Informationen zum derzeitigen gefährlichen Durchfallerreger EHEC (Update)

Was man über enterohämorrhagische Escherichia coli-Bakterien (EHEC) und über das durch sie verursachte hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) wissen muss, hat Lars hier schon gut zusammengefasst. Zurzeit ist die Infektionsquelle leider noch unbekannt, wird aber von einem Team des Robert-Koch-Instituts in Hamburg gesucht, da dort bisher die meisten HUS-Fälle gemeldet wurden. Man sollte wissen, dass solche Bakterien natürlicherweise im Darm von Wiederkäuern vorkommen und über Kot auf den Menschen übertragen werden können. Normalerweise werden in Deutschland jährlich rund 900 Infektionen durch die EHEC-Bakterien gemeldet, um so verwunderlicher ist es also, dass derzeit so viele Infektionen auf einmal auftreten, die Zahl der schweren Verläufe der Krankheit zudem sehr ungewöhnlich und die Altersgruppen untypisch sind. Grund dafür könnte ein neuer Serotyp des Bakteriums sein, der durch eine Mutation des Erbguts zustande gekommen sein könnte. Genauere Analysen und Untersuchungen muss man jedoch abwarten. Bis dahin sollte man nicht in Panik geraten und sich über dieses Thema genauer informieren. Im Folgenden habe ich mal ein paar Links zusammengestellt, wo man gute und kompetente Informationen erhält:
 

 

  Update 26.5.:

 
  Update 27.5.: 
 

 

Update 28.5.: 

Update 29.5.:

  • Die DGfN hat ein Register zur Erfassung EHEC-bedingter HUS-Fälle initiiert und kurzfristig 20.000 EUR für die Einrichtung und Pflege des Registers und die Auswertung der Daten zur Verfügung gestell (EHEC-Register)

Update 30.5.:

Update 31.5.:

 

Update 1.6.:

Update 2.6.:

Update 3.6.:

Update 4.6.:

Update 6.5.:

Update 7.5.:

(Anmerkung: In dem oben verlinkten PDF wird gesagt "Das Reservoir für EaggEC sind nach derzeitigem Kenntnisstand Menschen, während es für STEC/EHEC Stämme Tiere und zwar hauptsächlich Wiederkäuer sind. Das Nationale Referenzlaboratorium für E. coli am BfR hat den Erregertyp EaggEC bisher nicht bei Tieren und in Lebensmitteln finden können." Anzumerken bleibt, dass EAEC durchaus in Tieren schon nachgewiesen wurden, diese allerdings nicht das AggR-Gen besitzen, welches humanpathogene EAEC-Stämme tragen.)

Update 8.5.:

Update 9.6.:

Update 10.6.:

Update 14.6.:

Update 15.6.:

Update 16.6.:

 

Update 17.6.:

Update 20.6.:

Update 23.6.:

 
Update 24.6.:
 
 

Sebastian Reusch

Veröffentlicht von

Sebastian Reusch ist studierter Biologe und spezialisierte sich auf molekularbiologische Fächer wie Genetik und Zellbiologie. Seine Abschlussarbeit machte er am Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin, wo er an Prozessen in weißen Blutkörperchen forschte.

18 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Irritation …

    Hat mal jemand an Salatsoße gedacht, oder wieso sind sie nur so auf Gemüse fixiert?
    Die Sprossen habe ich noch nachvollziehen können, aber … und wo sind die Viecher, in denen das Bakterium entstand, oder ist die Frage viel zu naiv?

  2. @Theres

    Auf Gemüse ist man wegen der epidemiologischen Studie des Robert-Koch-Instituts fixiert, über die du hier nachlesen kannst. Ich zitiere aber gerne das Wichtigste:

    Im Rahmen der Untersuchungen zu dem EHEC/HUS Ausbruchsgeschehens führt das Robert Koch-Institut weitere epidemiologische Studien durch, darunter Fall-Kontroll-Studien, Online-Befragungen und das Nachverfolgen einzelner auffälliger Ausbruchsgeschehen (siehe Epidemiologisches Bulletin 22/2011). Für zwei dieser Studien liegen erste Ergebnisse vor.

    In einer Fall-Kontroll-Studie wurden 46 Patientinnen und Patienten mit HUS- oder EHEC- Infektion in Bremen, Hamburg und Lübeck vom 29. Mai bis 2. Juni 2011 ausführlich hinsichtlich der verzehrten Lebensmittel befragt, auch zu solchen Lebensmitteln, die noch nicht Eingang in die in Hamburg durchgeführte und bereits am 25. Mai 2011 veröffentlichte Studie gefunden hatten. Diese Ergebnisse wurden verglichen mit 2100 gesunden Kontroll-Personen, mit demselben Geschlecht, derselben Altersgruppe und derselben Wohnregion. Während 84 % der Patienten Salat verzehrt hatten waren es unter den gesunden Kontrollpersonen nur 47 %. Ebenso lag der Anteil in Bezug auf Verzehr von Gurken bei Patienten bei 75 % gegenüber 50 % und für Tomaten entsprechend bei 80 % gegenüber 63 % bei gesunden Kontrollen. Insgesamt 95 % der Fälle hatten mindestens eine der drei Gemüsearten verzehrt. Statistische Berechungen dieser Daten ergaben, dass der Verzehr von rohen Tomaten, Gurken und Blattsalaten weiterhin signifikant mit der HUS-Erkrankung assoziiert ist.

    In einer gemeinsamen Studie zu einer Häufung von Fällen mit dem Gesundheitsamt Frankfurt und dem Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen in einem Unternehmen in Frankfurt wurde festgestellt, dass Mitarbeiter, die von der Salattheke der Kantine gegessen haben, fast 7-mal so häufig blutigen Durchfall bekommen haben wie Mitarbeiter, die keinen Salat gegessen hatten. Andere Nahrungsmittel, die untersucht wurden, zeigten keinen solchen Zusammenhang.

    Diese beiden voneinander unabhängigen und methodisch unterschiedlichen Studien unterstützen die Ergebnisse der ersten Fall-Kontroll-Studie, deren Ergebnisse am 26. Mai 2011 vorgestellt worden waren. Somit gilt aus epidemiologischer Sicht, dass der Verzehr von Blattsalaten, Tomaten und/oder Gurken in Norddeutschland weiterhin als höchstes relatives Risiko für die Erkrankungen in Betracht gezogen werden muss. Die Verzehrsempfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung hat daher weiterhin Bestand, bis epidemiologische Studien und Untersuchungen an Lebensmitteln neue Hinweise ergeben, die Erregerquelle gefunden oder keine neuen Patienten mehr erkranken.

    Deine Frage zum Urpsung des Bakteriums ist keinesfalls naiv und durchaus berechtigt. Leider muss ich dir aber sagen, dass man so etwas fast kaum zurückverfolgen kann, da es in der Natur der Bakterien liegt, dass sie untereinander DNA und Gene austauschen und so neue genetische Konstitutionen, wie im derzeitigen Fall, entstehen können. Das kann immer und überall passieren, wo gerade die entsprechenden Bakterien vorhanden sind.

  3. Theres

    Danke, Sebastian,
    und das ist ein klares Indiz, allerdings steht dort eben nichts vom Rest, was mich ja so irritierte. Man tut doch normalerweise etwas auf den Salat. Außer mir kenne ich keinen, der Salat in Restaurants oder Kantinen ganz ohne Dressing futtert.
    Hat man die Dressings untersucht – oft Fertigprodukte?

  4. @Theres: Dressing

    Gute Frage, finde ich. Das RKI aktuell:

    „Auf Grund der bereits veröffentlichten Evidenz, dass der Verzehr von Tomaten, Gurken und Blattsalat mit dem Ausbruch assoziiert ist, führt das RKI bereits seit Donnerstag eine dritte Fall-Kontroll-Studie durch, in der speziell der Verzehr von Salat-Zutaten, wie zum Beispiel auch Sprossen, als möglicher Risikofaktor untersucht wird.“

    Hoffentlich ist bei den untersuchten Salat-Zutaten auch das Dresssing. Bisher ist das Krisenmanagement ja nicht so, daß man sich entspannt zurücklehnen und die Experten ihren Job machen lassen kann.

  5. Ob Dressings auch untersucht werden, weiss ich nicht. Die einzige Auskunft, die sich derzeit dazu finden lässt, hat Jürgen ja bereits zitiert. Die Wissenschaftler können auch nur das untersuchen, was die zuständigen Behörden einsammeln und ihnen zukommen lassen und da ja jetzt überall die Rede von einem mangelhaften Krisenmanagment ist, weiss ich nicht, wieviele Proben man überhaupt einsammelt.

  6. Oh … Fall- Kontroll- Studie

    „Bei beiden Gruppen wird nun ermittelt, ob in der Vergangenheit eine Exposition gegenüber potentiellen Risikofaktoren vorlag …“
    Das hilft kaum weiter, falls es noch verkauft oder genossen wird. Sie sollten das Zeug im Labor untersuchen, falls Briefchen mit Fertigdressing oder was auch immer angeboten wurde ( früher an der Mensa gab es Töpfe, aus denen geschöpft wurde), überhaupt eingesammelt worden ist. Bakteriennachweis durch Fragen funktioniert eher nicht und wer Salat aß, weiß man doch schon. Bin ich vernagelt, oder … also, ich erleide einen Vertrauensverlust und beginne die Kritik am RKI für angebracht zu halten.

  7. @Theres

    Irgendwie muss man die Quelle ja identifizieren und da ist eine Fall-Kontroll-Studie genau das Richtige, schliesslich muss man ja den Lebensmittelkreis, den man abzusuchen hat, eingrenzen, da man den Wissenschaftlern nicht tausende willkürlich ausgesuchte Proben zum Analysieren schicken kann. So funktioniert das nicht und so lange ist die Quelle natürlich noch aktiv. Ich finde daran absolut nichts kritikwürdiges und schon garnicht würde ich das RKI allein für das anscheinend schlechte Krisenmanagment verantwortlich machen, denn da gehören bundeslandübergreifend viel mehr Parteien dazu. Zudem ist ja auch ein Problem, dass der derzeitige Erreger eine sehr hohe Inkubationszeit von bis zu 13 Tagen hat und bis dahin ist manches Essen, was als Infektionsquelle in Frage kommen könnte, wieder vernichtet oder verkauft und nur sehr schwer zurückzuverfolgen. Eine andere Sache ist die, dass das Lebensmittelscreening in den Labors auch Tage dauert und nicht so schnell geht, wie erwünscht. Gewisse Untersuchunhgen brauchen halt ihre Zeit. All diese Faktoren und noch viel mehr müssen mit einbezogen werden, wenn man sich eine Meinung bilden will und zu sagen, die Deutschen hätten komplett versagt, finde ich schlichtweg primitiv, da die Analyse des EHEC-EAEC-Hybrids sehr schnell vonstatten ging und das Erbgut in sagenhaften 3 Tagen entschlüsselt wurde. Auch die Problematik über die die Spanier derzeit wettern, dass wir Deutschen angeblich ohne Grund ihre Gurken als Infektionsquelle vermuteten, halte ich für überzogen. Schliesslich hat man auf ihren Gurken ja einen EHEC-Erreger nachgewiesen, bloß einen anderen Serotypen. Ist doch logisch, dass die Bundesregierung dann sofort Alarm schlägt, dass spanische Gurken evtl. die Infektionsquelle wären. Im Moment habe ich sowieso das Gefühl, dass man viel mehr jammern, einfordern und schimpfen möchte als es derzeit angebracht wäre.

  8. @Theres

    Ich habe letztens im Fernsehen sogar ein Interview mit einen Arzt gesehen, der auf seiner Station EHEC-Infizierte, die teilweise HUS ausgeprägt haben, behandelt. Das Erstaunlichste was er sagte, war, dass unter den Infizierten Vegetarier, Laktoseintolerante, Gemüsemeider und -hasser dabei wären, also immer ein Schlag von Mensch, der eine gewisse Nahrung garnicht zu sich nimmt. Es wird also der Eindruck erweckt, dass die Infektionsquelle noch verzwickter versteckt ist als angenommen und vielleicht, wie ich es im Moment vermute, niemals gefunden wird.

  9. @Sebastian R.

    Danke für deine Geduld!
    Es wird jedenfalls länger dauern, als die Medien durchhalten. Vielleicht irgendeinen Großlieferant von Fertignahrung oder Zusätzen zu finden … oh je.
    Ich meine inzwischen, die Kommunikation stimmt nicht oder ist nicht hinreichend abgestimmt, Fragebögen per Post zu verschicken ist altmodisch und einige Medien tun ein übriges. Deshalb lese ich hier mit, die Links inklusive und was für ein Glück, dass ich Schmorgurken mag (die echten sind bis jetzt auch noch unverdächtig).

  10. Immer noch am Nachdenken … sorry

    @Sebastian R.
    Du hast geschrieben: „Ich habe letztens im Fernsehen sogar ein Interview mit einen Arzt gesehen, der auf seiner Station EHEC-Infizierte, die teilweise HUS ausgeprägt haben, behandelt. Das Erstaunlichste was er sagte, war, dass unter den Infizierten Vegetarier, Laktoseintolerante, Gemüsemeider und -hasser dabei wären, also immer ein Schlag von Mensch, der eine gewisse Nahrung gar nicht zu sich nimmt“

    — Das ist aber nur erstaunlich, wenn man nur auf reine Nahrungsmittel fixiert ist. Die isst man aber nie einfach so. Hinzu kommen die vielen Helferlein, also die Convenience- Produkte, auf neudeutsch.
    — Dann kann es doch nicht so schwer sein herauszufinden, welches Nahrungsmittel, welches Fertigprodukt oder eher Halbfertigprodukt all diese Patienten gegessen haben (und sei es die Butter oder Margarine auf dem Brot, Kräuter haben sie untersucht, hab ich gehört. Es muss da etwas geben, eine Vorstufe vielleicht. Dem kommt man mit statistischen Methoden nicht bei, die keine Kausalität bedeuten muss, außerdem wird eine Bakterienbesiedelung im Labor bewiesen oder widerlegt … ich höre ja schon auf.

  11. @Theres

    Leider gibt es keine Einblicke was, wie, wo untersucht wid, weswegen eine Einschätzung echt schwer fällt. Ich finde die Ergebnisse der Fall-Kontroll-Studie allerdings recht eindeutig und somit ist es absolut vertretbar weiterhin Gemüse zu untersuchen. Man muss dabei aber sicherlich auch anderen Spuren nachgehen, die es – kann ich leider nur vermuten – bisher anscheinend nicht gibt. Bei der Sprossengeschichte ist meines Erachtens auch noch nicht das letzte Wort gesprochen und vielleicht ist es ja doch die lang ersehnte Infektionsquelle. Natürlich kann auch Convenience-Food eine mögliche Quelle der Infektion sein, zwar nicht bei sterilisiert verpacktem Essen, aber dafür bei anderen Sorten, wie etwa Tiefkühlkost, da E.coli-Bakterien niedrige Temperaturen überleben können. Anderes Essen, wie etwa aus der Tube nachdem es schon „behandelt“ wurde, kommt für mich – ich drücke mich mal vorsichtig aus – als Infektionsquelle eher nicht in Frage, da men EHEC bisher geschichtlich hauptsächlich in Frischfleisch, Milch und auf Gemüse nachgewiesen hat.

    Die statistische Methode ist im Moment die beste Methode, um der Infektionsquelle auf die Schliche zu kommen, daher gehen wir ihr ja nach und das ist vollkommen richtig so. Weiterhin muss man natürlich infizierte Personen zu weiteren Details ihrer vergangenen Nahrungsmittelaufnahme befragen, da der Keim aber eine Infektionszeit von bis zu 13 Tagen hat, fällt es den meisten Personen sehr schwer sich daran zu erinnern, was sie beispielsweise vor 2 Wochen zum Essen hatten. So etwas merkt man sich schlichtweg nicht. Kein Wunder also, dass die Suche nach der Infektionsquelle verzwickt ist. Ich stimme unserem Bundesminister für Gesundheit Daniel Bahr daher teilweise zu, da er heute auf der EHEC-Krisensitzung gemeint hatte, dass es ein typisches deutsches Problem sei, dass wir uns ständig beschweren und alles als suboptimal einstufen, erst recht, wenn etwas nicht schnell vonstatten geht. Da ist sicher ein Stück Wahrheit dran, da unsere Wissenschaftler ja, wie bereits gesagt, top Arbeit bisher leisten und im Akkord arbeiten.

    Die Bakterienbesiedlung wird bewiesen oder widerlegt, das ist richtig, diese Untersuchungen brauchen allerdings auch ihre Zeit, erst recht, wenn man wahrscheinlich sehr sehr viele Proben hat, die untersucht werden müssen. Man kann es als ein großes Trial&Error-Spiel sehen, bei dem die Behörden den Wissenschaftlern Lebensmittelproben zukommen lassen und diese dann abgesucht werden. Wenn eine Probe keinen Keim aufweist, geht es zur nächsten. Wer aber Geduld hat und die richtigen Schlüsse zieht, wird der Infektionsquelle schon auf die Schliche kommen. Es wäre aber naiv von mir, wenn ich nicht auch erwähnen würde, dass wir die Quelle evtl. niemals finden werden.

  12. @Sebastian: Krisenmanagement

    Damit wir einander nicht mißverstehen: die Kritik betrifft nicht die Labore oder Ärzte sondern das Management.

    Bahr hat eben nicht recht, daß es typisch deutsch ist, eine neue Behörde zu fordern. Es ist nicht optimal, daß zumindest nach außen die Kompetenzen zwischen Bund und Ländern und zwischen Verbraucherschutz- und Umweltministerium nicht klar erkennbar sind.

    Es bräuchte eine klare Bündelung der Kompetenzen und eine klare Verteilung der Ressorts: für die Öffentlichkeit, die Ärzte, die europäischen Partner. Z.B eine eigene Informationswebsite, die bidirektional funktioniert, d.h. daß Theres z.B. seine Frage nach dem Dressing dort stellen könnte. Eine website, die auch Sonn- und Feiertags aktualisiert wird. Eine Evaluation der Vorgehensweise. Gegenwärtig gibt es zwei Gruppen von Verbrauchern: die einen essen gar keine Rohkost mehr, die anderen ignorieren alle Warnhinweise. Beides war nicht beabsichtigt.

    Gestern hielt ich denselben erbaulichen Vortrag meinem Onkel beim Mittagessen, der als Professor für Wasserbau (inzwischen emeritiert) ein internationales Netzwerk von Projekten betreut. Er antwortete: „Genauso machen wir es, wenn wir in entwickelnden Ländern ein neues Projekt starten.“ Es ist schon kritikwürdig, wenn das in einem entwickelten Land nicht funktioniert.

  13. @Jürgen Bolt

    Anfangs war die Kritik auch an die Wissenschaftler gerichtet. Das hat sich allerdings wieder gelegt. Zum Managment – naja – kann man nicht viel sagen, da man keinen Einblick hat und man pauschal nicht sagen kann, ob andere Länder besser mit einem Krisenmanagment umgegangen wären. Selbst der Infektionsbiologe Stefan Kaufmann hat den Erreger unterschätzt, kein Wunder also, wenn die Behörden deswegen auch nur schleppend in die Gänge gekommen sind und erst jetzt merken, dass sie besser kommunizieren müssen. Das soll jetzt aber niemanden in den Schutz nehmen, da mir z.B. auch eine umfassende Seite, die eben auch Sonn- und Feiertags geupdated wird, fehlt und die Aussage von deinem Onkel eine Kritik ja auch nochmal bestätigt. Das Einzige, was ich wirklich zu kritisieren habe, ist eben der fehlende Dialog mit den Bürgern, wie du ja auch schon ansprichst. Ich saß letztens z.B. an einem Tisch mit ein paar Leuten, die sich über EHEC unterhalten und den letzten Mist erzählt haben. Da kamen Sätze wie „EHEC tötet nur alte Menschen mit Immunschwäche; ach ist nicht so schlimm trinke ich halt zwei Tequila nach dem Essen das tötet ja Bakterien ab; man wird nur infiziert wenn man einen schwachen Magen hat, EHEC ist ein Virus, etc.“ Das war wirklich erschreckend, was ich da hören musste und wenn mich – wie in letzter Zeit – viele danach Fragen, was derzeit in Sachen EHEC in Deutschland abgeht, wird offensichtlich, dass eine umfassende Informationsseite fehlt. Aus diesem Grund führe ich ja hier meine Linksammlung weiter fort.

  14. @Theres

    Ja, schon entdeckt! Ziemlich gute Auswertungen, die ich mir auch schon durchgelesen habe. Der Blog wird von einem Postdoc betrieben, der derzeit in der bakteriellen Genomik forscht und sich natürlich breit auslassen kann zu der derzeitigen EHEC-Problematik. Finde ich super, dass er es macht!

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