Wie, nicht mehr über Studien berichten?

Bei mir macht sich langsam ein gewisses Unbehagen breit über die Richtung, in die unsere heiß geliebte Wissenschaftskommunikations-Dauerdebatte derzeit abdriftet. Es ist beileibe nicht neu, dass irgendwelche Akteure aus der Wissenschaft versuchen, Journalisten zu erzählen, wie sie ihren Job im richtigen, der Wissenschaft förderlichen Sinne zu machen haben. Neu ist, dass wir derzeit anscheinend eine völlig ernst gemeinte Diskussion darüber führen, wie wir das am besten erreichen.

Den aktuellen Ausdruck dieses Trends könnt ihr ausführlich bei Marcus Anhäuser nachlesen. Es geht um die Forderung von Steven Pinker, Journalisten sollten grundsätzlich nicht mehr über einzelne Studienergebnisse berichten. Die könnten ja falsch sein. Stattdessen sollen wir uns auf Reviews oder Metaanalysen stützen, um der Wahrheit näher zu kommen.

Dass das funktioniert, glaube ich schlicht nicht. Reviews sind keineswegs objektive und vollständige Literatursammlungen, sondern ebenfalls meist subjektive Zusammenfassungen dessen, was die ausgewählten Autorinnen und Autoren für den Stand der Forschung halten. Und ob man sich das Ergebnis einer zufälligen Studie oder die Meinung eines zufälligen Autors stützt, bei umstrittenen Themen kommt das aufs Gleiche raus, wenn man unreflektiert an die Sache rangeht.

Hier ist Journalismus, wir haben andere Kriterien

Außerdem sind, wie andere andernorts ja schon anmerkten, einzelne Studien schlicht nachrichtenwürdig, auch wenn sie für’s Überleben der Menschheit oder den Fortgang der Wissenschaft grad mal nicht relevant sind. Hier ist Journalismus, wir haben andere Kriterien. Außerdem: Wenn irgendwo eine Forscherin, beziehungsweise ihre Pressestelle, uns erzählt, dass nach ihren Ergebnissen Autofahren impotent macht, dann kann unser Publikum völlig zu Recht erwarten, dass wir da mal draufgucken. Dafür sind wir schließlich Journalisten. Was glaubt Pinker eigentlich? Dass wir stattdessen zehn Jahre auf den Review warten?[1] Und dann? Dann hat uns die Wissenschaft endlich wieder einmal die wirklich wahre Wahrheit überbracht, die wir dann für den gemeinen Leser nur noch hübsch verpacken müssen, dem bis dahin schon längst die Eier abgefallen sind? Wohl kaum.

Hier kein Journalismus.  Bild: Nick Piggott, CC BY-NC

Kein Journalismus. Bild: Nick Piggott, CC BY-NC 2.0

Ich bin auch nicht für die Außendarstellung der Wissenschaft zuständig. Wenn zehn Forscher zehn Meinungen haben oder sich jahrelang immer neue Studien gegenseitig widersprechen, dann ist das halt so, auch wenn das für das Bild der Wissenschaft in der Öffentlichkeit möglicherweise unpraktisch ist. Das ist aber, mit Verlaub, nicht mein Problem.

Die Wissenschaft erzeugt keine Wahrheit, sondern einfach verschiedene Grade von Unsicherheit, über die ich als Journalist zu jedem Zeitpunkt berichten können muss, auch wenn andere den jeweiligen Grad an Unsicherheit noch zu groß finden. Schon weil ich weiß, dass die Forschung nie „fertig“ wird und es sich deswegen nicht lohnt, darauf zu warten.

Ganz abgesehen davon ist es auch nicht mein Job, möglichst gesichertes Wissen an den Mann oder die Frau zu bringen. Das ist schlicht kein Kriterium für guten Journalismus. Was ich dem Leser bieten muss, hängt vom Text ab. Ein Ratgeber sollte am Ende schon eine greifbare Handlungsanweisung bieten, eine Reportage braucht stattdessen starke Charaktere, und eine Meldung muss Neuigkeitswert haben, der unser Publikum hinterm Ofen respektive unter dem Sonnenschirm hervorholt. Und dann muss ich ja auch noch von irgendwas leben.

Für letzte Wahrheiten bin ich nicht zuständig

Mein Job als Journalist ist alles, was meine Leserinnen und Leser interessiert, amüsiert oder echauffiert, und nicht zuletzt, Sachen auf den Grund zu gehen, von allen Seiten zu beleuchten und den Unsinn auszusortieren. Aber für letzte Wahrheiten bin ich nicht zuständig, sondern für das Hier und Jetzt, und die Studien, die hier und jetzt erscheinen.

Es ist ja richtig, dass oft zu wenig kritisch über Einzelstudien berichtet wird, oder dass Kontext und Einordnung fehlen[3]. All diese Probleme sind aber nicht neu, genauso wenig wie das Single Study Syndrome. Und dass nicht alle immer so toll machen – und vor allem: machen können – wie wir es am grünen Tisch von gutem Journalismus erwarten würden, ist auch seit Jahren Realität. Wahrscheinlich schon immer.Wir sollten uns Gedanken machen, wie wir den Wissenschaftsjournalismus besser machen, und nicht einfach die Teile abschaffen, die uns grad mal nicht passen.

Nicht zuletzt: Sollten wir wirklich alle auf pseudoaktuelle Wissenschafts-News verzichten und nur noch Erklärbär-Artikel auf Review-Niveau schreiben, dann würde das Volumen von Wissenschaftsberichterstattung in den Medien ganz schön absacken. Und ich weiß genau, wer dann noch viel, viel lauter über den Wissenschaftsjournalismus jammern würde.

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[1] Und das ist nur aus Sicht des Journalismus. Was sollen die Pressestellen denn die ganze Zeit machen, wenn sie alle drei Jubeljahre nen Review präsentieren dürfen?

[2] Jaja, ich weiß, es ist auch total wichtig, dass der Kram inhaltlich richtig ist. Aber wenn wir ernsthaft derart banale Sachen noch diskutieren müssen, hat die Branche vielleicht ganz andere Probleme als die gelegentlich fehlende Einordnung.

[3] In meiner Wahrnehmung ist gerade dieser Punkt in den letzten Jahren sogar besser geworden – durch spezialisierten Wissenschaftsjournalismus in den Redaktionen, aber vermutlich auch durch stärkeres Problembewusstsein.

Lars Fischer

Veröffentlicht von

www.fischblog.com

Ich bin gelernter Chemielaborant und habe ab 1999 in diesem Beruf gearbeitet. Anschliessend habe ich an der Uni Hamburg Chemie studiert. Seit dem Abschluss Ende 2006 veröffentliche ich Beiträge in meinem Fischblog und verkaufe Artikel an andere Publikationen. Seit 2008 wohne ich im Raum Heidelberg und bin bei Spektrum der Wissenschaft für das Blogportal Scilogs verantwortlich. Daneben arbeite ich als freier Journalist und Redakteur unter anderem für die digitalen Angebote von Spektrum, veröffentliche auf verschiedenen Social-Media-Plattformen und experimentiere mit Mobile Reporting. Zu meiner Webseite

18 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Und noch zu allerallerletzt, was würden denn die Leser sagen, wenn Journalisten keine Studien mehr erwähnen würden?
    Ganz ehrlich: Hätte ich die Geduld jede Theorie zu beweisen oder zu widerlegen, dann wäre ich Wissenschaftler geworden!

    Die Freude am Lesen der Studien bedeutet für mich das Anregen meiner Fantasie! Ich möchte wild herumspekulieren dürfen, wo die Reise hingeht.
    Ganz wichtig dafür ist aber, dass der Grund der Spekulation seriös ist. Also, dass echte Wissenschaftler sich Mühe und Hirnschmalz hinein gaben. Sonst ist das Fantasiegebäude porös!

    Es mag egoistisch klingen und auch sein. Doch ich sehe für mich keinen großen Unterschied zwischen einem Roman und Spektrum der Wissenschaft.
    Ich werde in eine fremde Welt entführt, deren Grundstock einmal der Autor und einmal der Jourmalist legen.
    Und erst hernach, oder beiläufig lerne ich etwas mehr über die Welt oder die Menschen die sie erforschen!

    Ich bin froh, dass es Wissenschaftsjournalisten wie Euch gibt. 🙂
    Danke!

  2. Und Kriegsberichterstatter sollen erst in Friedenszeiten veröffentlichen?

    Stop reporting single tweets, no matter how sexy (these are probably false).

  3. > Lars Fischer sagt: Wenn irgendwo eine Forscherin, beziehungsweise ihre Pressestelle, uns erzählt, dass nach ihren Ergebnissen Autofahren impotent macht, dann kann unser Publikum völlig zu Recht erwarten, dass wir da mal draufgucken. Dafür sind wir schließlich Journalisten.

    Ich habe ja nichts dagegen, wenn Sie solche Dinge irgendwo in einen „Hohlspiegel“ verfrachten. Den lese ich zur Ablenkung, wenn ich gerade auf die Zahnbehandlung warte (alle fünf Jahre einmal).

    Den Lesern im Alltag solchen Bullenstoff unter die tägliche Lektüre zu mischen (vielleicht weil Sie von was leben müssen) ist nicht die feine Art. Ich mache mir nicht die Mühe, das Zeugs wieder auseinander zu sortieren. Da lese ich lieber woanders.

    • Ob man nun selbst eine Studie für relevant hält ist jedem Leser selbst überlassen. Klar, nicht jede Studie ist seriös, oder durch Nachfolgestudien gesichert worden. Aber es geht hier um öffentliches Interesse oder einfach nur um die Unterhaltung der Leser.
      Der Journalismus kann allenfalls dafür sorgen, dass möglicherweise vieldukutierte Studien und Forschungsergebnisse nicht zu sehr überinterpretiert werden (sei es um die Impfung im Zusammenhang mit Autismus, oder anderes). Die meisten Zeitungen werden in ihrem Sensationsgeheische trotzdem nur Schlagwörter verwenden, die die Informationen verwässern. Da sind dann die Jounalisten gefragt, die sich nüchtern und kritisch mit solchen Themen auseinandersetzen, aber auch die Leser, die sich weiterinformieren. Letztere haben jedoch selten bis nie wissenschaftlich denken müssen (die meisten Jedenfalls). Das bedeutet: Selbst wenn man Ihnen knallhart ins Gesicht sagen würde, dass die Ergebnisse noch auf weitere Belege warten, wird es viele Leute geben, die ein Ergebnis für wahr halten und ihre Konsequenzen ziehen (am Beispiel der Impfung ließen sie ihre Kinder nicht mehr Impfen).
      Im Extremfall beziehen sich einige Leute sogar auf die hanebüchernsten Studien von Pseudowissenschaftlern, weil sie darin einen Beleg sehen. Wenn unter hunderten negativstudien eine positivstudie über Autismus durch Impfung liegt, werden diese Leute sich für im Recht und die hunderte an anderen Studien für „von der Pharmalobby bezahlt“ betrachten.

      Man kann also machen Sensations-Blättern (z.B. BILD) vorwerfen dass sie unkritisch sind… das wäre aber nichts neues. Wichtiger finde ich daher, dass es Jounalisten mit der nötigen wissenschaflichen Logik gibt, die Forschungsergebnisse anschaulich erklären können, aber auch in ihren Artikeln kritisch hinterfragen. Denn für Interessierte Leser kann das dann den weiteren Weg der Recherche ebenen. Dass der Rest einfach eine „dumme Masse“ ist, dafür kann weder die Wissenschaft was, noch der professionelle Teil des Wissenschaftsjounalismus. Das muss man eben leider aushalten.

      • Kleiner Nachtrag:

        Wissenschaftliche Studien werden manchmal auch wegen des öffentlichen Interesses durchgeführt, so sinnlos sie für die Wissenschaft erscheinen.
        Wenn also eine Forscherin eine Studie zu Autofahren und Impotenz macht, dann sicher nicht, weil es für die Wissenschaft so unheimlich wichtig ist. 😉

  4. Berichte über Forschungsresultate liest man inzwischen unter fast jeder Rubrik, nicht zuletzt weil es in der Forschung auch viel Kurioses gibt und die Zeitung ja als „News“-Paper erfunden wurde. Die Suche nach Neuem, nach Bewegendem, nach Serendipität entspringt wahrscheinlich einem Grundzug des menschlichen Wesens und erklärt auch warum Humor als Ausbruch aus dem Erwarteten und den vorgefertigten Denkroutinen so spannungslösend und befreiend wirkt.

    Forschung als News – dagegen lässt sich nichts einwenden, denn der Verzicht darauf würde die Forschung für einen Grossteil der Menscheit aus dem Alltag verbannen.

    Das macht es jedoch nicht falsch, auch vermehrt über den aktuell gesicherten Forschungsstand zu berichten. Das ist nämlich neben dem Sensation-Seeking ein anderer Grundzug des Menschen: Er will die Welt verstehen, was traditionell im Kleid des grossen Narrativs daherkommt, früher noch in der Form der Saga und des Mythos, zwischenzeitlich dann in der Form des grossen umwälzenden Reports z.b. des Club of Romes („Limits to Growth“) und heute können wir uns vielleicht schon daran wagen, mit Berichten über den Stand der Wissenschaft ein ähnlich breites und universelles Bild unserer Welt zu modellieren wie es früher im geistigen Bereich die überlieferten, religiösen Bücher und Schriften taten. Nur mit dem Unterschied, dass die Entstehung der Welt, der Geschöpfe und des Menschen nun nicht mehr geglaubt werden müssen sondern gewusst werden können.

    • @ Herr Holzherr :

      Nur mit dem Unterschied, dass die Entstehung der Welt, der Geschöpfe und des Menschen nun nicht mehr geglaubt werden müssen sondern gewusst werden können.

      Angemessener wäre es womöglich vom gerade in D gepflegten Begriff ‚Wissen‘ ein wenig wegzukommen und bspw. von empirisch adäquaten (auch: ‚evidenzbasierten‘) Theorien zu schreiben oder zu sprechen oder gar den Begriff der ‚Erkenntnis‘ (vgl. „Scientia„) zu nutzen.
      Kleine Beobachtung am Rande:
      -> http://scilogs.spektrum.de/babylonische-tuerme/das-kuscheluniversum/ (‚Panspermie‘) [1]

      MFG
      Dr. W

      [1] übrigens sind auch bestimmte Theorien, die sich auch im jüdischen Raum finden, die behaupten, dass die Erde ca. 6.000 Jahre alt oder ein wenig älter sind, nicht falsifizierbar, sofern Fossilien sozusagen zielgerichtet vergraben worden sind (um göttlicherseits wissenschaftlich fehl zu lenken) – philosophisch betrachtet

  5. Genau. Nicht zuständig für letzte Wahrheit, aber für eine kritische Berichterstattung. Dass es validere und weniger valide Studien gibt, gehört zur kritischen Einordnung selbstverständlich per se dazu. Ein/e gut ausgebildete/r Wissenschaftsjournalist/in hat dies verinnerlicht.

  6. Für letzte Wahrheiten bin ich nicht zuständig

    Es ist halt mit der Wissenschaft ein Geknete, ein soziales Gerühre, und es ist gut Faktenwissen und Theoriewissen nicht als absolutes Wissen zu begreifen und die Meinung ein wenig zurückzuhalten.
    Wer Relevantes berichtet, macht alles richtig, wobei die Relevanz keineswegs immer klar ist, insofern bleibt die Sache eine schwierige.

    MFG
    Dr. W

  7. Ich finde es allerdings bedenklich, wenn eine Studie als die neue Wahrheit verkündet wird. Autofahren macht impotent!
    Im Spiegel konnte man letztens lesen, dass Vögel wohl doch keine Nachkommen der Dinosaurier sind und dass der kleine Flores-Mensch wohl doch keine eigene Art ist. Es ging um einzelne Studien, die (soweit ich es verfolgen konnte) keinen Umschwung unter Fachleuten bewirkt haben. Hier erscheint es mir wünschenswert, dass die Journalisten einen breiteten Konsens abwarten, oder wenigstens mehrere Meinungen abfragen.

  8. Pingback: Markierungen 08/07/2014 | Snippets

  9. > kereng 6. August 2014 20:02,
    > Ich finde es allerdings bedenklich, wenn eine Studie als die neue Wahrheit verkündet wird. Autofahren macht impotent! Im Spiegel konnte man letztens lesen, dass Vögel wohl doch keine Nachkommen der Dinosaurier sind und dass der kleine Flores-Mensch wohl doch keine eigene Art ist.

    Ich formuliere mal angelehnt an Lars Fischer: Mögen diesen Schreiberlingen die Eier abfallen.

  10. In diesem Zusammenhang ist interessant, was Ludwik Fleck in den 1930er Jahren über die Populärwissenschaft geschrieben hat. Obwohl die populäre Wissenschaft nach Fleck „Wissenschaft für Nichtfachleute, also für breite Kreise erwachsener, allgemein gebildeter Dilettanten“ ist, spielt sie auch für die Fachleute eine bedeutende Rolle. Sie zeichnet sich durch den „Wegfall der Einzelheiten und hauptsächlich der streitenden Meinungen, wodurch eine künstliche Vereinfachung erzielt wird“ aus. „Der Gipfel, das Ziel populären Wissens ist die Weltanschauung“ (ebd.) und diese allgemeine Weltanschauung „sie mag auch nur ein gehobenes Gefühl von der Zusammengehörigkeit allen menschlichen Wissens sein, oder Glaube au die Möglichkeit einer Allwissenschaft, oder Glaube an eine, wenn auch begrenzte Entwicklungsfähigkeit der Wissenschaft“ ist auch die Basis oder das Fundament allen wissenschaftlichen Arbeitens: „Gewissheit, Einfachheit, Anschaulichkeit entstehen erst im populären Wissen; den Glauben an sie als Ideal des Wissens holt sich der Fachmann von dort. Darin liegt die allgemeine erkenntnistheoretische Bedeutung populärer Wissenschaft.“
    Bemerkenswert ist, dass Fleck die populäre Wissenschaft nicht nur als einen einseitig gerichteten Informationsfluss von den Fachleuten, den Experten, hin zu den Laien ansieht, durch welchen das interessierte Publikum sozusagen über die Ergebnisse der Forschungen der Wissenschaftler in Kenntnis gesetzt wird. Populäre Wissenschaft hat auch nicht in erster Linie eine rechtfertigende Funktion, aus der die Investitionen der Gesellschaft in wissenschaftliche Forschungen für den allgemeinen Erkenntnisgewinn als sinnvoll und gewinnbringend für die ganze Gesellschaft eingeordnet werden kann. Die wesentliche Rolle für die Fachwissenschaft selbst besteht darin, dass die Wissenschaftler aus der populären Wissenschaft selbst ihren Erkenntnisoptimismus und ihr wissenschaftliches Gesamtbild von der Welt beziehen. Das populäre wissenschaftliche Weltbild bildet für die forschenden Wissenschaftler selbst das stabile Fundament, auf dem sie sozusagen ihre vorläufigen, instabilen und provisorischen Gebäude der Spitzenforschung errichten können. Gleichzeitig bildet es den Konsens mit den Laien über die Möglichkeiten und den Fortschritt der Wissenschaften, der ohne dieses stabile Fundament durch Rückschläge und Irrtümer leicht erschüttert werden könnte.

    So gesehen ist die Sorge der Wissenschaftler gut verständlich.

    • Kommt noch dazu, dass Forscher auch Laien sind, wenn es um die Forschung auf anderen Gebieten geht. Über andere Forschungsgebiete als ihr eigenes nehmen sie als Quelle meist ebenfalls populärwissenschaftliche Berichte.
      Forscher lassen sich scheinbar auch von Science-Fiction Filmen und Büchern beeinflussen, weniger in ihrer aktuellen Forschung als im Entscheid überhaupt in die Forschung zu gehen.
      Michio Kaku, ein bekannter Physiker, der sich immer wieder gern zu Zukunftsfragen äussert meint dazu:

      When I was a kid, not only did I have Albert Einstein as this role model — this shining figure on a quest to complete a theory of everything — I used to always watch Flash Gordon on Saturday mornings. I was hooked. I mean, rocket ships, ray guns, aliens from outer space; that’s for me.

      Years later, I began to realize that the two passions of my life — that is, physics and understanding the future are really the same thing — that if you understand the foundations of physics, you understand what is possible and you understand what could be just beyond the horizon

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