Aufbruch in das Jahr der Astronomie 2009

2009 ist das Internationale Jahr der Astronomie (International Year of Astronomy, IYA). Warum gerade in 2009? Nun, vor ziemlich genau 400 Jahren, im Jahr 1609, richtete ein italienischer Naturforscher ein Fernrohr an den Himmel. Er hat von dem optischen Gerät erfahren, das ein Holländer 1608 erfunden hatte. Der Italiener war Galileo Galilei (1564 – 1642) und der Holländer Hans Lipperhey (1570 – 1619).

Dieser tiefe Blick an den Himmel mit mehr als nur den bloßen Augen war die Geburtsstunde der professionellen, beobachtenden Astronomie. Und wie sich herausstellte, ist diese bahnbrechende Tat ein Meilenstein in den modernen Naturwissenschaften. Galileis Blick zum Mond, zu den Planeten und zu den Sternen steht am Anfang der faszinierenden Entdeckungsgeschichte. Galileis Blick mündete in Erkenntnisse über das Leben der Sterne und Galaxien. Galileis Blick wurde tiefer und breiter durch moderne Weltraumteleskope und Beobachtungsgeräte für andere elektromagnetische Wellen – von Radiowellen bis TeV-Photonen – sogar für Teilchen wie Neutrinos und kosmische Ionen. Galileis Initiative brachte uns zum modernen Verständnis der Welt, die im Urknall begann und (so wie es aussieht) in der ewig beschleunigten Expansion und Auskühlung endet.

Auch Deutschland hat einen guten Grund das IYA mitzufeiern: Der deutsche Universalgelehrte Johannes Kepler (1571 – 1630) veröffentlichte 1609 die "Astronomia nova", sein Buch über das Sonnensystem, in dem er auch die mittlerweile weltberühmten Keplerschen Gesetze darlegt. Der Buchtitel antizipierte prophetenhaft die folgenden Jahrhunderte.

Was geht im IYA?
Einiges. Sowohl international, als auch in Deutschland. Die UNESCO hat das Jahr 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie ausgerufen, so dass unzählige Aktivitäten stattfinden werden. Viele Institutionen sind beteiligt. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, möge auf die internationale IYA-Website bzw. auf die deutsche IYA-Website schauen. Auf der deutschen Website gibt es ein spezifisches Angebot für Deutschland, z.B. regionale Aktivitäten sortiert nach Bundesländern.

Vier Themenschwerpunkte
Das Astronomiejahr ist in diese vier inhaltlichen Schwerpunkte eingeteilt: 

  • Der Blick zum Himmel (Januar bis März 2009)
  • Astronomie und Kultur (April bis Juni 2009)
  • Weltbilder der Astronomie (Juli bis September 2009)
  • Astronomie und Schule (Oktober bis Dezember 2009)

Unter diesen Themen werden bereits einige Veranstaltungen angeboten. Wer Aktivitäten plant, sollte sie an den IYA-Bundeskoordinator Dr. Michael Geffert anmelden (Kontakt).

Was ich erwarte

  • Vorstellung der 400jährigen Erfolgsgeschichte der modernen Astronomie
  • öffentliche Vorträge zu Beobachtungen, zur moderne Astrophysik, zu kulturellen Aspekten der Astronmie, zu didaktischen Aspekten
  • Live-Beobachtungen mit Teleskopen
  • enge Interaktion und Kooperation von Schülern, Lehrern und Wissenschaftlern
  • Führungen an Museen und Forschungseinrichtungen zur Astronomie
  • öffentliche Diskussionsrunden in Hör- und Rundfunk
  • ansprechende Planetariumsshows auf dem aktuellen Stand des Wissens
  • und eine Fülle interessanter Artikel, die viel Hintergrundwissen zum IYA ausbreiten

Und was erwarten Sie? Kommentieren Sie hier!

Zwei erste wichtige Termine

  1. Jahrestagung der Deutschen Astronomischen Gesellschaft: 21.-25. September 2009
  2. Woche der Schulastronomie: 9.-15. November 2009

Lassen Sie uns Galileis Durchbruch in ein neues Verständnis der Welt und ein neues Selbstverständis des Menschen feiern. Lassen Sie uns das Jahr 2009 nutzen, um mehr zu erfahren über 400 Jahre moderne Astronomie. Lassen Sie uns das IYA zum Anlass nehmen, um den Austausch von Wissenschaft und Öffentlichkeit zu intensivieren. Lassen Sie uns das Jahr 2009 nutzen, um unseren Schülern die Wichtigkeit der Astronomie für unser Weltbild und unseren Ursprung zu vermitteln. 

Stay tuned.

  • Veröffentlicht in: IYA
Andreas Müller

Veröffentlicht von

Die Astronomie ist faszinierend und schön – und wichtig. Diese interdisziplinäre Naturwissenschaft finde ich so spannend, dass ich sie zu meinem Beruf gemacht habe. Ich bin promovierter Astrophysiker und befasse mich in meiner Forschungsarbeit vor allem mit Schwarzen Löchern und Allgemeiner Relativitätstheorie. Aktuell bin ich der Scientific Manager im Exzellenzcluster Universe der Technischen Universität München. In dieser Tätigkeit im Forschungsmanagement koordiniere ich die interdisziplinäre, physikalische Forschung in einem Institut mit dem Ziel, Ursprung und Entwicklung des Universums als Ganzes zu verstehen. Besonders wichtig war mir schon immer eine Vermittlung der astronomischen Erkenntnisse an eine breite Öffentlichkeit. Es macht einfach Spaß, die Faszination am Sternenhimmel und an den vielen erstaunlichen Dinge, die da oben geschehen, zu teilen. Daher schreibe ich Artikel (print, online) und Bücher, halte öffentliche Vorträge, besuche Schulen und veranstalte Lehrerfortbildungen zur Astronomie, Kosmologie und Relativitätstheorie. Ich schätze es sehr, in meinem Blog "Einsteins Kosmos" in den KosmoLogs auf aktuelle Ereignisse reagieren oder auch einfach meine Meinung abgeben zu können. Andreas Müller

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Aufbruch in die Überlieferungen

    Sie klären manches Problem. Eigentlich gehört der Universalgelehrte und Visionär G. Bruno auch hier her. Er lehrte bereits 1584 [AH 7/8 2003]: „Die unzähligen Welten im Universum sind nicht schlechter und nicht weniger bewohnt als unsere Erde.“ Er wurde noch im Jahr 1600 als Ketzer verbrannt – und ist bis heute nicht nur offiziell nicht rehabilitiert, sondern in den Medien liest man noch oft, dass wir allein im All wären. Eine Meinung, die den geschichtlichen Fakten eindeutig widerspricht! Weder in den USA [Prof. Linke GuG 2/02 S. 17] und schon gar nicht in Indien sind die Fronten so verhärtet – wie in Deutschland. Wir haben eine Hochsprache, aber – wir (ver-)schweigen, unterdrücken… (vgl. Prof. Linke) anstatt einen offenen Dialog zu führen – auch über unsere überlieferte Vergangenheit!
    Es heißt Aufbruch – mit einem kleinen Rückblick:
    Der Bibel gingen teilweise Schriften voraus, die wir heute als Keilschriften einordnen. Ein großer Teil wurde in der Bibliothek (über 25.000 Tontafeln) des Königs Assurbanipal (~ 689 – 626 v. Chr.) in Ninive gefunden. Diese Bibliothek – besser der Inhalt der Schriften – ist kaum bekannt gemacht worden. Bei der Bibliothek von Alexandria beklagt man den Verlust durch Brand – und Ninive?
    Der Autodidakt George Smith entziffert 1872 die ersten Dokumente aus Ton. Es waren Tafeln des späteren Gilgamesch Epos [ZDF: Fahndung nach König Gilgamesch]. Die Geschichte um die Arche Noah kam G. Smith bekannt vor – und damit der Beweis (den die Kirche damals zu unterbinden versuchte), dass es ältere Schriften als die Bibel gibt!
    Das wird auch deutlich bei Prof. Kramer. Als Sumerologe schätzte Prof. S. N. Kramer nach seinen Studien den Inhalt der Tafeln in seinem Buch „Die Geschichte beginnt mit Sumer“ ein: „Der Sumerologe ist einer der striktesten Spezialisten in den hochspezialisierten akademischen Weisheitshallen, ein nahezu vollendetes Beispiel für den Mann mit dem größten Wissen im kleinsten Bereich.“ – „Der Sumerologe ist eher als alle sonstigen Gelehrten und Spezialisten in der Lage, den allgemeinen Hunger des Menschen nach dem Ursprünglichen, nach den Uranfängen, nach den »Erstlingen« in der Geschichte der Zivilisation zu stillen.“ – Und wer kennt das Buch?
    Der Assyrologe Prof. Powell kennt es nicht nur, sondern auch den wesentlichen Inhalt der Keilschrifttafeln. Dazu stellt er fest: „Die Keilschrifttafeln enthalten eine unzählige Anzahl von Informationen über Astronomie, fremde Planetensysteme, Sternenbesucher und Angaben über die Entstehungsgeschichte des Menschen, die unser Weltbild auf den Kopf stellen würden…“ Wollen wir das? Und das ist das Problem, denn: Wir sind nicht allein im All – ja nicht einmal in unserem Sonnensystem!

  2. Atronomie

    auf dieser seite http://www.koranisch.de oder http://www.koranish.com könnt ihr eine menge über islam und wissenschaft und astronomie lernen und über frieden im islam und auch über den propheten moses und jesus s.v.s 🙂 hoffe das ihr mit diesen informationen auf dieser webseite auf einer gesunden plattform mit einem anderen feldblick über dieses thema diskutieren könnt 🙂 menschen mögen es zu diskutieren… aber man sollte für solche themen wie wissenschaft ein grossen besitz an wissen haben.

    mit freundlichen grüssen
    amarok

  3. astronomie koran

    auf dieser seite http://www.koranish.com könnt ihr eine menge über islam und wissenschaft lernen und über frieden im islam und auch über den propheten moses und jesus s.v.s 🙂 hoffe das ihr mit diesen informationen auf dieser webseite auf einer gesunden plattform mit einem anderen feldblick über dieses thema diskutieren könnt 🙂 menschen mögen es zu diskutieren… aber man sollte für solche themen wie religion ein grossen besitz an wissen haben.

    mit freundlichen grüssen
    amarok

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