut aussehen.

            Und die Biomasse, die in den obigen 11,1 % enthalten ist, wird eben zunehmend kritisch bis sehr kritisch gesehen.

            Mit Schönwetterzahlen wie Deinen werden wir die Anforderungen nicht schaffen und vor allem die Bevölkerung nicht auf die großen Aufgaben einstimmen können. Das ist doch genau der Fehler, den die Bundesregierung immer wieder begeht. Etwas mehr Ehrlichkeit wäre wünschenswert.

        • „Genügend Energie ist der Schlüssel für alle anderen Probleme.“

          Genau, GENÜGEND, denn wir können den Verbrauch von Energie so weit runterschrauben, daß wir so viele Windräder und und und nicht brauchen, wenn wir endlich aufhören in den stumpf-, blöd- und wachstumwahnsinnigen Kategorien „Wer soll das bezahlen?“ und „Arbeit macht frei“ zu denken und globalisierenden Kommunikationsmüll überzuproduzieren – Eine Welt- und Werteordnung OHNE die zynisch-schizophrene und entmenschlichende Symptomatik des „freiheitlichen“ Wettbewerbs, also OHNE Steuern zahlen, OHNE „Absicherung“ in „Sozial“-Versicherungen, OHNE irrem Zeit-/Leistungsdruck zu einer Karriere in gebildeter Suppenkaspermentalität von Kindesbeinen, OHNE manipulativ-schwankende „Werte“, usw., auf der Basis eines UNKORRUMPIERBAREN Menschenrechts auf KOSTENLOSER Nahrung, MIETFREIEM Wohnen, KASSEN- wie KLASSENLOSER Gesundheit, ist absolut machbar, und der geistige Stillstand, bzw. die Konfusion des „Individualbewußtseins“, seit der „Vertreibung aus dem Paradies“ (Evolutionssprung), schafft / fusioniert Möglichkeiten in geistig-heilendem Selbst- und Massenbewußtsein!!!

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  6. 0.06% (also 0.6 Promille) weniger jährlichen Wirtschaftswachstum, wenn alle das 2 Grad-Ziel verfolgen. Das versprechen uns gewisse Klimaökonomen und gewisse Klimawissenschaftler sagen uns dann: Das 2°C kann ohne weiteres erreicht werden, das haben schliesslich seriöse Ökonomen durchgerechent.. Andererseits sagen viele und zum Teil die gleichen Klimawissenschaftler, wir seien vom 2 Grad-Ziel noch weit entfernt und es müsste ein Wunder geschehen um es zu erreichen. Somit gilt also: Das 2 Grad-Ziel ist praktisch unerreichbar, dafür kostet es aber fast nichts es zu erreichen, nämlich nur 0.6 Promille des sonst zu erwartenden Wirtschaftswachstums.

    Warum ich nicht an nur 0.6% Promille weniger Wachstum glaube, wenn das 2°C-Ziel oberste Priorität erhält
    1) Es geht hier um das Weltwirtschaftswachstum und das findet zum grossen Teil in den Schwellen- und Entwicklungsländern statt, denn die wachsen exponentiell während die entwickelten Länder nur noch linear wachsen. Die Länder, die sich gerade industrialisieren haben kein Geld, das sie von irgendwo abzweigen könnten um das Wachstum klimakompatibel zu gestalten. Sie sind auf billige Energie angewiesen. Und die billigste Energieform um Strom zu erzeugen ist in Asien und auch in vielen afrikanischen Ländern die Kohle.
    2) China hat in den 10 Jahren von 2000 bis 2010 jeweils sein BIP, seinen Energieverbrauch und seine Kohlendioxid-Emissionen verdoppelt. Warum soll das jetzt, wo die Industrialisierung Indiens ansteht plötzlich anders sein. Vieles spricht dafür, dass auch Indien seine CO2-Emissionen verdoppeln, ja sogar vervierfachen wird, denn es hat einen deutlichen Entwicklungsrückstand gegenüber China.. Traditionell hat Indien genau so wie China auf Kohle gesetzt.
    3) Laut internationaler Energieagentur ist weltweit mit 37% Energie-Wachstum bis 2040 zu rechnen.Selbst wenn die Hälfte dieser Energie nicht fossil ist, würde das einen weiteren starken Anstieg der CO2 Emissionen bedeuten. In letzter Zeit hört man vermehrt, dass jetzt gleich viel Stromerzeugungskapazität erneuerbar zugebaut wird wie fossil. Rechnet man das aber auch die erzeugte Stromenergie um, so bedeutet das, dass deutlich mehr als die Hälfte des neu erzeugten Stroms fossilen Ursprungs ist, denn die gleiche Erzeugungskapazität bedeutet nicht gleich viel Strom: So erzeugt ein Windpark gleich grosser Kapazität wie ein Kohlekraftwerk nur 1/3 des Stroms.
    4) Der Weltenergiebedarf wächst in den Entwicklungs- und Schwellenländern wie Indien, Indonesien etc. auch darum, weil nur mit (viel) mehr Energie überhaupt ein menschenwürdiges und produktives Leben möglich ist.In vielen dieser Länder ist produktives Arbeiten nur mit Raumklimatisierung möglich. In Indien aber ist die Raumklimatisierung immer noch ein Vorrecht der Reicheren. Ähnlich ist es in vielen anderen asiatischen Ländern. Diese Länder werden jede denkbare Energiequelle einsetzen – auch Kohle. Und Indonesien und Indien tun das ja bereits und jedes Jahr mehr.
    4) Pro Jahr wird weltweit 60 Gigawatt an elektrischer Leistung neu installiert. Das kostet für die durchschnittliche (nicht die Spitzen)-Leistung zwischen 60 und 120 Milliarden US-Dollar, Den Entwicklungsländern werden nun aufgrund des Pariser-Abkommens ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar als Klimahilfe ausgeschüttet. Damit könnte ein Grossteil der Erstellungskosten für Kraftwerke abgedeckt werden. Doch diese Gelder sind für alles mögliche. Auch für Anpassungsmassnahmen wegen einem geänderten Klima. .

    Fazit: Wenn China der Masstab für die industrielle Entwicklung ist, dann wird das Wirtschaftswamstum in den Entwicklungs- und Schwellenländern sehr viel zusätzliches CO2 freisetzen. Dass jetzt alles anders ist und heute die meisten Energie nichtfossil erzeugt werden und und auch erzeugt werden wird das muss mir jemand zuerst beweisen.

  7. Zitat: „Physikalische Gesetze lassen sich nicht in Konferenzen abändern. Die von den Staaten freiwillig angebotenen Leistungen reichten aber nicht aus, um das angestrebte Ziel zu erreichen.“
    Dazu ein kleiner Einwand: Das 2°C-Ziel ist kein rein physikalisches Ziel. So ist die Gleichung 2° C Erwärmung == 450 ppm CO2 in der Atmosphäre keine exakte Gleichung, denn die Klimasensitivität, also der Anstieg der Oberflächentemperaturen nach einer Verdoppelung des CO2’s in der Luft ist nicht genau bekannt, sondern kann zwischen 1.5 und 4.5 °C liegen. Vielmehr gilt gemäss dem heutigen Klimawissen: Wenn 450 ppm CO2 in der Luft erreicht werden ist die Wahrscheinlichkeit grösser als 33%, dass die Temperaturen über 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau ansteigen. Stefan Rahmstorf schreibt in einem Kommentar dazu:

    ein CO2-Budget gilt immer für eine gewisse Wahrscheinlichkeit, unter 2 Grad zu bleiben – häufig wird eine Wahrscheinlichkeit von 2/3 angenommen. Wenn dieses Budget überschritten wird, wird es nicht unbedingt zu einer globalen Erwärmung von über 2 °C kommen, sondern dann liegt die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt, bei mehr als 33%. Das Budget für eine Wahrscheinlichkeit von 50%, unter 2 °C zu bleiben, ist schon wesentlich größer als das für 66%. Und wenn man dieses 50:50 Budget emittiert hat und Pech hat (also die 50% Wahrscheinlichkeit eintritt, dass man über 2 °C landet), dann werden es 2,1 oder 2,2 °C sein, was ein gradueller Unterschied zu 2,0 °C ist. Also nicht alles zu schwarz sehen!

    In Paris wurde ja sogar von 1.5 °C als Ziel gesprochen. Auch bei diesem Ziel gibt es wieder eine grosse Schwankungsbreite von Emissionsmengen, die noch kompatibel dazu sind.
    Ganz anders sähe die Situation aus, wenn man nicht von Temperaturzielen sprechen würde sondern von CO2-Zielen. Wenn man sich also darauf geeinigt hätte, was die höchsten CO2-Werte in der zukünftigen Atmosphäre sein sollen. Das 450 ppm-Ziel beispielsweise, das immer wieder mit 2°C-Erwärmung in Verbindung gebracht wird, ist kaum zu halten, denn wir sind schon bei 400 ppm und in den letzten Jahren stieg dieser Wert um 2 ppm pro Jahr. Zwar sind in den Jahren 2014 und 2015 die atmoshpärischen CO2-Werte kaum angestiegen, das aber liegt wohl daran, dass in China die Wirtschaft nicht mehr so läuft wie früher und einige besonders ineffizienten Kohlekraftwerke geschlossen wurden. Man hört jetzt immer wieder, in China sei der Peak der CO2-Emissionen womöglich jetzt schon erreicht und damit bestünden gute Aussichten auf ein baldiges weltweites Plateau der CO2-Konzentrationen. Daran scheint mir die Annahme falsch, China bleibe das einzige Land welches mit seinem Wohlstand auch seine CO2-Emissionen massiv erhöhe. In Wirklichkeit wird sich das was in China passiert ist, wohl auch in Indien und Teilen Afrikas abspielen. Dass Indien und Afrika ihren Energiehunger allein mit Erneuerbaren Energien stillen können ist schon deshalb unwahrscheinlich, weil die technische Komplexität im Zusammenhang mit der fluktuierenden Energieproduktion Entwicklungsländer vor noch grössere Herasausforderungen stellt als es das schon die Industrieländer tut.

  8. Interessant ist der Vergleich mit dem Waldsterben und dem Ozonloch vor ca. 30 Jahren. Ich war damals noch sehr jung, und entschuldige mich für allfällige naive Interpretationen. Damals wurden einschneidende Massnahmen durchgesetzt: Unverbleites Benzin, schwefelarmes Heizöl, CFC-freie Treibmittel in Sprühdosen, Rauchgasreinigungsanlagen, und bis Tschernobyl der Ersatz von Kohlekraftwerken durch KKW waren in den 1980er Jahren wichtige Themen. Anfang der 1990er sah es so aus, dass eine CO2-Lenkungsabgabe in naher Zeit eingeführt würde. Aber irgendetwas ging schief, und wir schlagen uns immer noch mit „Klimaskeptikern“ herum, bei denen es sich eindeuting nicht um kritische Ideen, sondern vielmehr um gekaufte Ideologien handelt.

  9. Spannend ist auch, wie die Paris-Ziele / Aussagen zur aktuellen Meldung der OPEC „Energiebedarf steigt bis 2040 um die Hälfte“ http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/4893163/Opec_Energiebedarf-steigt-bis-2040-um-die-Haelfte passt. Wir werden die Veränderungen wohl erst akzeptieren, wenn sie schon deutlich spürbar sind … nur dann ist die Entwicklung bereits irreversible … aber wir verstehen komplexe Systeme nicht nur in diesem Bereich nicht.

    • Thomas Grüter

      Der Energiebedarf der Welt wird sicherlich ansteigen. Die Vorhersage der OPEC sollte natürlich mit etwas Vorsicht gelesen werden, schließlich spiegelt er auch die Eigeninteressen der Erdölexporteure wieder. Trotzdem: ich kann bisher nicht erkennen, dass der Bedarf an fossilen Brennstoffen in den nächsten Jahren zurückgeht. Alle seriösen Schätzungen gehen davon aus, dass die anthropogene CO2-Produktion eher noch ansteigt. Die Übereinkunft von Paris wird daran nichts ändern. Menschen haben leider große Probleme damit, ein nichtlineares System zu verstehen, bei dem eine jahrelange Verzögerung zwischen Ursache und Wirkung besteht.

  10. „The platitudes of the leaders on the Paris Agreement were rich; the reality of the text was very poor.“ liest man im Artikel Celebrating mediocrity in the Paris Agreement

    Der Artikel ist voller Sprachwut: All countries therefore have a license to lie – they can pretend to be reducing CO2 and the UN can pretend to be doing something about it. It is mindlessly infantile to think that such a process is legitimate and getting everyone to agree upon it a success.
    und als Titel findet man
    100 Billion USD – That will buy a lot of Rolex watches! und Morally bankrupt sanctimonials

    Gut finde ich die im Artikel aufgeführte Liste der NON-ACHIEVEMENTS, deren Inhalt ich (komprimiert) hier wiedergeben möchte:
    neither a treaty nor a protocol (nothing to ratify), not any binding CO2 levels, not make any countries give up anything, 2° unreachable, no target for stopping emissions before 2050, no strategies for limiting production from fossil fuels, livestock or automotive, not specify who would be responsible for paying 100 billion USD per year, not specify how the 100 billion USD per year fund would be managed

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