Word gegen LaTeX – und wer gewinnt?

Fast jeder in der Wissenschaft ist vermutlich schon einmal in eine Diskussion verwickelt worden, ob nun bei der Textverarbeitung Word oder LaTeX für dieses oder jenes besser oder schlechter geeignet sei. Mein Gießener Kollege Markus Knauff, Kognitionspsychologe, und seine Mitarbeiterin Jelica Nejasmic wollten dies genauer wissen und haben kürzlich dazu in Plos One eine experimentelle Studie vorgelegt. Die Ergebnisse schlagen im Netz hohe Wellen, und selbst in der Nature vom 8.1.2015 ist dazu jetzt ein kurzer Beitrag erschienen.

Worum geht es? Für ihre Studie bildeten Knauff und Nejasmic vier Gruppen, Novizen und Experten jeweils im Umgang mit Word oder mit LaTeX. Unter genau definierten Bedingungen mussten die Versuchspersonen drei vorgegebene Texte reproduzieren, eine reine Textseite aus einem wissenschaftlichen Artikel, eine Seite mit einer Tabelle und ein Textstück mit mathematischen Formeln. Sie bewerteten dann die Arbeitsergebnisse der Versuchspersonen nach der Anzahl der orthografischen und grammatischen Fehler, der Anzahl der Formatierungs- und Tippfehler sowie der in einer vorgegebenen Zeit geschriebenen Textmenge.

Das Ergebnis ist überraschend deutlich: Außer im Formel-Text schneiden die Word-Gruppen besser ab als die LaTeX-Gruppen, und zwar um so viel besser, dass selbst die Gruppe der Word-Novizen deutlich bessere Texte liefert als die LaTeX-Experten. Besonders drastisch fällt das Ergebnis bei der Tabellengestaltung aus, und die Fehlerzahl schießt hier in beiden LaTeX-Gruppen gegenüber den Word-Gruppen in die Höhe. Auch der Umfang des erstellten Textes ist in beiden Word-Gruppen größer als in den LaTeX-Gruppen. Nur im Formelsatz schneidet LaTeX hinsichtlich Umfang und Fehlerfrequenz besser ab, die Unterschiede zu den Word-Experten fallen jedoch auch hier geringer aus als die Abstände im umgekehrten Fall bei den beiden anderen Textarten.

Natürlich kann man zu dieser Untersuchung vieles anmerken. Eigentlich werden hier Äpfel und Birnen miteinander verglichen, stellt doch Word eine komplette Autorenumgebung zum Erstellen von Texten zur Verfügung, LaTeX hingegen ist zunächst einmal eine sogenannte „Typesetting Language“, eine Programmiersprache, die eigentlich für den Satz, auf die Erzeugung von formatiertem Text, spezialisiert ist, den Schreibprozess selbst aber nicht unterstützt. Das Erstellen von LaTeX-Dokumenten erfordert deshalb ja auch einen Texteditor, in dem diese geschrieben werden. Das haben Knauff und Nejasmic natürlich berücksichtigt und die Schreiber in den LaTeX-Gruppen die von diesen favorisierten Editoren verwenden lassen.

Außerdem gibt es große Unterschiede in den verschiedenen Fächern. Donald Knuth, der Entwickler von TeX, auf dem LaTeX basiert, hatte bei der Arbeit an seinem mehrbändigen Werk „The Art of Computer Programming“ das Problem fehlerhaften Satzes am eigenen Leib erfahren und mit der Erfindung dieser auf den Satz spezialisierten Programmiersprache darauf reagiert. In der Informatik, der Mathematik, der Physik und anderen „formellastigen“ Disziplinen kommt man seitdem ohne TeX/LaTeX nicht aus, und auch viele Verlage fordern LaTeX-formatierte Texte ein.

Gleichwohl überrascht mich das Ergebnis von Knauffs und Nejasmic‘ Studie nicht. Eine ausgereifte Autorenumgebung wie die, die das Zentrum von Word ausmacht und die zudem nach dem „What you see is what you get“-Prinzip (WYSIWIG) arbeitet, unterstützt uns nun einmal beim digitalen Schreiben weitaus besser als ein rudimentärer Editor, in dem faktisch ein mit Formatierungsanweisungen durchsetzter Programmtext zu erstellen ist. Die Deutlichkeit der Ergebnisse lassen Knauff und Nejasmic auch die Empfehlung aussprechen, im akademischen Bereich LaTeX nur dort einzusetzen, wo tatsächlich Formeln zu gestalten sind, weil andernfalls aufgrund des hohen Zeitverlusts ein zu verschwenderischer Umgang mit Steuermitteln zu verzeichnen sei.

Die Debatte, die seit dem Erscheinen der Studie am 19. Dezember im Netz geführt wird (siehe z.B. die Reaktionen auf Twitter) zeigt, dass hier auch eine gehörige Portion Ideologie im Spiel ist. Und damit sind wir wieder am Ausgangspunkt: Die Diskussionen zur Verwendung von Word oder LaTeX bei der Textverarbeitung werden mit dieser Studie eher angeheizt als überflüssig – das Schreiben eines Textes unterliegt so vielen Rahmenbedingungen und ist ein so zentraler Aspekt unseres intellektuellen Lebens, dass es wohl vor allem mit der akademischen Prägung und Gewöhnung an das einmal Gewählte zu tun hat, welcher Form von Textverarbeitung wir tatsächlich den Vorzug geben.

 

Ergänzung vom 12.1.2015, 9:55 Uhr: Die Autoren haben inzwischen eine Entgegnung auf die vielen Kommentare zu der Studie verfasst.

Veröffentlicht von

www.lobin.de

Henning Lobin ist seit 1999 Professor für Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Von 2007 bis 2016 leitete er dort das interdisziplinäre Zentrum für Medien und Interaktivität, in dem die Auswirkungen von neuen Kommunikationsformen auf Wissenschaft, Kultur und Bildung untersucht werden. Seine Forschungsschwerpunkte bilden die Texttechnologie, die multimediale Wissenschaftskommunikation und der medienkulturelle Wandel durch die Digitalisierung. Gegenwärtig ist er u.a. Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Instituts für deutsche Sprache in Mannheim und des Fachkollegiums "Sprachwissenschaft" bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Bei den SciLogs ist Henning Lobin Autor des Blogs "Die Engelbart-Galaxis" und Gast-Autor im Blog "Wissenschaftskommunikation hoch 3" der ACATECH, für die er auch als externer Experte für Fragen der Wissenschaftskommunikation in sozialen Medien fungiert. Lobin ist Autor von sieben Monografien und hat zahlreiche Sammelbände herausgegeben (Bücher bei Amazon, bei Buch.de und im Buchhandel). Zuletzt erschienen: Engelbarts Traum (Campus, 2014).

16 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Eine ausgereifte Autorenumgebung wie die, die das Zentrum von Word ausmacht und die zudem nach dem „What you see is what you get“-Prinzip (WYSIWIG) arbeitet, unterstützt uns nun einmal beim digitalen Schreiben weitaus besser als ein rudimentärer Editor, in dem faktisch ein mit Formatierungsanweisungen durchsetzter Programmtext zu erstellen ist.

    Klingt ein wenig schroff, aber es müsste schon so sein, dass eine Funktionalität, wie von M$ angeboten, mittlerweile oder „irgendwie sowieso“ besser ist als ein ‚rudimentärer Editor‘,
    Hint:
    Hier geht es auch um Besitzverhältnisse oder proprietäre Software.

    MFG
    Dr. W (der LATEX kennt, wie schätzt)

  2. Für den naturwissenschaftlichen, „formellastigen“ Bereich ist TEX, resp. LATEX, wirklich etwas schöner im Ergebnis als beispielsweise WORD oder auch OPEN OFFICE. Und mit Eingabeumgebungen wie LYX kann man sich vom zugegeben etwas kryptischen LATEX-code mehr oder weniger verabschieden.

  3. Unter den beschriebenen Umständen kann ich mir schon gut vorstellen, dass Word besser abschneidet als Latex. Zwei große Stärken von Latex wurden anscheinend nicht getestet: Die Möglichkeit, Makros zu erstellen und vor allem, wie gut längere Texte wie z.B. Bücher formatiert werden. Das hab ich jetzt schon lange nicht mehr mit Word versucht, erinnere mich aber noch daran, wie vor ein paar Jahren eine Freundin ihre Bachelor-Arbeit in Word geschrieben hat. Aus Performance-Gründen hatte sie für jedes Kapitel ein eigenes Dokument angelegt – und am Ende viel Spaß als sie alles zusammenführen wollte…

  4. Mich überrascht das Ergebnis. In Word passiert es mir immer wieder, dass ich herumdoktere, um genau das erwünschte Erscheinungsbild zu erhalten. Mit Tex und Latex sollte sich doch ein viel einheitlicheres Ergebnis erzielen lassen, vor allem bei grösseren Dokumenten vorausgesetzt man verwendet Makros. Dies jedenfalls behauptet mein Sohn, der seine Arbeiten während des Physikstudiums mit Latex erstellt hat.

  5. „Word gegen LaTeX – und wer gewinnt?“ Meine Antwort: zur Zeit „Niemand“. Als LaTeX-Anwender kenne ich beide Seiten der Medaille.

    Für alltägliche Sachen wie z. B. einen ein- bis zweiseitigen Brief zu schreiben nutze ich inzwischen Word. Einen Brief in LaTeX zu schreiben ist mir persönlich zu umständlich, weil recht simple Abweichungen von der Standardformatierung Recherche erfordern und damit meine Zeit killen. Wenn ich mit LaTeX arbeite, habe ich immer eine bzw. mehrere Referenzen im Hintergrund parat – sei es ein PDF-Dokument oder eine Suchmaschine im Browser. Leider war ich zu faul, mir eine gute Vorlage zu erstellen — irgendwann vielleicht 😉

    Etwas kompliziertere Texte wie z. B. Protokolle oder Studienarbeiten schreibe ich in LaTeX. Einerseits ist es gute Übung für mich — andererseits eine richtige Zeitsenke. Damit die Qualität der Arbeit „gut“ wird, muss ich hierfür meinen Text mehrfach iterieren. Der Editor bzw. die Programmierumgebung unterstützt mich dabei sogut es geht (z. B. beim Referenzieren von Gleichungen/Abschnitten etc.) aber das wars auch schon. Für den Inhalt ist man dann selbst verantwortlich (so sollte es auch meiner Meinung nach sein).

    Zitat: „We conclude that even experienced LaTeX users may suffer a loss in productivity when LaTeX is used, relative to other document preparation systems.“

    Ich sehe die Ergebnisse der Studie als durchaus realistisch. Arbeit mit LaTeX ist zeitaufwendig und fehleranfällig. Dennoch soll eine endgültige Fassung des Texts „glänzen“ und fehlerfrei sein. Damit wird der Zeitaufwand nicht sichtbar.

    Sicherlich wäre es „produktiver“ gewesen, die eine Diplom- oder Bachelorarbeit bzw. das Paper in Word zu schreiben. Andererseits nützt uns dieser Produktivitätsgewinn nichts, wenn die Software oft versagt oder man keine Lizenz des Programmes besitzt. Es ist sicherlich eine Lösung für die Verwaltung oder eine Firma/Institution — aber keine gute Lösung für den Wissenschaftsbetrieb. Da sind die Anforderungen etwas anders.

  6. @me: Wenn man sich am Anfang (!) die Zeit nimmt und wirklich sorgfältig mit den Formatvorlagen in WORD arbeitet, ist das Konzept der Filial- und Zentraldokumente sehr praktisch, da nur relativ kleine Dateien bearbeitet werden müssen (insbesondere bei einem Haufen Grafiken und Tabellen) und nicht das ganze grosse Dokument. Habe ich Anno ’96 bei meiner Dissertation auch schon verwendet und es ging reibungslos.

  7. LaTex ist ein Textsatzsystems und kein Textverarbeitungssystem. Und damit sollte zu diesem Experiment schon genüge gesagt worden sein. Der Vergleich ist schlich absurd.

    Mit entsprechenden LaTex-Modulen kann ich alles machen und bin damit – als Mensch der da gut eingearbeitet ist – meist schneller und meist besser als Profis mit teuren Layout-Programmen. Egal obs um Plakate, reine Texte oder Texte mit Formeln geht.

    Wie man allein das hochsaubere Layout von Latex mit Word vergleichen will, ist mir schlicht ein Rätsel.

    • Ganz so absurd finde ich diese Studie trotzdem nicht. Man kann schon vergleichen, wie die Ergebnisse per Word und LaTeX nach einer definierten Zeit sich voneinander unterscheiden. Word ist schließlich nicht nur ein Autorensystem, sondern *auch* ein Satzsystem, und LaTeX wird in Kombination mit einem Editor *auch* als Autorensystem genutzt.

  8. @Dr. Webbaer: „Klingt ein wenig schroff, aber es müsste schon so sein, dass eine Funktionalität, wie von M$ angeboten, mittlerweile oder „irgendwie sowieso“ besser ist als ein ‚rudimentärer Editor‘,“

    Mit entsprechenden Modulen in Emacs und vim, stelll ich die Funktionalität von Word weit in die dunklste Stelle des Schatten.

  9. Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Berufsbedingt schreibe ich mittlerweile überwiegend in Word, das sich hervorragend weiterentwickelt hat. Auch in Word kann man eben sauber schreiben. Und je mehr Markup-Befehle eine Sprache hat, desto mehr Fehler kann man eben machen.

    Freilich hat LaTeX noch seine Berechtigung. Die visuelle Performance – richtig eingesetzt – ist nach wie vor beeindruckend. Vermehrt sehe ich LaTeX dort, wo automatisiert viel Text gesetzt werden soll, auch in Unternehmen.

    Mein LaTeX-Lehrbuch hat dennoch wohl meist akademische Leser, und auch das ist in Ordnung.

  10. Vergeßt die alten Leute nicht, die nicht mithalten (können). Sind Zahler und Sucher.
    Früher gab’s zwei Drehknöpfe zum Auswählen, heißt Ergonomie. Fernseher hatte Bild.

  11. Und das waren nur Transkriptionsaufgaben, bei denen die Versuchspersonen wenige Gedanken auf den Inhalt verwenden mussten. Beim „echten“ Schreiben, vielleicht noch gemeinsam mit Koautoren, könnten die Unterschiede noch größer ausfallen; sie wären allerdings schwerer zu messen.

    Ich habe mir einen Mittelweg angewöhnt: Texte entstehen in Word oder Google Docs und erst die Endfassung setze ich in LaTeX. Das Markup reduziert sich auf Identifier für Abbildungen und Tabellen sowie Referenzen.

  12. Es wurde bereits gesagt, da wurden Äpfel mit Birnen vergleichen. Um gegen Latex direkt zu vergleichen hätten die Worddokumente auch direkt als XML bearbeitet werden sollen 😉

    Sobald man mehr als ein paar Seiten, Inhalts- und Abbildungsverzeichnisse hat wird Word extrem nervig, auch heute noch. Von der schlechten Usability mal ganz abgesehen.

    Die Lösung ist dann wohl der goldene Mittelweg: WYSIWYM (What you see is what you mean), zum Beispiel mit Lyx. Habe ich meine Diplomarbeit mit geschrieben, das war Spitze. Wenn das Layout erstmal steht kann man sich entspannt auf den Inhalt und die Auszeichnung dessen konzentrieren.

  13. Der Vorredner hat schon darauf hingewiesen. Wenn einmal die Vorlage erstellt ist geht es mit Latex einwandfrei und effizient. Mit Latex ohne geignete Vorlagen rumzubasteln ist eine effiziente Methode sich ins Knie zu schiessen.

    In meinem Berufsleben habe ich nie mit Word gearbeitet, aber unter seinen Auswirkungen gelitten. Die stark gefummelten Worddokumente habe ich nach import in den Interleaf Publisher erst einmal strukturiert entsprechend den Elementen der Vorlage, was den ganzen unstrukturierten Formatierungskrempel des Worddokuments unschädlich gemacht hat.

    Für Interleaf gab es brauchbare Vorlagen und die fertigen Dokumente waren in jeder Hinsicht den Worddokumenten wie sie angeliefert wurden überlegen. Natürlich hat man mir erklärt, Ähnliches könne man auch mit Word erreichen, doch getan hat es keiner, denn in der Praxis war das viel zu umständlich. In Interleaf ging das flott von der Hand. Geeignete Vorlagen sind auch das Um und Auf bei der Verwendung von Latex: http://tubslatex.ejoerns.de/current/tubsdocguide.pdf

    @ Henning Lobin: haben Sie in der Kommuikation mit Ihren Verlegern schon Fortschritte gemacht? Deren Korrekturen von Hand in das Original-Worddokument einzupflegen kann auf Dauer nicht ganz ernst gemeint sein.

  14. Solche Studien überraschen mich. Wieso Latex ? Latex ist ein spezialisiertes Makropaket für Tex. Die Vorzüge liegen bekanntlich im Bereich der Bibliographie und Referenzen. Andere Makropakete für Tex – wie z.b. ConTeXt – sind Allrounder und bieten Funktionen im Kernel, die man in Latex durch Pakete hinzufügen muss. Für einen TeX-Allround-Einsatz, bei dem es auch im die eigene Layout-Gestaltung geht, würde ich eher ConTeXt nutzen. Das ist im Gegensatz zu Latex jedoch nicht erste Wahl, wenn es um das Erstellen von Bibliographien geht. Wo Latex z.b. eine sauberte Zitation in der Fußnote mit \footcite[Vgl.][20]{NameJahr} erzeugt, muss ich im ConTeXt erst mit \footnote( Vgl. \cite[alternative=authoryear, extras={, S.20}][NameJahr]) arbeiten, im Word bekomme ich ohne Bearbeiten der XML Files nicht einmal eine Fußnote ohne Umklammerung hin. In welcher Zitationsvorgabe sieht denn z.b. eine Fußnote „(S.20)“ aus? Mir scheint, MS kann noch nicht einmal zwischen Fußnoten und Inline-Zitation von Hause aus unterscheiden. Dieser Vergleich ist also in jeder Form unangebracht. Nicht nur das ein Textverarbeitungsprogramm wie Word mit einem Textsatzprogramm wie TeX verglichen wird, nein man nutzt auch noch ein spezialisiertes Makropaket wie Latex und driftet damit völlig in die Bereiche jenseits der Wissenschaftlichkeit an, sagen wir Äpfel und Birnen.

  15. Ich finde die Frage völlig unerheblich. Denn wie Sie selbst schreiben, stecken hinter der Verwendung von LaTex meist andere Motivationen als hinter der Verwendung von Word.
    1. Wenn man schon diese Frage stellt, hätte man LaTex gegen Libre Office vergleichen müssen. Beide sind open source verfügbar, die proprietäre Software word nicht.
    2. Man benutzt LaTex nicht, wenn man einfach nur einen Text schreiben will, sondern auch wenn man typologische und ästhetische Anforderungen hat. Daher hinkt der Vergleich mit word.
    3. Unter dem Begriff LaTex-Experte kann ich mir nichts vorstellen. Die Abstufungen dessen, was LaTex kann und was die Benutzer können sind (je nach Fach und Zweck) unheimlich groß — insbesondere die Verwendung mathematischer Zeichen ist ein ganz eigenes Feld. Ich würde mich beispielsweise als sehr erfahren im Umgang mit LaTex bezeichnen, habe keine Probleme, altgriechische Texte umzusetzen, aber für die Wiedergabe mathematischer Formeln müsste ich mich sicher eine Weile einarbeiten.
    4. Ein absolutes Plus bei LaTex, finde ich, ist die Verwendung für wissenschaftliche (Abschluss-) Arbeiten. Während die Benutzer von Word, Libre Office und co. über die Fußnoten und Quellenangaben schimpfen bzw. über das Seitenlayout, lehnen sich LaTex-Benutzer da ganz entspannt zurück und konzentrieren sich auf den Inhalt. Darin sehe ich persönlich die größte Stärke von LaTex.

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