Nobelpreis für Physik 2011 für die beschleunigte Expansion des Universums

Nun steht es also fest: Der diesjährige Nobelpreis für Physik geht an Saul Perlmutter, Brian P. Schmidt und Adam G. Riess! Die US-amerikanischen Forscher haben entdeckt, dass sich das Universum beschleunigt ausdehnt. Sie sind Experten für sog. Supernovae Typ Ia, einem speziellen Typ von Sternexplosionen, die sich gut eignen, um im Kosmos recht genau große Distanzen zu messen. 1998 wurde mit Daten vieler solcher Sternexplosionen nachgewiesen, dass das Weltall nicht nur expandiert, sondern dies sogar beschleunigt voranschreitet. Damit war klar, dass man im Kosmos eine seltsame Energieform benötigt, die schon Albert Einstein 1917 als kosmologische Konstante ("Lambda") eingeführt hatte. Mittlerweile spricht man von der Dunklen Energie. Diese Entdeckung gehört zu den größten Durchbrüchen der Astronomie (wie ich schon im Sommer 2009 darstellte) und es ist in der Tat des größten Preises der Physik würdig.

Und weil es im Original einfach so schön klingt hier die Laudatio des Nobel-Komitees: "for the discovery of the accelerating expansion of the Universe through observations of distant supernovae

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Die Astronomie ist faszinierend und schön – und wichtig. Diese interdisziplinäre Naturwissenschaft finde ich so spannend, dass ich sie zu meinem Beruf gemacht habe. Ich bin promovierter Astrophysiker und befasse mich in meiner Forschungsarbeit vor allem mit Schwarzen Löchern und Allgemeiner Relativitätstheorie. Aktuell bin ich der Scientific Manager im Exzellenzcluster Universe der Technischen Universität München. In dieser Tätigkeit im Forschungsmanagement koordiniere ich die interdisziplinäre, physikalische Forschung in einem Institut mit dem Ziel, Ursprung und Entwicklung des Universums als Ganzes zu verstehen. Besonders wichtig war mir schon immer eine Vermittlung der astronomischen Erkenntnisse an eine breite Öffentlichkeit. Es macht einfach Spaß, die Faszination am Sternenhimmel und an den vielen erstaunlichen Dinge, die da oben geschehen, zu teilen. Daher schreibe ich Artikel (print, online) und Bücher, halte öffentliche Vorträge, besuche Schulen und veranstalte Lehrerfortbildungen zur Astronomie, Kosmologie und Relativitätstheorie. Ich schätze es sehr, in meinem Blog "Einsteins Kosmos" in den KosmoLogs auf aktuelle Ereignisse reagieren oder auch einfach meine Meinung abgeben zu können. Andreas Müller

14 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. widerspruch?

    die wmap o.a. daten zeigen doch, dass das universum flach ist. flach bedeutet aber doch, dass wir in einem universum leben, dessen ausdehnung ewig andauert, aber asymptotisch gegen null strebt. gibt es da nicht eine diskrepanz? oder anders gefragt: ein immer schneller expandierendes universum heisst, wir haben ein offenes universum? und wenn das so ist, sind dann die wmap daten in diesm puntk falsch?

  2. @typ42

    Es gibt keinen Widerspruch. Ein Universum kann flach sein (Omega_Lambda + Omega_m = 1), aber dennoch beschleunigt expandieren.
    Allerdings kann man kein beschleunigtes Universum ohne Dunkle Energie modellieren (nach dem, was wir heute wissen). Deshalb bedeutete die Entdeckung der beschleunigten Expansion 1998 sofort eine Wiederbelebung von Einsteins Lambda bzw. den weiteren Formen Dunkler Energie (Quintessenz & Co). Einsteins Lambda mit den w-Parameter-Eigenschaften w = -1 und w‘ = 0 passt am besten zu den Beobachtungen.

  3. Religion

    Astronomie ist leider zum Grossteil immer noch nur Astrologie…

    Darum sollten m.E. Astronomen vom Nobelpreis ausgeschlossen werden, da sie lediglich Religion betreiben…

    Im Gegensatz dazu bringen die Mediziner wirklich was….

    Astronomie ist leider zum Grossteil immer noch nur Astrologie…

    Darum sollten m.E. Astronomen vom Nobelpreis ausgeschlossen werden, da sie lediglich Religion betreiben…

    Im Gegensatz dazu bringen die Mediziner wirklich was….

    Bester Beweis: wenn die Wissenschafts-Journalisten die Spalten in ihren Heftchen fürs Fussvolk füllen müssen, nehmen sie einfach ein Thema aus der Astronomie — damit kann man wirklich Märchen machen und Hunderte von Seiten füllen (meist mit ganzseitigen Bildern und Modellen, die leider alle falsch sind)…

  4. @echnaton

    Sorry, aber den Kommentar finde ich recht unqualifiziert.

    Wenn Sie ein paar Artikel in meinem Blog gelesen haben, dann sollte sofort klar werden, dass die Astronomie zu einem wesentlichen Teil eine knallharte Naturwissenschaft ist.

    Worauf fußt Ihre Erkenntnis? Können Sie bitte ein paar konkrete Beispiele nennen?

  5. @ Müller

    Naja, Andreas, so einfach kannst Du echnaton nicht beiseite schieben, denn er hat schlagende Argumente.

    Bester Beweis: wenn die Wissenschafts-Journalisten die Spalten in ihren Heftchen fürs Fussvolk füllen müssen, nehmen sie einfach ein Thema aus der Astronomie — damit kann man wirklich Märchen machen und Hunderte von Seiten füllen (meist mit ganzseitigen Bildern und Modellen, die leider alle falsch sind)…

    Das ist eine Argumentation die seinesgleichen sucht. Das ist einfach atemberaubend …

    Spaß beiseite, mich wundert, daß Du da überhaupt drauf eingehst. Ich würde das einfach kommentarlos stehen lassen, denn es spricht für sich.

  6. @Martin

    War auch nahe dran, nichts darauf zu sagen. Aber dann dachte ich mir: Wer gackert, der soll auch ein Ei legen.

    Passt doch ganz gut, nicht wahr, Herr Huhn? 🙂

  7. @Martin

    Hm, so weit ich weiß gackern Hennen erst nachdem sie die Eier gelegt haben und nicht vorher.

    Ich sehe, da spricht aus dir ganz eindeutig die Deidesheim-Erfahrung. 😉

  8. @ Müller

    Ich schaue mir gerade ein paar Folgen von Universum für alle an. Das ist ja eigentlich auch das Thema wofür es den Nobelpreis gab. Schade, daß Du in München wohnst. Da hättest Du bestimmt auch gerne mitgemacht, wie ich Dich kenne.

  9. Kosmologie der Mitte

    Hallo allerseits,
    ich wollte meine Site empfehlen und würde mich freuen Eure qualifizierte Kommentare zu empfangen.
    Ich lege dort zur Zeit einige kosmologische Eier.

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