Hallo, ist da wer? Die Suche nach Aliens

Gibt es außerirdische Intelligenzen und wenn ja, dürfen wir sie anfunken? Auf der AAAS-Jahreskonferenz im kalifornischen San Jose lieferten sich der Science-Fiction-Autor David Brin und Seth Shostak vom SETI-Institute einen erbitterten Streit um diese Frage.

Die Abkürzung SETI steht für Search for Extraterrestrial Intelligence (Suche nach außerirdischer Intelligenz). Seit seiner Gründung im Jahr 1984 hat sich das private SETI-Institut dieser spannenden Aufgabe verschrieben. Bisher hat das Institut allerdings keine Spuren von Aliens gefunden, obwohl es eifrig danach gesucht hat. Mehr als 250 Millionen US$ hat es ausgegeben, und mit 140 Beschäftigten 100 Projekte bearbeitet, wie der damalige CEO Tom Pierson im Jahr 2010 stolz vermeldete.

Das SETI-Institut war nicht die einzige Organisation, die gerne Aliens entdeckt hätte. Optische Teleskope und Radioteleskope in aller Welt haben immer wieder den Himmel durchmustert, ohne auf Spuren von außerirdischen Botschaften, Radiosendungen oder Fernsehsendern zu stoßen. Man fand dabei sogenannte Pulsare, die mit der Genauigkeit eines Uhrwerks im Abstand von wenigen Sekunden Radioimpulse aussenden. Der erste wurde Little Green Man 1 getauft, weil die Entdecker vermuteten, das Signal könnte künstlich sein. Später stellte sich aber heraus, dass sehr schnell rotierende Neutronensterne diese Impulse erzeugten. Wie kosmische Leuchttürme senden sie ein schmales Strahlenbündel aus, das bei jeder Umdrehung des Sterns einmal die Erde streift.

Die Universität Berkeley in Kalifornien hat 1999 das Projekt SETI@home ins Leben gerufen. Es soll helfen, die gigantischen Datenberge zu durchforsten, die inzwischen von den Radioastronomen anhäuft wurden. Überall könnte sich eine Botschaft verstecken, aber selbst die weltgrößten Computer können die Beobachtungsdaten nicht so schnell überprüfen, wie sie einlaufen. Mit einem kostenlosen Hintergrundprogramm für PCs kann sich jeder an der Suche beteiligen, und mehr als 5 Millionen Menschen haben dieses Angebot weltweit bereits genutzt. Aber auch das großangelegte Crowd-Searching hat bisher nichts erbracht.

Aliens, bitte melden!

Wenn uns also kein Alien kontaktieren will, warum drehen wir den Spieß nicht um? Active SETI oder METI (Messaging to Extraterrestrial Intelligence) lautet das Stichwort, unter dem Seth Shostak und andere ihrerseits Nachrichten an mögliche fremden Intelligenzen absetzen wollen. Der nächstgelegene Kandidat hört auf den Namen Tau Ceti und ist 11,9 Lichtjahre entfernt. Der Zentralstern leuchtet etwas schwächer als die Sonne und wird von mindestens sechs Planeten umkreist. Einer davon erhält etwa genauso viel Sonnenlicht wie die Erde – allerdings ist er fast fünfmal so schwer. Trotzdem könnte er flüssiges Wasser und eine Atmosphäre beherbergen. Andererseits: Jede Botschaft wäre fast 12 Jahre unterwegs, eine mögliche Antwort braucht ebenso lange. Eine lebhafte Unterhaltung kommt auf diese Weise kaum zustande. Vielleicht besitzt auch das „nur“ 4,3 Lichtjahre entfernte Dreifach-Sternsystem Alpha Centauri passende Planeten. Der Hauptstern Alpha Centauri A ist etwa so groß wie die Sonne, aber bisher fehlt noch der Nachweis eines Planetensystems. Der kleinere Partner Alpha Centauri B könnte einen planetaren Begleiter haben, eine endgültige Bestätigung steht noch aus.

Rufen oder nicht rufen

Letztlich schicken wir also eine Nachricht ins Dunkel ohne jede Aussicht auf schnelle Antwort. Das klingt eher nach einer Maßnahme zu Akquisition von Mitteln für das SETI-Institut. Kein Grund zur Aufregung, sollte man meinen.

Aber David Brin und einige andere sind aber überhaupt nicht einverstanden. „Die Arroganz, ohne angemessene Risikoabschätzung in den Kosmos hinaus zu rufen, spottet jeder Beschreibung …“ schrieb Brin in einem wütenden Tweet und schob nach: „Wäre es zu viel verlangt, das erst zu diskutieren?“

Man solle sich auf internationaler Ebene einigen, bevor man einfach Botschaften aussende, meinte er. Selbst wenn die Radiowellen von der Erde längst im Kosmos unterwegs seien, wäre eine direkte Ansprache der potentiellen Aliens doch eine ganz andere Sache.

Aber wer soll bestimmen, wohin man eine Nachricht schickt? Die UNO? Das wäre in den USA nicht durchzusetzen, die Weltorganisation gilt dort als sehr dubioser Verein. Also vielleicht ein extra zusammengestelltes Komitee von Wissenschaftlern, Künstlern und Politikern? Auch nicht gut, schließlich müsste irgendwer im Vorfeld die Teilnehmer bestimmen. Allein diese Aufgabe würde Jahre in Anspruch nehmen.

Die Bedenkenträger und ihr Statement

Brin steht nicht allein mit seinen Bedenken. Folgende Stellungnahme hat er zusammen mit James Benford (Science Fiction Autor), George Dyson (Astrophysiker), Elon Musk (High-Tech Unternehmer) und einigen anderen auf dem Server von SETI@home veröffentlicht:

Messaging to Extraterrestrial Intelligence (METI), auch Active Searches for Extraterrestrial Intelligence (Active SETI) genannt, bezeichnet die Benutzung von leistungsstarken Kommunikationssystemen für die Senden von Nachrichten an unbekannte außerirdische Intelligenzen.

METI wurde in der Vergangenheit sporadisch durchgeführt, aber in der letzten Zeit hat eine ganze Reihe von Personen oder Organisationen neue wissenschaftliche oder kommerzielle METI-Programme begonnen oder vorgeschlagen. METI-Programme bringen unbekannte und potentiell gewaltige Implikationen und Konsequenzen mit sich. Wir meinen, dass die Entscheidung, ob man sendet oder nicht, auf einem weltweiten Konsens beruhen sollte, nicht aber auf den Wünschen einiger weniger Menschen mit dem Zugang zu einer leistungsstarken Sende-Ausrüstung. Wir befürworten deshalb vehement eine lebhafte internationale Debatte in einem möglichst repräsentativ zusammengesetzten Gremium, bevor das Thema weiter verfolgt wird. Wir halten außerdem fest:

  • Die Reaktionen von außerirdischen Intelligenzen auf eine Nachricht von der Erde sind unvorhersehbar. Wir wissen nichts über ihre Absichten und Fähigkeiten und können nicht sagen, ob sie freundlich oder feindlich sind.

  • Weil wir, nach kosmischen Maßstäben, eben erst die Fähigkeit zu interstellarer Kommunikation erlernt haben, werden uns andere, zur Verständigung fähige Zivilisationen wahrscheinlich um Millionen Jahre voraus sein.

  • Die Suche nach außerirdischer Intelligenz, die wissenschaftliche Forschung zur Klärung der Frage, ob höheres Leben im Universum existiert oder nicht, hat gerade erst begonnen. SETI-Versuche laufen seit mehr als 50 Jahren, dennoch fehlen den Wissenschaftlern noch mehrere Jahrzehnte bis zum Abschluss der umfassenden Suche nach Radiosignalen, die denen entsprechen, die unsere eigene Technik erzeugt. Für eine frisch entstandene technische Zivilisation wie die unsere wäre es klug, zuzuhören, bevor wir rufen.

  • Auch wenn eine fortgeschrittene Intelligenz in unserer kosmischen Nähe den irdischen Radioverkehr (z. B: frühe Fernsehsendungen) oder die Existenz von industriellen Abgasen in der Atmosphäre erfasst haben mag, dann ist ein solcher Nachweis doch viel schwieriger zu erbringen, als bei einem gezielt gesendetes Radio- oder Lichtsignal von einem großen Teleskop.

  • Man muss keine leistungsstarken elektromagnetischen Signale senden, um die interstellare Kommunikation von der Senderseite her zu erforschen, oder um Sendetechniken zu entwickeln, die eines Tages benutzt werden können, um auf eine Nachricht von Außerirdischen zu antworten.

  • Gegner von METI werden möglicherweise METI-Sendungen lautstark verdammen, die Öffentlichkeit verwirren und damit die Finanzierung von ernsthaften Forschungsvorhaben zum Thema „außerirdisches Leben“ gefährden.

Die Aussendung von Botschaften, die ausdrücklich an andere Zivilisationen in der Milchstraße gerichtet sind, bereitet allen Menschen der Welt Sorgen, und zwar sowohl über den Inhalt als auch über die Auswirkungen eines Kontakts. Eine weltweite wissenschaftliche, politische und ethisch-philosophische [im Original: humanitarian] Diskussion muss stattfinden, bevor eine solche Botschaft geschickt wird.i

(Nur zur Klarstellung: Der Text klingt im englischen Original mindestens so steif wie in meiner Übersetzung)

Besser in Deckung bleiben?

Wenn das alles so bedrohlich ist, sollten wir uns nicht besser vollkommen ruhig verhalten? Schon der berühmte britische Astrophysiker Stephen Hawking hat im Jahr 2010 in einer Fernsehsendung vor einer Begegnung mit Außerirdischen gewarnt. Der erste Kontakt mit den Europäern habe für die Ureinwohner Amerikas schließlich auch kein gutes Ende genommen.

Wenn die Mentalität der Außerirdischen mit denen der Menschen vergleichbar wäre, müssten wir uns tatsächlich ernste Sorgen machen. Es kostet sehr viel Energie, ein Raumschiff in vertretbarer Zeit über eine Entfernung von vielen Lichtjahren zu transportieren. Wer so viel investiert, verspricht sich vermutlich einen erheblichen Gewinn von seinem Unternehmen, und das möglicherweise auf unsere Kosten. Oder er sieht uns als Bedrohung, die es zu beseitigen gilt. Sollen wir also das Sonnensystem in eine Festung verwandeln? Nein, das ergibt keinen Sinn, wir wissen ja nicht einmal, wovor wir uns schützen müssten. Bisher sind alle Begegnungen mit Aliens reine Spekulation.

Das Fermi-Paradox, oder: wo sind sie denn alle?

Das führt wiederum zu der Frage, warum wir von Aliens bisher nichts gehört haben oder im Sonnensystem keine Spuren von früheren Besuchern entdeckt haben. Vielleicht gibt es da niemanden? Das ist eher unwahrscheinlich. Nach einer aktuellen Schätzung kreisen mehr als 100 Milliarden Planeten in der Milchstraße um Sterne jeder Größe. Einige Millionen davon könnten intelligentes Leben hervorgebracht haben. Warum finden wir dann keine interstellaren Nachrichtenkanäle, keine Raumstationen, keine galaktischen Schnellstraßen? Diesen Widerspruch hat zuerst der italienische Atomphysiker Enrico Fermi formuliert, weshalb er als Fermi-Paradox bekannt ist.

Wenn da wirklich keiner ist, müssten wir dann annehmen, dass technische Zivilisationen sich irgendwann selbst zerstören? Die aktuelle Entwicklung der Menschheit lässt diese Idee durchaus plausibel erscheinen. Oder entwickelt sich jede erfolgreiche Zivilisation so schnell weiter, dass wir sie nicht mehr wahrnehmen? Eine Amöbe würde schließlich auch nicht wissen, dass sie in einem Aquarium lebt, das von intelligenten Mehrzellern angelegt wurde. Oder waren außerirdische Intelligenzen vor langer Zeit tatsächlich hier? Schwer zu sagen, denn die Spuren ihres Besuchs verlören sich bereits nach wenigen tausend Jahren. Am Alter der Erde gemessen wäre kaum ein Wimpernschlag.

Ich selber schätze die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Botschaften irgendwelche Aliens erreichen, als sehr gering ein. Brin und Shostek streiten sich im Grunde um eine Stilfrage ohne jede praktische Bedeutung. Frank Drake, einer der Gründer von SETI und weltbekannter Pionier der Suche nach außerirdischen Intelligenzen, sieht das offenbar genauso. Er sagte der Washington Post zum Thema Active SETI:

Ich glaube, das ist gegenwärtig Zeitverschwendung. Es ist so, als ob jemand eine E-Mail an jemanden zu schreiben versucht, von dem er weder die E-Mail-Adresse noch den Namen kennt.“

Anmerkungen

i Etwas überspitzt lässt sich das so zusammenfassen:

Wir wissen nicht, ob es Aliens gibt. Aber wir sind neu im Klub der technischen Zivilisationen, und sollten deshalb erstmal zuhören, bevor wir reden. Jede mögliche Nachricht muss mit der ganzen Menschheit abgestimmt werden. Außerdem sehen wir nicht ein, dass einige Angeber mit viel Geld und dicken Verstärkern drauflos funken wollen, ohne uns zu fragen.

Veröffentlicht von

www.thomasgrueter.de

Thomas Grüter ist Arzt, Wissenschaftler und Wissenschaftsautor. Er lebt und arbeitet in Münster.

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  2. Wie so oft eilt die Phantasie der Realität weit voraus. Wie weit? Wohl mehrere Jahrzehnte. Solange dauert es mit grosser Wahrscheinlichkeit bis wir Planetensysteme mit Leben entdeckt haben, erkennbar an Signaturen wie einer Sauerstoffatmosphäre, jahreszeitlichen Vegetationsschankungen und so weiter. Erst dann lohnt sich das Anfunken, denn Sterne gibt es genug, nämlich etwa 50 näher als 15 Lichtjahre und bereits hunderttausende in einem Abstand bis zu 100 Lichtjahren. Sendeenergie und Richtstrahlantennen aber gibt es sehr viel weniger. Die jetzt bekannten extrasolaren Planetensysteme sind nicht unbedingt gute Kandidaten. Aber wie so oft sucht man den Schlüssel dort wo Licht hinfällt und wenn das Licht nur schwach ist, sucht man einen ganz kleinen Bereich, in dem der Schlüssel mit grosser Wahrscheinlichkeit gerade nicht ist.

    Andere Beispiele für verfrühte Euphorie gibt es zur Genüge. So wurde das Gebiet Artificial Intelligence schon in den 1960er Jahren begründet und bereits dazumal wurden Begriffe wie schwache künstliche und starke künstliche Intelligenz [stark= human level intelligence, eigene Ziele und Denkvorgänge], aber auch heute sind wir noch weit von einer starken künstlichen Intelligenz entfernt. Auch die Krebs- oder Hirnforschung wären Beispiele für verfrühten Enthusiasmus. Doch umgekehrt heisst das Ausbleiben von frühen Erfolgen nicht etwa, dass uns Erfolge für immer verschlossen bleiben. Nicht alles was wir uns heute ausdenken können, kann innerhalb eines Menschenlebens realisiert werden.
    Das übrigens ist ein generelles Problem für viele Menschheitsunternehmungen. Lange Zeiträume sind nicht unsere Sache, obwohl wir die Zukunft als einziges Lebewesen antizipieren können. Doch die Antizipation umfasst oft nur die Zeit bis zum Wochenende oder für Verantwortliche vielleicht die Zeit bis ein Kraftwerk sein Betriebsende erreicht. Wenn wir aber an den Kontakt mit Ausserirdischen denken, dann müssen wir in Zeiträumen von tausenden von Jahren denken.

    • In einem Radius von 250 Lichtjahren um die Erde gibt es etwa 260.000 Sterne, davon finden sich etwa 17000 in dem engeren Gebiet bis 100 Lichtjahre. Davon sind ca. 85% rote Zwerge, die für Leben, wie wir es kennen, nur bedingt geeignet sind. Zieht man auch noch die mittelweiten Doppelsternsysteme ab, dann sollten nicht mehr 2500 – 3500 geeignete Kandidaten übrig bleiben. Zwischen 500 und 1000 Planeten müssten also genau richtig für flüssiges Wasser und Leben auf Kohlenstoff-Basis sein (im Englischen: Goldilocks-Planet). Damit muss sich aber noch kein höheres Leben entwickelt haben, oder es könnte dem Einschlag eines größeren Asteroiden zum Opfer gefallen sein. Ein Asteroid von mehr als ca. 100 km Durchmesser würde alle Wirbeltiere zuverlässig vernichten. Mehr als vielleicht 100 Kandidaten für intelligentes Leben würde ich also kaum annehmen. Die Preisfrage lautet deshalb: Wie lange hält sich eine technische Zivilisation? Wir sind erst 100 Jahre lang in der Lage, modulierte elektromagnetische Strahlung auszusenden. Das entspricht etwa dem 40 millionsten Teil des Lebens unseres Planeten. Selbst wenn unsere Zivilisation eine Million Jahre hält, wäre es recht unwahrscheinlich, dass im gleichen Zeitraum in unserer kosmischen Nachbarschaft eine weitere technisch ähnlich entwickelte Spezies existiert. Allzu große Sorgen würde ich mir also derzeit nicht machen.

      • Die Preisfrage lautet deshalb: Wie lange hält sich eine technische Zivilisation?

        Die dieser ‚Preisfrage‘ vorangehende Frage lautet: Was bedingt, dass eine fähigkeitbewehrte Bürgerwerdung stattfinden kann?
        Oder, um einmal den eher plumpen Begriff der Wahrscheinlichkeit zu nutzen: Wie wahrscheinlich wäre es, dass sich derartige Bürgerwerdungen kommunikativ und (für den Primaten) zeitnah bemüht haben?

        Darum gegenüber Unbekannten erkannt zu werden.

        MFG
        Dr. W (der das mit dem Sich-Halten bemerkt hat, Zivilisationen können sich ‚halten‘ oder nicht ‚halten‘, die Spekulation darüber aber als politisch einstuft, keinen Drang verspürt hier philosophisch anzubauen, gar Zeitgenössisches meinend)

      • Frage: „Wie lange hält sich eine technische Zivilisation?“
        Antwort: Potenziell beliebig lange, vorausgesetzt Kolonisten verlassen den Heimatplaneten und bauen autonome Kolonien auf. Eine hochtechnisierte Zivilisation von Extraterrestriern wird genau das machen. Wenn sie es nicht macht sind die Chancen für einen Fortbestand über hundertausende von Jahren gering. Andererseits, wenn die Menschheit das in naher Zukunft anpackt, könnten alle habitablen Planeten der Milchstrasse bereits in einer Million Jahren von Kolonisten bewohnt sein. Durch die grossen Distanzen im Weltraum sind die Kolonien voreinander geschützt. Wer beginnt schon einen Sternenkrieg mit Siedlern, die hunderte von Reisejahren entfernt sind?

        • Bemannte interstellare Reisen setzen wohl 2 Dinge voraus
          1) Reisegeschwindigkeit > 10% der Lichtgeschwindigkeit
          2) ein Lebensalter von mehreren hundert Jahren oder aber ein Mehrgenerationenschiff
          Der Wikipedia-Artikel Interstellar travel geht noch davon aus, dass ein Astronaut zu seinen Lebzeiten einen andern Stern erreichen soll und dass er nicht länger lebt als heute üblich ist (100 Jahre oder so).

          A spaceship could travel to a star 32 light-years away, initially accelerating at a constant 1.03g (i.e. 10.1 m/s2) for 1.32 years (ship time), then stopping its engines and coasting for the next 17.3 years (ship time) at a constant speed, then decelerating again for 1.32 ship-years, and coming to a stop at the destination. After a short visit the astronaut could return to Earth the same way.

          After the full round-trip, the clocks on board the ship show that 40 years have passed, but according to those on Earth, the ship comes back 76 years after launch.

          Übrigens kann die Reisegeschwindigkeit nicht belieg nahe an der Lichtgeschwindigkeit sein, weil die Astronauten sonst sehr hohe Strahlungsfrequenzen und -energien ausgesetzt sind. Zudem wirken sich Kollosionen selbst mit Staubkörnern immer fataler aus, je schneller das Schiff unterwegs ist. Schon 20% der Lichtgeschwindigkeit wäre ein sehr hoher Wert.

          Antriebsquellen könnte die Annhilation von Materie mit Antimaterie sein, vielleicht würde es aber auch ein Fusionsantrieb schon tun.

    • Bei deiner Kritik der künstlichen Intelligenz hast du unterschlagen, dass „schwache“ KI inzwischen sämtliche Bereiche von Wissenschaft, Technik und der Gesellschaft durchdrungen hat. JEDER von uns benutzt TÄGLICH künstliche Intelligenz, meist ohne sich dessen bewusst zu sein. Es bedarf daher schon einer gewissen „Scheuklappe“ und der vollständigen Konzentration auf den immer Schwieriger zu definierenden Begriff „starke KI“, um von verfrühter Euphorie zu sprechen.

      • Nein. starke KI ist klar definiert. Ein Wesen welches weiss in welcher Welt es lebt, sich selber Ziele setzt und über die Intelligenz verfûgt, die Ziele trotz Hindernissen und unvorhergesehenen Problemen weiterzuverfolgen, solch ein Wesen erfüllt die Vorstellungen von starker KI. Nun, könnte man sagen, jeder Mensch erfüllt diese Definition. Nur ist der Mensch biologisch limitiert, während eine starke KI sich replizieren könnte und sich zudem bei jedem Replikationsschritt noch einmal verbessern könnte. Sobald es starke KI gibt, bricht eine vollkommen neue Ära an. Im Moment sind wir noch sehr weit davon enfernt.

  3. Einige Unterzeichner der Anti-METI-Petition scheinen selbst METI-Projekten (messaging extraterrestrial intelligence) anzugehören wie der New Scientist unter dem Titel Contacting aliens – war of the worlds or war over cash? berichtet.

    „The greatest irony of the anti-METI statement is that a couple of its signers advise other METI projects,“ says Vakoch, who has the awesome title Director of Interstellar Message Composition at the SETI Institute. „For example, Geoff Marcy advises the Message to the Milky Way project, which will transmit a message from Arecibo. Is Geoff exempt from his own moratorium?“

    So it seems the anti-METI fuss is driven at least partially by in-fighting over cash.

  4. Der Artikel scheint wieder, wie so oft hier, durchdacht oder substanziell zu sein, vielen Dank, nur ein paar Anmerkungen deshalb:
    1.) Es ist wesentlich cooler Nachricht zu empfangen zu suchen als zu senden.
    2.) Was einerseits mit der anzunehmenden Zeitversetztheit beim Versenden und sich anschließendem Empfang zu erklären ist, als auch damit, dass es generell unklar ist, wie Nachricht derart kodiert werden kann, dass sie anderswo, von sogenannten Aliens, verstanden werden könnte.
    3.) Das scheinbare Nicht-Vorhandensein von extraterrestrischer Nachricht sogenannter Erkenntnissubjekte ist ein spannendes Thema, es könnte darüber spekuliert werden, ob bspw. Super-Novae oder Quäsare Nachrichten tragen. [1]
    4.) Der Versand von Nachricht setzt generell, dies ist weiter oben in diesem Kommentar bereits angedeutet worden, das n-laterale Vorliegen von Kodierungsvorschriften voraus; Nachricht kann nur kodiert & versandt, an anderer Stelle angenommen & abstrahiert (das Fachwort), werden, wenn diese ausgetauscht worden sind oder sich auf bestimmte Art und Weise aufdrängen. [2]
    5.) Es wird seitens des Primaten noch zu wenig verstanden, so dass dieser eher beim Laser oder Radio bleiben könnte bis sollte.

    MFG
    Dr. W

    [1]
    Naturwissenschaftler, die der Schreiber dieser Zeilen zu dieser Fragestellung bemüht hat, zeigten sich generell eher überrascht, dass „so wenig Leben“ extraterrestrisch vorzuliegen scheint.
    Meint: Es müsste generell kommunikativ „mehr los sein“.

    [2]
    Dies nur spaßeshalber angemerkt: In den frühen Star Trek-Serien tauchte ein planetenverschlingendes se-ehr großes Gerät auf, dass sich so anscheinend energetisch kompensierte; hier liegt indirekt schon eine Art Nachricht vor, die keiner besonderen Kodierungsvorschriften bedarf.

    • Die Kodierung von Nachrichten ist wirklich ein Problem. Es gibt eine Reihe von Lösungsvorschlägen, wie man auch komplexe Nachrichten universell verständlich kodieren kann. Der englische Astronom Fred Hoyle hat das in seinem Science-Fiction „A for Andromeda“ sehr gut beschrieben. Im englischen Original ist das Buch noch zu haben, die deutsche Übersetzung gibt es nur noch antiquarisch.

      • Ja und nein; die Entschlüsselung einer fremden Sprache ohne Wörterbuch ist ein ähnliches Problem. Dem Kleinkind bringt man die Kodierung von Nachrichten mit Vorsprechen im Handlungskontext, mit Bilderbüchern und mit demonstrativen Gesten, sprich Zeigefinger bei. Über große Entfernungen mit nur einer einzigen Kommunikationsform ist das zweifellos nicht so einfach.

        Aber andererseits sind elektromagnetische Strahlung sowie die chemischen Elemente als Grundlage der Physik für jede Lebensform vorgegeben. Elektromagnetische Strahlung als Informationsträger ist natürlich nur erfolgversprechend, wenn sie von Materie empfangen werden kann, wenn sie also auf die Materie des fremden Lebens einwirken kann. Man müsste auf dieser Basis Signale als einfache Nachrichten erzeugen und diese mit hoher Redundanz übertragen, um dann den Komplexitätsgrad sukzessive zu erhöhen. Zeit darf dabei keine Rolle spielen, man muss ohnehin davon ausgehen, dass der Versuch Jahrhunderte dauern würde. Auch Zahlen dürften jeder Lebensform bekannt sein, weil das Leben selbst aus gleichartigen, zählbaren Objekten aufgebaut ist.

        Auf jeden Fall wäre es ein sehr langwieriger, gegenseitiger Kommunikationsprozess. Die Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg ist sehr gering, schon wegen der erforderlichen Zeit über viele Generationen hinweg (und über viele Legislaturperioden).

    • Vergiss dabei aber nicht, dass die Kodierung von Informationen schon ein weiterführender Schritt ist. Um grundsätzlich kund zu tun, dass es uns gibt, reicht schon das Erkennen des künstlichen Ursprungs eines Signals – und das ist vergleichsweise einfach.

    • Die Arecibo-Message wurden bereits gesendet und umfasst viele ASCII-Pictures. Im einzelnen sind es folgende Messages:

      The numbers one (1) to ten (10)
      The atomic numbers of the elements hydrogen, carbon, nitrogen, oxygen, and phosphorus, which make up deoxyribonucleic acid (DNA)
      The formulas for the sugars and bases in the nucleotides of DNA
      The number of nucleotides in DNA, and a graphic of the double helix structure of DNA
      A graphic figure of a human, the dimension (physical height) of an average man, and the human population of Earth
      A graphic of the Solar System indicating which of the planets the message is coming from
      A graphic of the Arecibo radio telescope and the dimension (the physical diameter) of the transmitting antenna dish

      Nun mir scheint, die die sich das ausgedacht haben, haben ihre Phantasie walten lassen und die Verwendung von ASCII-Graphik demonstrieren deutlich, dass letztlich alle Kinder ihrer Zeit sind.

      The Arecibo message was broadcast into space a single time via frequency modulated radio waves at a ceremony to mark the remodeling of the Arecibo radio telescope in Puerto Rico on 16 November 1974

      • (…) dass letztlich alle Kinder ihrer Zeit sind.

        Der Webbaer bekanntlich nicht, die Geschichte mit den Napoleonischen Kriegen kam hier schon?!

        Nein, im Ernst, also, das mit der Informationsübertragung, die nicht mit der Datenübertragung gleichzusetzen ist, bleibt ein relevanter Topic.
        Bspw. kritzeln sich hier auch welche, Physik(lehr)er, im Zusammenhang mit den Verschränkungseffekten einen, die Datenübertragung mit doppelter Lichtgeschwindigkeit meint, aber nicht derartige Übertragung von Information.

        MFG
        Dr. W

  5. „Wenn die Mentalität der Außerirdischen mit denen der Menschen vergleichbar wäre, müssten wir uns tatsächlich ernste Sorgen machen.“

    Selbst wenn die „göttliche“ Schöpfung eine ausserirdische Mentalität ohne vergleichbar-stumpfsinnige Entwicklung vorgesehen hat, müßten wir uns ernste Sorgen machen, aber eben um diese Ausserirdischen, wenn diese in unserer Reichweite leben würden 🙂

    • Der bekanntlich sicherste Beweis dafür, dass außerirdische Intelligenz existiert, ist ja, dass sie noch keinen Kontakt zu uns aufgenommen haben.

      • Höherwertige Zivilisationen wären bekanntlich als benevolent anzunehmen.
        BTW, ein häufig wiederkehrender Traum des Schreibers dieser Zeilen ist, dass genau zwei Raumschiffe von der Erde aus einschlägig angefordert werden, in dem einen säße die Intelligenz, im anderen der Reiseproviant, auch Aliens haben zu verzehren, gar im Sinne des „Leben verzehrt immer auch Leben“, und während im Schiff, in dem sich der Schreiber dieser Zeilen wohl gelaunt befindet, es wird sich ja unter Intellektuellen und originären Denkern gewähnt, taucht auf einmal jemand auf, der dem Schreiber dieser Zeilen als hochgradig debil bekannt ist und auch unter dem Namen „Spassti“ geführt wird, um Hallo zu sagen.

  6. „Warum finden wir dann keine interstellaren Nachrichtenkanäle, keine Raumstationen, keine galaktischen Schnellstraßen?“

    Haben wir doch schon gefunden, zumindest indirekt nachgewiesen sind sie schon, wir sind nur noch am Entschlüsseln und Identifizieren, Codenamen: Dunkle Energie und Dunkle Materie .

    Wobei ich mir auch vorstellen kann, dass der Hauptteil der Dunklen Materie aus Raumstationen besteht, deren Piloten von den Schnellstraßen abgezweigt sind, die ihre Transponder und Positionslampen ausgeschaltet haben und lieber als Eremiten die Ruhe im All genießen wollen, abseits jeglicher Gravitation, als sich diesem Stress auf einem auch noch bevölkerten Planeten auszusetzen.

    Wer über Technologie verfügt, interstellare Distanzen körperlich zu überwinden, der benötigt keinen Raum und keine Ressourcen, die ein so kleiner Planet wie die Erde ihm bietet.

    Also von mir aus können die, die das wollen, senden – METI ist okay. Sie dürfen meinetwegen auch senden was sie wollen, den kompletten Text der Bibel, die Richtung nach Mekka oder das RTL-Mittagsprogramm, was immer für Intelligenzler, die unsere Nachrichten entschlüsseln können, von Interesse sein könnte – oder zu ihrer Unterhaltung dienlich ist.

    • Meine Prognose: Kolonisten werden Leben auf Zielplaneten auslöschen um dort ungefährdet siedeln zu können, denn fremdes Leben bedeutet Gefahr allein schon durch Mikroben auf die das Immunsystem nicht vorbereitet ist. Um ganz sicher zu sein werden sie wohl den ganzen Planeten sterilisieren. Dass uns das noch nicht passiert ist – wir also noch nicht weggeputzt wurden – , ist ein starker Hinweis darauf, dass es keine technisch fortgeschrittene Zivilisation in unserer Nähe gibt, die schon hunderttausende von Jahren existiert und und begonnen hat die Milchstrasse zu kolonisieren.
      Denkbar wäre aber auch, dass Kolonisten nur Planeten besiedeln von denen sie wissen, dass dort höchstens Einzeller leben. Diese auszlöschen wäre noch erlaubt. Würden sie aber ungewollt trotzdem auf einen von höheren Lebewesen bewohnten Planeten stossen könnte man sich einen Gewissenskonflikt vorstellen, der darauf hinausläuft: Ihr oder Wir. Wie wird ein solches moralisches Dilemma wohl gelöst werden? Nun vielleicht haben wir diese Situation schon und Extraterrestrier warten da draussen (quasi vor unserer Haustüre) bis die Menschheit sich selbst vernichtet hat und sie übernehmen können.

      • ich erinnere mich dunkel an eine kürzliche Diskussion hier, bei der es um die Aissichten ging, die menschliche Lebensdauer deutlich verlängern zu können bis hin zur „Unsterblichkeit“.
        Wenn aber Zivilisationen, die interstellare bemannte Raumfahrt beherrschen, noch so banale Probleme haben wie Gefährdung durch unbekannte Mikroben, sieht es mit der Unsterblichkeit ziemlich düster aus.

        • Nein, warum denn? Ausserirdische Mikroben können wir in keiner Weise kennen. Sie könnten eine völlig andere Form der DNA besitzen und unseren Körper auf Arten angreifen, die wir uns gar nicht vorstellen können. Ein noch so grosses Teleskop, ja ein Teleskop mit dem sie einzelne Bäume auf einem fremden Planeten erkennen können, sagt ihnen überhaupt nichts über die Biochemie, die das fremde Leben bestimmt.

          Auf fremdes Leben treffen ist recht ähnlich wie den eigenen Computer einer völlig neuen Generation von Computerviren aussetzen. Es kann alles passieren und es ist recht wahrscheinlich dass Schlimmes passiert.

          Verglichen mit extraterrestrischem Leben sind hier auf der Erde alle – auch die extremsten Lebensformen – quasi unter sich. Willkommen im Club der Erdlebewesen

          • Rohe Gewalt wirkt oft recht gut.
            Vorschläge für die Vernichtung aller denkbaren Lebensformen:
            1) Die Planetenoberfläche vollkommen mit einer kurzlebigen radioaktiven Substanz einhüllen, beispielsweise 1 Terabequerel Molybdän-99 pro Quadratmeter Planetenoberfläche.Molybdän-99 hat eine Halbwertszeit von 66 Stunden. Trotz der hohen Aktivitätsmenge von 1 Terabequerel pro Quadratmeter würden wohl einige Tonnen Molybdän-99 genügen um einen Planeten von der Grösse der Erde zu sterilisieren.
            Bereits nach ein paar Wochen wäre nichts mehr von der Radioaktivität übrig – und auch nichts mehr von irgend einer Lebensform
            2) Nuclear Cleanup: Zünden von Antimaterienbomben.Bei der Annihilation von Materie mit Antimaterie entsteht äusserst harte Gammastrahlung. Diese könnte den ganzen Planeten sterilisieren. Diese Lösung wäre perfekt, wenn der Antrieb des Raumschiffs auf Antimaterie beruhen würde.

            Zugegeben: Es könnte sich immer noch Leben irgendwo tief in der Planetenkruste oder im Ozean verbergen. Eventuell wäre für den Ozean ein langlebigeres Radionuklid als Molybdän-99 nötig.

            Na, vielleicht haben sie noch bessere Vorschläge. Dazu braucht es nicht einmal kriminelle Energie, nur kriminelle Phantasie.

          • Ich glaube nicht, dass solche Maßnahmen sinnvoll sind. Jeder Mediziner weiß, wie schwierig es ist, schon einen sehr begrenzten Raum zu sterilisieren. Auf der Erdoberfläche existiert Leben in jeder Nische, bis mindestens fünf Kilometer unter der Erde, unter dem Eis der Antarktis, in Höhlen und in heißen Quellen. Das alles umzubringen, wäre mit einem gigantischen Aufwand verbunden. Und dann wäre man immer noch nicht sicher, ob die Aktion erfolgreich war. Außerdem muss der Sauerstoff in der Atmosphäre von den grünen Pflanzen ständig nachgeliefert werden, sonst wäre er in einigen tausend Jahren verschwunden. Als Alien würde ich zunächst eine gründliche wissenschaftliche Analyse vornehmen und dann ein vorsichtiges Terraforming beginnen. Für die bisherigen Bewohner muss das allerdings nicht unbedingt besser sein …

          • wenn man sich schon so nahe an dem Planeten befindet, daß man derartige Maßnahmen durchführen kann, würde ich vorschlagen, den Planeten erst einmal ein paar Jahrzehnte lang zu erforschen, um dann ggf. gezielte Maßnahmen treffen zu können. Wäre ohnehin lehrreicher.

          • @zabki: OK. Würde ich auch. Ein paar irdische Testlebewesen runterschicken und schauen wie es Ihnen geht wäre eine gute Idee. Ein paar Jahre Wahrtezeit wären ohnehin nichts verglichen mit den dutzenden bis hunderten Jahren Reisezeit bis zur Ankunft beim fremden Planeten.

          • … und sich selbst duplizierende Roboter hinunter schicken, die alles bis in den letzten Winkel erforschen und den Planeten in Schuß bringen, soweit nötig …

  7. „Warum finden wir dann keine interstellaren Nachrichtenkanäle, keine Raumstationen, keine galaktischen Schnellstraßen?“

    Wahrscheinlich hat uns der galaktische Rat als primitiv-aggressive Lebensform unter Quarantäne gestellt.

    • Der galaktische Rat funktioniert also – anders als die UNO. Das allein genügt schon um uns zu den primitiv-aggressiven Lebensformen zu zählen.
      Was aber, wenn sich auf galaktischer Ebene nur Kreaturen durchgesetzt haben, die alle andern weggeputzt haben? Wenn es keinen galaktischen Rat sondern nur einen galaktischen Sieger gäbe?

      • „Wenn es keinen galaktischen Rat sondern nur einen galaktischen Sieger gäbe?“

        Na dann sind wir mit unserer wachstumswahnsinnigen Art des „Zusammenlebens“, im nun „freiheitlichen“ Wettbewerb um die Symptomatik von „Wer soll das bezahlen?“ und „Arbeit macht frei“, genau richtig aufgestellt, im Klub des geistigen Stillstandes seit der „Vertreibung aus dem Paradies“ 🙂

  8. Zunächst bedanke ich mich herzlich bei Herrn Thomas Grüter für seinen informativen Beitrag.
    Interessant waren für mich die zahlreichen Kommentare zu diesem Thema.

    Meiner Meinung nach projizieren wir in die Suche nach extraterrestrischen Lebensformen unsere naturwissenschaftlichen Erkenntnisse und Erwartungen – Schlagwort: ASCII-Graphik.

    Allein, die verschiedenen Lebensformen unseres Planeten widersprechen all unseren bekannten, all unseren Alien-Vorstellungen – ob Pilz oder Insekt oder der gesamte Mikrokosmos mit seinen Bakterien, Viren, nichts ähnelt uns Menschen oder einem anderen Säuger.

    Lebensformen, die z.B. auf einer nano-großen Silizium-Basis beruhen würden aus unserem Kohlenstoff-Raster fallen, ja, wir würden sie nicht einmal bemerken, wenn sie uns, unseren Körper oder unsere Netzwerke besuchen oder „manipulieren“.

    Vielleicht sind wir die „Amöben“ die mit Milliarden ihrer Artgenossen in einem Aqua-Terrarium Namens Erde leben, dass irgendwann von intelligenten Mehrzellern angelegt wurde und nun neugierig beobachtet wird …

    Mit freundlichen Grüßen,
    Frank Argos

    • ‚ASCII‘ wäre der ‚American Standard Code for Information Interchange‘, ansonsten wäre Ihre Kommentatorenkollege bei Ihnen, wenn es um ‚Projektionen‘ geht.

      Die Welt könnte anders beschaffen sein, als sie sich, physikalisch, vorgestellt wird, Philip K. Dick lebte sozusagen von der Beschreibung dieser Vorstellung, mit der Tegmark-Hypothese, die praktischerweise weder falsi-, noch verifizierbar ist, wird hier in der Nähe der Naturwissenschaft ein wenig aufgeholt.

      Insofern, diese Welt könnte eine Wirklichkeit sein, die mit dem, was ist, in etwa so viel zu tun hat, wie von Meister Eckhart gefühlt.

      MFG
      Dr. W

  9. Das Senden ist ungefährlich , hätte eine Zivilisation die Möglichkeit und die Absicht , uns zu erobern , hätten die uns längst auf dem Schirm.

    Vielleicht sind die Entwicklungs-Geschwindigkeiten im gleichalten Universum ähnlich und es gibt zwar vergleichbare Lebensformen auf ähnlichem Stand , aber keine , die schon wesentlich weiter wären als wir.

    @Joker

    „Wer über Technologie verfügt , interstellare Distanzen körperlich zu überwinden , der benötigt keinen Raum und keine Ressourcen , die ein so kleiner Planet wie die Erde ihm bietet“

    Glaub ich auch , eine Invasion macht keinen Sinn.

    • Vierte Überlegung:

      4.) Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren. (1. Mose 3, 1-19)
      Weil nahe der Ebene der Ekliptik genug Platz vorhanden ist, und weil die kinetische Energie der Planetoiden schon vorhanden ist, wird man eher eine Dyson-Scheibe als eine Dyson-Sphäre aus den Habitaten bauen.
      Im Telekop könnte das so ähnlich aussehen, wie die Staubscheiben, die wir bereits um einige Sterne herum sehen können.
      Besonders ähnlich wie eine Staubscheibe würde es dann aussehen, wenn auch Nanomaschinen darin vorkommen würden.
      Zuerst bilden sich die Planetensysteme aus den Staubscheiben, und dann bauen die intelligenten Lebewesen die Staubscheiben aus den Planetensystemen.
      Der Grund dafür ist, dass man auf diese Weise aus relativ wenig Material relativ viel Oberfläche erzeugen kann, die die Sonnenenergie aufnehmen kann.
      Vielleicht treibt der Strahlungsdruck eines Sterns auch einige Nanomaschinen aus einer fremden Staubscheibe in unser Planetensystem, die dann gleich mit dem Umbau beginnen, ohne lang zu fragen (infektiöse Dysonitis).

      • Noch zwei Überlegungen:

        5.) Die meisten intelligenten Lebensformen leben in Weltraumhabitaten, und nicht auf den relativ kleinen Planetenoberflächen.

        6.) Biologisch unsterbliche Lebensformen bevorzugen rote Zwergsterne als Energiequelle, denn rote Zwergsterne sind extrem langlebig.

      • „Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren. (1. Mose 3, 1-19)“

        Das ist auch nur ein Hinweis auf die materialistische Krücke der Schöpfung / die Unwichtigkeit des Körpers – Der Geist / die Kraft des Geistes ist es, die Mensch (in seiner fusionierten Form / ALLE) erkennen und seiner Vernunftbegabung entsprechend nutzen soll / kann!

        Spätestens mit dem zweiten GEISTIGEN Evolutionssprung, der massenhaft das „individualbewußte“ Gesellschaftssystem in seiner ignoranten Arroganz stört, wird es spannend ob der Staub, oder das geistig-heilende Selbst- und Massenbewußtsein …

        Das „Schweigen von SETI“ ist vielleicht nur ein Zeichen unserer Unfähigkeit die (telepathische) Kommunikation im „Meer des Universums“ zu erwidern – Stumme und vom Tod gezeichnete „Fische“, die nicht einmal als Futter der „Wale“ taugen 😉

      • Kaum. Weder Dyson-Sphären noch Dyson-Scheiben werden gebaut werden. Warum? Weil solche Riesengebilde nicht zur natürlichen menschlichen Organisationsform in Kleingruppen passt. Viel wahrscheinlicher ist wohl, dass viele der Kleinkörper im Asteroidengürtel zu kleinen Raumstationen umgeformt werden (beispielsweise durch Aufschmelzen und Erstarren um einen gasgefüllten Hohlraum) und in jeder Raumstation eine Gruppe von eng kooperierenden Mitgliedern lebt. Nicht genutzte Asteroiden werden von grossen Firmen als Rohstoffquelle genutzt. Die Energiequelle im Asteroidengürtel wird nicht die Sonne, sondern es werden Fusionsreaktoren sein.
        Und: hoffen wird, dass Nanomaschinen sich nicht so leicht erzeugen lassen

        Im übrigen bin ich zur Überzeugung gelangt, dass jede zukünftige Organisationsform die menschliche Natur bis zu einem gewissen Grad so nehmen muss wie sie ist. Mit anderen Worten: Es wird immer feindselige Individuen oder Gruppen geben und man wird immer auf der Hut sein müssen. Grosse staatliche Gebilde werden nur dann überleben wenn sie allen Mitgliedern einen Vorteil bieten der Nachteile wie die Einschränkung der Freiheit überwiegt. Gebilde wie die USA, Russland, China und die EU sind heute geopolitisch, rohstoffstrategisch und ökonomisch(einheitliche Normen, grösserer Handelsraum) von Vorteil . In Zukunft könnte sich das durch neue Technologien ändern. Wenn jede Kleingruppe schon die ganze Technologie, die sie benötigt, selbst kontrollieren kann – beispielsweise durch weiterentwickelte 3D-Druckverfahren (additive manufacturing), dann wird die Bedeutung von grossen Staatsblöcken zurückgehen.

        • Dyson-Sphären und Dyson-Scheiben aus solidem Material sind nicht realisierbar.
          Ich meinte Schwärme aus Weltraumhabitaten in der Ebene der Ekliptik.
          Ab einer bestimmten Verkehrsdichte wird man verbindliche Verkehrsregeln benötigen.

          Noch eine Überlegung:

          7.) Die Nanomaschinen werden vermutlich vor der biologischen Unsterblichkeit entwickelt.
          Vermutlich benötigt man sogar Nanomaschinen für die biologische Unsterblichkeit.

  10. „kommerzielle METI-Programme“

    Was motiviert eigentlich die Investoren (soweit es sich nicht um wissenschaftliche Programme handelt)? Hätten die Sender der Nachrichten auch die exklusiven Nutzungsrechte an den möglichen Antworten der Aliens? Was könnte der Nutzwert der Antworten sein? Wann und mit welcher Wahrscheinlichkeit erwarten die Investoren wieviel Rendite?

  11. Angesichts des Zustands der Menschheit mit chronischen Krisen und Kriegen uns angesichts des anthropogen bedingten ökologischen Zustands wäre die passende Botschaft an die aliens vielleicht:

    „Holt uns hier raus!“

    • Wer weiss, vielleicht verfügen Ausserirdische mit ihrer überlegenen Technologie über eine Pazifierungsbombe, die etwas freisetzt, was aus allen Menschen lammfromme Schäfchen macht, Schäfchen, die nur noch an Liebe denken und sich danach sehnen ihre neuen Herrscher, die Aliens, zu verehren. Problem gelöst, alle Probleme gelöst, sowohl für die Aliens als auch für die Menschen?

  12. „Die Suche nach Aliens“

    Wenn man das wirklich ernst meint, warum wird dann den „UFO-Sichtungen“ 0% glauben geschenkt? Warum setzen sich nicht die sogenannten „Seriösen“ Wissenschaftler sich ernsthaft mit den Phänomenen auseinander?
    Es gibt mehr als genug ernst zu nehmende Berichte.

    Was die Kommunikation betrifft: Wenn jemand aus Afrika versucht mit Hilfe von Buschtrommeln mit Europäern oder Amerikanern in Kontakt zu treten … Wie Erfolgreich wird er sein? Eben!

    Das Gleiche gilt für galaktische „Schnellstraßen“. Wie sollte der (primitive) Mensch eine solche erkennen?
    Würde ein Neandertaler einen ICE-Schnellzug als solche identifizieren können? Noch dazu, wo der Neandertaler der festen Überzeugung ist, daß nichts schneller sein könne als ein Säbelzahntiger.

    Bei aller Liebe zur Wissenschaft, wer wirklich glaubt, der Mensch wäre intelligent genug um behaupten zu können, nichts könne schneller sein als das Licht, der hat echt den Schuß nicht gehört.
    Und wenn wein Intelligenz es geschafft hat die „Lichtmauer“ zu überlisten/durchbrechen, dann wird er sich auch gegen Mikrostaubteile u. kosmischer Strahlung zu schützen wissen.

    Nicht nur die Dummheit der Menschen ist unendlich (A. Einstein), auch deren Arroganz.

    • „Bei aller Liebe zur Wissenschaft, wer wirklich glaubt, der Mensch wäre intelligent genug um behaupten zu können, nichts könne schneller sein als das Licht, der hat echt den Schuß nicht gehört.“

      Wenn man den Schuss hört, dann ist es zu spät, denn die Gewehrkugel ist schneller als der Schall. Ähnliches würde passieren, wenn sie schneller wäre als das Licht. So schnell könnten Sie nicht gucken, im Sinne des Wortes! Die Welt würde in Chaos versinken.

  13. „Wenn man das wirklich ernst meint, warum wird dann den „UFO-Sichtungen“ 0% glauben geschenkt? Warum setzen sich nicht die sogenannten „Seriösen“ Wissenschaftler sich ernsthaft mit den Phänomenen auseinander?“

    Der UFO-Glaube scheint mir doch stark im Rückzug zu sein. Es schwirren jetzt so viele Satelliten im Orbit, der Himmel und die Erde wird aus tausend Teleskopen, Sensoren etc. beobachtet und durchforstet, und noch immer konnte kein UFO dingfest gemacht werden.

    Dafür gibt es, ganz seriös, nur zwei Erklärungen:
    1. eine ganz große Verschwörung, die alle Beweise zurückhält und Berichte leugnet.
    2. Die aliens operierten verdeckt und haben inzwischen ihre Aufklärer zurückgezogen, weil sie eine Invasion vorbereiten.

    Gänzlich absurd ist natürlich die Idee, dass es bislang kein alien-Raumschiff bis zur Erde geschafft hat und deswegen keine seriösen UFO-Sichtungen gibt. :-;

    Aber vielleicht gibt es ja Leute, die Man in Black für eine Enthüllungs-Dokumentation halten.

  14. SMS an Aliens zu senden ist verfrüht. Zuerst einmal sollten wir möglichst viele habitable Planeten möglichst detailliert mit Teleskopen erfassen. Und Pläne dafür gibt es. Neben mehr als 30 Exoplanet-Suchprogrammen von erdbasierten Teleskopen aus, sucht nun Gaia von L2 aus unter anderem nach Exoplaneten, wobei Gaia das erste Instrument sein wird, welches Exoplaneten auch an der seitlichen Auslenkung des Sterns durch die an ihm zerrenden herumrotierenden Planetenmassen erkennen kann, denn Gaia vermisst die Positionen der Sterne bis auf ein 20 Millionstel Bogenmass genau.
    Die bald schon startenden Weltraumteleskope CHEOPS (2017), TESS (2017), James Webb Space Telescope (2018) und PLATO (2024) werden zum Teil bereits erdgrosse Planeten direkt sichtbar machen können. Das James Webb-Teleskop wird gar Spektren vermessen und damit die Zusammensetzung der Atmosphäre von Exoplaneten bestimmen können.

    Doch ist es überhaupt möglich, mehr als ein paar Pixel von Exoplaneten einzufangen? Wird es je gelingen Wolkenmuster oder gar Vegetationsmuster auf Explaneten zu erkennen?
    Es ist jedenfalls nicht ausgeschlossen, wenn es auch fast unvorstellbar grosse Teleskope benötigt, so grosse Teleskope, dass sie nicht erdbasiert sein können, so gross auch, dass sie nicht am Stück in den Weltraum transportiert werden können. Vielmehr müssen sie im Weltraum aus filigranen und zugleich hochpräzis dimensionierten Fachwerk- oder gar aus dynamisch konfigurierbaren Strukturen aufgebaut werden.

    Das Aragoskop, welches sich momentan in Phase I eines NIAC-Programms (NASA Innovative Advanced Concepts ) befindet, wäre noch am wenigsten anspruchsvoll. Es besteht aus einer riesigen, flachen Scheibe, die ihre Ebene dem zu beobachtenden Exoplaneten zuwendet. Diese opake Scheibe beugt das Licht an ihrem Rand. In grosser Entfernung von der Scheibe wird dann das Beugungsbild von einem kleinen gewöhnlichen Teleskop aufgefangen. Konzeptionell ein einfaches Projekt. Seine Realisation setzt lediglich voraus, dass man im Weltraum einen dünne grosse, opake Scheibe herstellen kann, wobei man so wenig Material wie möglich verwenden muss.

    Schon etwas anspruchsvoller ist das Orbiting Rainbow-Teleskop, welches nach einem ähnlichen Prinzip wie das Aragoskop arbeitet, aber nicht eine fixe Scheibe verwendet, sondern eine Wolke von Kleinstpartikeln, welche beispielsweise mittels „Laserpinzetten“ am Ort gehalten werden.

    Die Scheiben und Partikelwolken der beiden beschriebenen Teleskope können dabei mehr als 100 Meter Durchmesser haben und die Auflösungen sind entsprechend hoch, nämlich bis zu tausend Mal höher als beim Hubble-Teleskop. Ein Agaroskop beispielweise sollte von einem geostationären Orbit aus ein Kaninchen auf der Erde abbilden können.

    Leider sind wir mindestens noch 10, wahrscheinlich sogar viel mehr Jahre von der Realisaition eines solchen Superteleskops entfernt. Bis dahin müssen wir uns für die Exoplanetensuche mit bescheideneren Teleskopen zufrieden geben.

      • 550 Astronomisch Einheiten von der Sonne entfernt ein Teleskop hinstellen: Ein Klacks für eine von Elon Musks Raketen. Nicht wahr?

      • Das Gravitationslinsen-Teleskop sieht nur gerade eine Stelle am Himmel vergrössert. Nun, könnte sinnvoll sein, wenn man schon weiss wo man hinblicken muss. Wenn man recht sicher ist, dass ein Exoplanet belebt ist (beispielsweise aufgrund der Atmosphärenspektroskopie) könnte man genau diesen Punkt anvisieren. Das ganze Teleskop wäre dann nichts anderem gewidmet als der Untersuchung eines einzigen Exoplaneten.

        • sicher positioniert man Gravitationslinsenteleskope gezielt. Aber man bemängelt ja auch nicht, daß eine Marssonde „bloß“ den Mars erforschen kann. Exoplaneten mit Verdacht auf Leben dürften mit die interessantesten Forschungsobjekte überhaupt sein. Wenn es möglich wäre, würde man doch ganze Flotten von Forschungssonden hinschicken.

          • Zustimmung. Nur schon die Entdeckung von Leben wäre aufregend. Erst recht der Kontakt mit Ausserirdischen. Ein Gedankenaustausch gar mit Aliens über eine Strecke von vielen Lichtjahren hinweg würde die Phantasie vieler Menschen aufs äusserste anregen. Sollten sie uns gar ihre TV-Programme zusenden hätten wir reichlich Diskussionsstoff.

          • ich stelle mir einen zukünftigen Kontakt mit Aliens – wenn es denn jemals einen solchen geben wird – tatsächlich eher so vor, daß man sich die jeweiligen Internette komplett zuschickt, als daß „Raumschiffe“ hin und her gondeln. So kann jedermann eines Tages auf fremden Planeten virtuell spazierengehen. Nur die direkte Kommunikation ist zäh.

          • Leichte Linsen, Variante 1:

            Man kann auch riesige, hauchdünne, federleichte Fresnel-Zonenplatten als Sammellinsen verwenden (das sind keine dicken Fresnel-Linsen).

            Im Weltraum breitet man diese dünnen Folien durch eine Rotation um eine Achse senkrecht zum Mittelpunkt ihrer Fläche aus, was auch ihre Rotationsachse, die auch ihre optische Achse ist, stabilisiert.

            Weil die Brennweite von Fresnel-Zonenplatten stark von der Wellenlänge abhängig ist, kann man sich die Beobachtungswellenlängen aussuchen, indem man den dahinter schwebenden Sensorsatelliten verlagert.

            Ein Kochrezept:

            Wenn man eine große Halle hat, und ein Holografie-Laser-System, dann kann man eine gut transparente Fresnel-Zonenplatte aus Negativ-Fotolack in wenigen Schritten herstellen.

            Kunststoffe haben einen Brechungsindex von etwa 1,5, und eine Dichte von etwa 1 g/cm^3.

            Das Licht in der Mitte des sichtbaren Spektrums hat im Vakuum etwa 600 Nanometer Wellenlänge, und in Kunststoffen daher etwa 400 Nanometer Wellenlänge.

            Die Fresnel-Zonenplatte kann also zum Beispiel abwechselnd 200 und 400 Nanometer dick sein, entscheidend ist nur die Differenz von 200 Nanometern (bei 0 und 200 Nanometern fällt sie auseinander).

            Daher hat die Fresnel-Zonenplatte nur noch eine Masse von 0,0003 kg/m^2.

            Der Boden dieser Halle soll mit Wasser bedeckt sein, in dem ein Polymer gelöst ist, das die Viskosität erhöht, und so die Bildung von Wellen unterdrückt.

            Auf die molekular flache Wasseroberfläche gibt man eine stark verdünnte Lösung eines Kunststoffes in einem organischen Lösungsmittel auf, das nur schlecht in Wasser löslich ist.

            Nach dem Verdunsten des organischen Lösungsmittels erhält man eine molekular flache und extrem dünne Kunststofffolie.

            Diese dünne Trägerfolie aus Kunststoff wird, noch immer auf der Wasseroberfläche schwimmend, mit einer 200 Nanometer dicken Schicht aus Negativ-Fotolack überzogen.

            Nach dem Belichten der Fresnel-Zonen wird der nicht ausgehärtete Fotolack wieder aufgelöst.

            —–

            Leichte Linsen, Variante 2 A:

            Ein sehr dünnwandiger, sehr großer, transparenter, kugelförmiger Kunststoffballon wird mit einem geeigneten Gas aufgeblasen, möglichst eines mit hohem Molekulargewicht.

            Weil der Brechungsindex des Gases höher als der Brechungsindex des Vakuums ist, wird es irgendwo in größerem Abstand hinter dem Ballon einen Brennpunkt geben.

            Leichter Spiegel, Variante 2 B:

            Ein Ballon wie in Variante 2 A wird in einem relativ kleinen, kreisförmigen Bereich verspiegelt, was einen Brennpunkt ungefähr beim halben Ballonradius erzeugt.

            Hier liegen alle Wellenlängen im selben Brennpunkt, und hier kann der schwebende Sensorsatellit mit einem Propellersystem positioniert werden.

            Sowohl Variante 2 A als auch Variante 2 B leiden ein wenig unter der sphärischen Aberration, aber dafür sind sie billig.

            Alle diese Varianten kann man leicht zusammenfalten und in den Weltraum transportieren.

          • Leichte Linsen, Variante 2 C:

            Ein sehr großer, aber undurchsichtiger, kugelförmiger Kunststoffballon wird mit Gas aufgeblasen.

            Während das Aragoskop mit einer undurchsichtigen Kreisscheibe nur einen Poisson-Fleck (Arago spot) erzeugt, hat eine undurchsichtige Kugel beliebig viele Poisson-Flecken, die Ausblicke in alle Raumrichtungen ermöglichen.

            So ein schwarzer Ballon kann daher viele schwebende Sensorsatelliten versorgen, und muss natürlich auch nicht herumgeschwenkt werden.

            Übrigens, auch die Variante 2 A sieht gleichzeitig in alle Raumrichtungen.

          • Karl Bednarik 18. Februar 2015 12:56: Sie schlagen genial einfache Beobachtungsinstrumente vor wie aufgeblasene Ballons. Hier stellt sich aber die Frage, ob ein aufgeblasener Ballon im Weltraum
            1) die nötige hohe Kugelförmigkeit annimmt
            2) den Mikrometeoritenbeschuss überlebt.

            Ich bin da gar nicht optimistisch. Als Gedankenexperiment aber gut.

          • Wegen der Mikrometeoriten kann man für den Ballon eine selbstheilende Folie, eine Sandwich-Struktur aus festem, flüssigem und festem Polymer, verwenden.

            Sobald ein Mikroloch entsteht, quillt das flüssige Polymer auf, und härtet dann im Loch aus, weil das Lösungsmittel aufschäumt und dann verdunstet.

            Für die Kugelform sorgt vor allem der Innendruck, für den ein größerer Vorrat an Gas zum Nachfüllen vorhanden sein sollte.

          • Verbesserung für Variante 2 A:

            Wenn man den Kunststoff des transparenten und klaren Gasballons dunkel einfärbt, dann sieht er aus allen Raumrichtungen in der Mitte heller, und am Rand viel dunkler aus, weil das Licht am Rand durch viel mehr dunklen Kunststoff gehen muss, als in der Mitte.

            Auf diese Weise kann man die sphärische Aberration der Gaskugel verringern, und zwar gleichzeitig für alle Raumrichtungen.

            Verbesserung für Variante 2 C:

            Wenn man den undurchsichtigen Kunststoffballon mit einer Schicht einer ionischen Flüssigkeit bedeckt, die weder verdampfen noch gefrieren kann, dann erhält man eine molekular flache Oberfläche.

            Die ionische Flüssigkeit kann auch Substanzen enthalten, die zusammen mit dem durch kleine Löcher austretenden Füllgas, die Selbstheilung der Kunststofffolie bewirken.

            Natürlich kann man die ionische Flüssigkeit auch dunkel einfärben.

            Variante 3:

            Die extreme Hochatmosphäre von kalten Gasriesenplaneten, wie zum Beispiel von Neptun, könnte, wenn sie gleichförmig genug ist, ähnlich wirken, wie eine Gravitationslinse, aber natürlich viel stärker, weil die Lichtstrahlen zum höheren Brechungsindex hin verbogen werden.

            Das wäre dann eine ausserirdische Fata Morgana.

            Variante 4:

            Einen Asteroiden thermisch und/oder mit einer ionischen Flüssigkeit in die genaue Kugelform bringen.

            Die Gravitation und die Oberflächenspannung ist dabei hilfreich, eine Kugelform zu erzeugen.

            An Stelle einer ionischen Flüssigkeit kann man auch die billigeren höheren Kohlenwasserstoffe verwenden, die man als Vakuumpumpen-Öl verwendet, und die man aus Asteroidenmaterial leichter erzeugen kann.

        • @zabki 17. Februar 2015 19:55. Das sehe ich auch so: Ein Besuch bei den Aliens macht wenig Sinn, Austausch von Information ist eh schneller.
          Unabhängig davon müssen alle fortgeschrittenen Zivilisationen ihren Heimatplaneten verlassen, wenn sie überleben wollen. Denn sonst droht ihnen Selbstzerstörung. Die Menschheit wird das aber wohl erst nach dem ersten grösseren Anschlag auf die ganze Menschheit realisieren, dann wenn ganze Städte durch einen oder ein paar wenige Attentäter unbewohnbar gemacht worden sind oder ein im Labor hergestellter Virus die halbe Menschheit ausgelöscht hat.

  15. Ich sehe das „Schweigen des Universums“ nicht als ein großes Mysterium. Falls die extraterristische „Zivilisation“ ähnlich wie unsere Zivilisation agitiert, dann ist sie innerhalb kürzester Zeit nicht mehr existent. Falls die Zivilisation jedoch den Flaschenhals der Selbstvernichtung passiert, dann ist es sehr wahrscheinlich , dass sie sich auch in kürzester Zeit selbst von der biologischen Natur löst und dann kein Interesse mehr an „niederen“ Lebensformen hat. Philosophische Begründungen dafür findet man bereits in den Werken von Stanislaw Lem aus den 60. – 70. Jahren des vorigen Jahrhunderts und (nicht so schwierig zu verstehen und spannender zu lesen) bei Greg Egan (z.B. in „Diaspora“).

    • „…kein Interesse mehr an „niederen“ Lebensformen hat“
      warum sollte eine „höhere“ kein Interesse an einer „niederen“ Lebensform haben?
      „Wir“ haben Intessse an jedem Staubkorn eines Kometen, das wir analysieren können.
      Und wie groß wäre das Interesse an archaischen Zellvorgängern, wenn sich solche irgendwo auf dem Mars finden würden?
      Auch ist in der Argumentation schwach, dass sich _alle_ extraterrestischen Intelligenzen im Desinteresse einig sein müßten.

  16. Mitteilung an Frau X und Herrn Y:
    nein sie brauchen sich wirklich keine Gedanken darüber machen, dass wir Ihren Planeten kolonisieren wollen! Wir sind Ihnen zwar nur um 1.000 Jahre voraus und haben teilweise noch durchaus noch animalische Anwandlungen, aber dass wir und noch einmal in so ein Graviationsloch freiwillig begeben würden, so zurück geblieben sind wir nun auch nicht! Alles was wir brauchen finden wir momentan im Kuiperergürtel und noch viel mehr in der Oortschen Wolke. Sollte es in einigen tausend Jahren dazu kommen, das wir dieses Zeug verbrauch haben, dann gehen wir zum nächsten Sonnensystem 😉

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