Paralleluniversum entdeckt!

[Liebe Leserinnen und Leser, bitte glauben sie der folgenden Meldung nicht, denn es war mein Aprilscherz 2010. Aber wer weiß? Vielleicht funktioniert das Ganze und wird zu einer ganzen ernsten Meldung in 2020?]

Noch bevor der LHC am CERN Extradimensionen nachweisen konnte, gelang dem ESA-Satelliten PLANCK ("Einsteins Kosmos" stellte ihn vor) der Durchbruch: Ein Paralleluniversum ist nicht länger eine Spekulation – eines gibt es tatsächlich! Diese Erkenntnis geht klar aus den aktuellen PLANCK-Beobachtungsdaten hervor – und das noch bevor er den Himmel komplett abgescannt hatte.

PLANCKs Job
PLANCK fertigt derzeit eine Karte der kosmischen Hintergrundstrahlung an, die sich etwa 400.000 Jahre nach dem Urknall machte und noch heute überall am Himmel als schwaches Glimmen nachweisbar ist. In der Intensitätsverteilung der kosmischen Hintergrundstrahlung steckt eine Menge Information. So weiß  man aus deren Analyse der Hintergrundstrahlung schon seit einigen Jahren, dass das Weltall zum größten Teil aus Dunkler Energie (72%), Dunkler Materie (23%) und nur zum geringsten Teil aus normaler Materie, wie wir sie kennen (5%), besteht. So weit, so gut.

Die Entdecker
Jetzt ist es Forschern um den schweizerischen Kosmologen Lars Zirpech von der ETH Zürich gelungen, eine Aussage über ein anderes Universen zu machen. Wie geht das? Nun, die Karte der Hintergrundstrahlung ("CMB-Karte") bildet den gesamten Himmel ab, den wir von der Erde sehen können. Zirpech und sein Team haben an zahlreichen Stellen der Karte eine seltsame Dopplung von Mustern entdeckt (siehe Beobachtungsdaten von PLANCK im Bild).
Dazu kommentiert Zirpech: "Diese Dopplungen waren schon ein sehr merkwürdiger Zufall. Wir analysierten und verglichen die Muster und kamen zu dem Schluss, dass eigentlich zwei CMB-Karten übereinander liegen." Kosmologen haben schon länger vermutet, dass manche Strukturen mehrfach in die Hintergrundkarte eingeprägt worden sein könnten, aber bislang blieb diese Suche erfolglos. Bis heute. Zirpech bedient sich dem Modell vom Zyklischen Universum (nach Steinhardt & Turok 2001; z.B. hep-th/0103239; siehe Skizze) und erklärt die Dopplung folgendermaßen.

Zwei überlagerte CMB-Karten
Ein Muster der Hintergrundstrahlung stammt von unserem eigenen Universum, nämlich von einem Wasserstoff- und Heliumgas, das diese thermische Strahlung 400.000 Jahre nach dem Urknall auf den Weg geschickt hat – das ist völlig konform mit dem Standardmodell der Kosmologie. Diesem Muster überlagert ist jedoch ein zweites Strahlungsmuster. Zirpech: "Dieser zweite Anteil kommt von unserem Paralleluniversum. Ein zweites Universum ist von unserem über eine vierte, räumliche Extradimension getrennt. Die Hintergrundstrahlung im Paralleluniversum koppelt an ein neuartiges Feld, das wie ein Bote das Muster in unser Universum schickt." Zirpech bezieht sich auf das so genannte Radionfeld, das fester Bestandteil des Zyklischen Universums ist. Das Radion ist dafür verantwortlich, dass unser Universum gegen das Paralleluniversum schwingt – das kann so weit führen, dass beide Universen zusammenstoßen und dabei erneut ein Urknall stattfindet. Weil das periodisch immer wieder und wieder geschieht, spricht man vom Zyklischen Universum.
Das Radion kann sich im gesamten Raum, auch in den Extradimensionen, ausbreiten. Weil sich das Radionfeld bei der Wechselwirkung mit Photonen verändert, vermittelt es die Verteilung der Hintergrundstrahlung im Nachbaruniversum in unser Universum und wir beobachten zwei überlagerte Karten.

Bedeutung der Entdeckung
Diese Forschungsarbeit ist ein Durchbruch für die Kosmologie und es laufen bereits Wetten in der Community, dass Zirpech der nächste Anwärter auf den Nobelpreis für Physik sein wird. Wir können nun versichert sein: Es gibt mehr Dimensionen als Länge, Breite und Höhe und es gibt mehr als nur ein Universum.

Andreas Müller

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Die Astronomie ist faszinierend und schön – und wichtig. Diese interdisziplinäre Naturwissenschaft finde ich so spannend, dass ich sie zu meinem Beruf gemacht habe. Ich bin promovierter Astrophysiker und befasse mich in meiner Forschungsarbeit vor allem mit Schwarzen Löchern und Allgemeiner Relativitätstheorie. Aktuell bin ich der Scientific Manager im Exzellenzcluster Universe der Technischen Universität München. In dieser Tätigkeit im Forschungsmanagement koordiniere ich die interdisziplinäre, physikalische Forschung in einem Institut mit dem Ziel, Ursprung und Entwicklung des Universums als Ganzes zu verstehen. Besonders wichtig war mir schon immer eine Vermittlung der astronomischen Erkenntnisse an eine breite Öffentlichkeit. Es macht einfach Spaß, die Faszination am Sternenhimmel und an den vielen erstaunlichen Dinge, die da oben geschehen, zu teilen. Daher schreibe ich Artikel (print, online) und Bücher, halte öffentliche Vorträge, besuche Schulen und veranstalte Lehrerfortbildungen zur Astronomie, Kosmologie und Relativitätstheorie. Ich schätze es sehr, in meinem Blog "Einsteins Kosmos" in den KosmoLogs auf aktuelle Ereignisse reagieren oder auch einfach meine Meinung abgeben zu können. Andreas Müller

13 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ein Durchbruch

    Ich bin sehr erfreut, dass in dieser Hinsicht endlich ein Durchbruch gelungen ist. Im Nature wurde ja in der Vergangenheit schon öfters berichtet, dass der Nachweis eines Paralleluniversums nicht mehr lange auf sich warten lässt. Ich denke, dass die Forschung auf diesem Gebiet uns noch mehr faszinierende Ergebnisse liefern wird und auch die Verifizierung anderer Universen gelingen wird. In diesem Sinne wünsche ich gutes Gelingen.

  2. Geteilter Nobelpreis?

    Ich nehme an, dass Zirpech den Nobelpreis mit Steinhardt, dem Postulierer des Radionfelds wird teilen müssen. Das wäre mehr als fair.

    Sicher hast du schon diesbezüglich eine e-mail nach Stockholm geschickt. Oder soll ich das diesmal übernehmen?

  3. ganz aktuell

    Ich kriegte gerade einen Anruf von meinem Kumpel Tommer, der als Physiker an der grossen Hadronenschleuder (LHC) beim CERN arbeitet. Er war eigentlich gut drauf…

    Denen sind heut‘ morgen, beim Hochfahren, zwei Tachyonen zusammengekracht, dabei sei, so sagte er, eine kalendarische Singularität mit einem sehr starken kontrahierenden Zeitfeld enstanden. Rund um den LHC sei es seither dauernd der 1.4., alle anderen kalendarischen Momente, sowohl die zurückliegenden als auch die zukünftigen, seien vom extrem stark gekrümmten Zeitfeld der Singularität ergriffen worden und mittlerweile hinter deren Ereignishorizont verschwunden.

    Das Feld breite sich schnell aus, bald werde überall nur noch die Singularität des 1.4. herrschen.

    Er war, wie gesagt, durchaus heiter, denn da ihm, am CERN, die Kalenderdaten schon kollabiert waren, hielt er in der Tat den 1.4. für das einzig MÖGLICHE Datum, für das einzige, das je war und sein wird.

    Er werde sich, so sagte er, sofort daran machen, die Gesamtgeschichte der Wissenschaft, seit ihren Anfängen, im Lichte dieser Einsicht neu zu schreiben. Er sei zuversichtlich, so sagte er, dass er damit erstmals zu einer wirklich kohärenten Sicht der Wissenschaft und der Wirklichkeit gelangen werde.

  4. Parallelwelt

    Klasse, wie Lars Zirpech die im CMB verschlüsselten Informationen richtig gedeutet hat. Man muss halt Anagramme richtig lesen können. Hut ab vor dieser Leistung! Bleibt nur die Frage, in welchem der beiden Universen wir heute leben, und ob und wie wir zwischen beiden wechseln können. Öffnet sich das Tor zu dieser Parallwelt nur einmal im Jahr?

  5. @Wicht

    Vielen Dank für Deinen Hinweis. Es gibt da einen Kausalzusammenhang: Das Radionfeld hat die beschleunigten Protonen im LHC in Tachyonen transmutiert. Das ist ja wirklich erstaunlich, dass dabei eine Zeitschleife etabliert wurde!
    Ob die bis ins Paralleluniversum reicht und dort auch gerade der 1.4. eine fundamentale, kalendarische Rolle spielt?

  6. @ Müller

    Ich seh‘ das mir dem Kausalzusammenhang nicht so recht, vielmehr scheint mir – da müsst man mal die Theologen fragen – eher ein OFFENBARUNGSzusammenhang vorzuliegen:

    Am 1.4. offenbart die Welt ihr wahres Wesen. Sie ist ein Scherz.

    Ein schlechter. Womit nichts gegen GUTE Aprilscherze, die mit den schlechten parallel gehen mögen (wie die Universen) gesagt sein soll.

    Heiterkeit, auch hier in Frankfurt Heiterkeit. Die Singularität ist also schon angekommen.

  7. xytrblk meint: Da könnte mehr dran sein

    Also, wenn ich nicht wüsste, dass in den SciLogs nur seriöse Nachwuchs- und andere Wissenschaftler tätig sind, hätte ich glatt gedacht, dass das ein Aprilscherz ist. Aber da ich als Psychologe von Kosmologie eh nix versteh und glauben muss, was die Aliens von den anderen Falkultäten da Tolles finden und forschen und weil ich als SF-Autor ohnehin alles glaube, schluck ich das mal. Obwohl – wenn das so einfach wäre, im „Buch der Vergangenheit“ zu lesen! Da ich gerade ein Buch über „Die verrückte Welt der Paralleluniversen“ (von Hürter & Rauner) gekauft habe, bin ich natürlich prompt auf die Meldung angesprungen. Well, in einem parallelen Universum habe ich das Buch schon gelesen und bin viel schlauer als zuvor, weiß dass man aus den sensationellen Ergebnissen von CERN sogar rauslesen kann, dass es drei ParUn gibt – in einem hab ich schon vergessen, was ich eben schreiben wollte und in einem vierten weiß ich nicht mal das. Aber es ist ja erst 31. März und die Uhren sind noch nicht auf Prundur-Zeit umgestellt und überhaupt gibt es da den 1. April nur alle 42 Jahre und dann erfährt man den Sinn des Lebens. Aber nur dann.
    Und dann noch dieser seltsame Code, der eingeblendet wird und den ich eingeben soll. Wo? Hier?: 767373 – ist das eine Primzahl? Ein Funkspruch? Ich bin verwirrt.

  8. Anna Gramm verrät:

    Lars Zirpech = Aprilscherz

    Alle, die sich von mir auf den Arm genommen fühlten, sollen sich jetzt von mir tröstend in den Arm genommen fühlen. 😉

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