Fleischesser gegen Vegetarier bei „Hart, aber fair“

Mark Benecke hatte das zweifelhafte Glück, in der WDR-Sendung „Hart, aber fair“ mit dem vielsagenden Titel „Tiere sind mir Wurst – haben Fleischesser keine Moral?“ als Diskussionsgast anwesend gewesen zu sein. Zur Erinnerung: Das ist die Sendung mit Frank Plasberg und der Regividerm-Schleichwerbung. Dass diese Art von Sendung nicht der ernsthaften argumentativen Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema, sondern vielmehr der Unterhaltung der Zuschauer dient, ist beim besten Willen nichts neues. Man soll sich als Zuschauer wahrscheinlich mit der Position der Diskutanten identifizieren und so werden bevorzugt polarisierende und Menschen mit eher extremen Haltungen eingeladen, ihre im TV Meinung kundzutun, ohne dass man als Zuschauer am Ende irgendwie schlauer wäre. Wäre eine Diskussion unter Fachleuten für die Laien unter den Zuschauern einfach zu langweilig? 

So wurde von der Redaktion der Schinkenproduzent Jürgen Abraham als ein „Hardliner“ auf der einen Ende des Spektrums angedacht, die Grüne und Veganerin Barbara Rütting am anderen Ende. Dazwischen finden sich die feinstoffliche Köchin Sarah Wiener, zwei alte Herren mit Vorliebe für Fleisch (durch etwas anderes scheint sich deren Fachkenntnis nicht auszuzeichnen) und der arme, arme Mark Benecke. Diese hat als Kriminalbiologe täglich mit Menschenfleisch zu tun und mag vor allem aus diesem Grund kein Tierfleisch essen, das sich halt genauso anfühlt und genauso riecht, wie tote Menschen. Die Parallele zwischen menschlichen und tierischen Leichen sei für ihn schlicht zu groß, dass er mit Fleisch nichts anfangen kann.

Eine durchaus nachvollziehbare Position, aber auch keine Autorität auf dem Themengebiet. Während das überhebliche Dreiviertelwissen (vor allem von Seiten der leidenschaftlichen Fleischesser auf der linken Seite) dem Biologen nur so um die Ohren flog, konnte man Benecke die zunehmende Verzweiflung deutlich ansehen. Zuletzt wollte er nur noch gehen, blieb dann aber doch:

Mark hat mein aufrichtiges Mitgefühl. Man kann schlecht von ihm verlangen, den ganzen Unsinn richtig zu stellen, der in den vorherigen Minuten verzapft wurde. Ich kann insofern auch nicht empfehlen, sich die Sendung anzusehen. Der zur Sendung gehörende „Faktencheck“ zumindest im Nachhinein immerhin die schwersten Fehltritte korrigiert, und so wird auch klargestellt, dass Fleisch nicht etwa unverzichtbarer Bestandteil einer gesunden Mischkost ist, anders als ein Fleischproduzent das gern hätte.

Es gibt wohl aus gesundheitlicher Sicht eher wenig Argumente, Fleisch zu essen, oder auf gemäßigten Fleischgenuss zu verzichten. Wir sind fähig, Fleisch zu verwerten, oder wie Eskimos, uns ausschließlich von Fleisch zu ernähren, sind aber aufgrund unserer Anpassungsfähigkeit gar nicht darauf angewiesen. Letztendlich geht es um ganz andere, vor allem ethische Fragen, nämlich wie man fühlende Wesen behandeln will, ob man Tiere einfach aus Gründen des Fleischgenusses töten darf, wo man die Grenze zieht zwischen Lebewesen, die man essen darf und nicht essen darf. Ich finde ja etwas ungerecht, dass etwa Wirbellose und Pflanzen in dieser Diskussion kaum eine Rolle spielen.

Appelle an einen „breiten gesellschaftlichen Konsens des Fleischkonsums“, den Papst, Gerichtsurteile oder den angeblich höheren Fleischkonsum in anderen Ländern beweisen nichts und bringen die Diskussion auf jeden Fall nicht voran. Genauso wenig wie die Behauptung, dass Antibiotika in der Mast zur Produktionssteigerung eingesetzt werden, Tierquälerei in der Massentierhaltung die Regel wäre, oder überhaupt die Romantisierung der „guten alten Zeit in der Landwirtschaft“. Wie man nebenan bei Sören Schewe nachlesen kann, schließen sich moderne Nutztierhaltung und das Wohlfühlen neben dieser Nutztiere nicht aus. Der Tierschutz hat heutzutage einen viel höheren Stellenwert, als noch vor fünfzig Jahren, nicht nur in der Landwirtschaft.

Mir fallen spontan zwei Gedanken ein, wann mir Fleischproduktion aus rationalen Erwägungen vernünftig erscheint: Schweine sind eigentlich ideale Resteverwerter und könnten Speisereste zu Kotelett und Bauchspeck veredeln. Das wird aus hygienischen Gründen seit einigen Jahren nicht mehr gemacht, stattdessen bekommen die Schweine Mastfutter und die Speisereste werden entsorgt – schade drum! Und zweitens, wie auch im „Faktencheck“ angemerkt wird, nutzen Tiere wie Rinder oder Schafe Flächen, die für den Menschen anders gar keine Erträge bringen würden und bedeuten somit keine Verschwendung von Ressourcen.

Und ganz ohne Nutztiere geht es kaum. Wir brauchen Bienen, um unsere Pflenzen zu bestäuben, oder Versuchstiere, um die Sicherheit von Medikamenten abzuschätzen. Gar keine Tiere zu halten und zu nutzen, wie es ja eine verganische Lebensweise impliziert, bedeutet auch eine Abkehr von dem Prinzip des geschlossenen Nährstoffkreislaufs, der vor allem in der Bio-Landwirtschaft große Bedeutung hat. Und wenn wir Nutztiere halten, stellt sich immer die Frage, wie diese Tiere leben und sterben sollen. Ein guter Artikel zum Thema „Animal Welfare“ findet sich nebenan beim Agro-Blogger Sören Schewe.

Hat jemand eine Meinung dazu, die er oder sie in den Kommentaren loswerden möchte? 

Martin Ballaschk ist Biologe, enthält Glutamat und ist auch noch stolz drauf! Er bloggt hier über Dinge, die ihn erstaunen, aufregen oder die er einfach für sich und seine Mitmenschen aufarbeiten möchte. Beruflich als Kommunikator an einem Berliner Forschungszentrum, hier privat.

31 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Fleischkonsum

    Tatsächlich wollte ich sehr ähnliche Gedanken ebenfalls noch in meinem Artikel unterbringen, habe es dann aber aus Gründen der Übersichtlichkeit und eh schon vorhandener Länge gelassen. Deshalb freut mich das wirklich sehr, dass Du das Thema noch mal aufgreifst.

    Zum Thema Ethik: tatsächlich finde Fragen, wie die, ob wir Tiere töten dürfen oder ihnen Leid antun dürfen aus Gründen des Fleischkonsums, weitgehend obsolet. Schließlich wird es immer Menschen geben, die Fleisch essen. Deshalb finde ich den Ansatzpunkt Grandins auch so spannend. Sie stellt sich diese Fragen gar nicht, sondern konzentriert sich voll und ganz auf die Optimierung von Abläufen, also das, was in Studien gerne recht abstrakt als Management bezeichnet wird.

    Danke für die Links!

  2. Man kann es aber noch extremer sehen. Wir brauchen überhaupt keine Tiere zum überleben. Bienen schon gar nicht, da die meisten Pflanzen die auf unserem Speiseplan stehen durch den Wind befruchtet werden. Außerdem verdrängen die Imker mit ihren Bienen (welche auch hochgezüchtet analog Hochleistungskühe sind) nur die Wildbienen und Hummeln. Nach ein paar Jahren ohne Imker würde man wieder mehr „Wildinsekten“ zur Bestäubung antreffen.

    Im Bezug zur Sendung gebe ich Dir teilweise Recht. Es ist auch jedem seine persönliche Ansicht ob man Fleisch isst oder nicht. Auch ist es klar, dass Fleisch oder sonstige tierische Produkte nicht fürs Überleben notwendig sind.
    Doch im Bezug zu den Gästen habe ich eine etwas andere Meinung. Ich halte es für eine Unverschämtheit und es ist auch falsch, den Geruch von geschlachteten Tieren mit Leichen zu verbinden. Ich schätze sehr die Arbeit von Mark Benecke, doch zum Thema dieser (Dumpfbacken)-Sendung hat er nichts beigetragen. Falls ich mich nicht Irre hat er während der Sendung auch spezifiziert das er erst nachdem er einen Tatort (bei dem das Massaker erst wenige Stunden zuvor verübt wurde) die Assoziation Metzgerei-Geruch / toter Mensch hatte. Weshalb wurde dies nicht nochmals im Fakten-Check herausgestellt? Auch der Faktencheck ist mal wieder verdammt einseitig. Dort werden z.B. nicht die Lügen bezgl. Tierhaltung von Madame Wiener überprüft. Auch wird z.B. mal wieder nicht erwähnt wie viel Fleisch für die lieben Hundchen und Katzen verbraucht wird. Ist also ein vegetarischer lebender Hunde und Katzenbesitzer nicht verantwortungsloser als ein „Fleischfresser“ der einen Hamster hält?
    Auch hat niemand von der Fleischfresser-Fraktion behauptet Tiere hätten keine Empfindungen, was von Madame Rütting und Mark Benecke behauptet wurde.

  3. Linien-Denken

    Was mir zu den Thema noch einfällt und was mich bei dieser Debatte zunehmend nervt, ist dieses strenge Denken nach Richtlinien. Alles spielt sich nur zwischen der meist bösen konventionellen Landwirtschaft und der guten ökologischen Landwirtschaft ab. In Kombination mit all den existierenden Bio-Siegeln wird hier eine vernünftige Diskussion sehr effektiv verhindert. Geholfen ist damit niemandem…

  4. Vegetarische Ernährung

    Die vorgestellte Sendung fand ich ebenfalls schlecht, da es hier auf beiden Seiten nur um Ideologie ging und nicht um Tatsachen. Auch wenn im „Faktencheck“ die vegetarische Ernährung etwas rehabilitiert wurde, so möchte ich doch noch ein paar Ergänzungen dazu anbringen:

    Grundsätzlich muss, wer sich vegetarisch ernährt, etwas besser über seine Nahrung Bescheid wissen, als ein reiner „Mischkostesser“, da tierische Lebensmittel, wie Fleisch, Eier und Milchprodukte, durchaus wertvolle Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung sein können.

    Bei strengen Vegetariern (Veganern) kann es deshalb zu einer Unterversorgung mit Vitamin B12, Calcium, Eisen und Zink kommen, da sich diese Stoffe hauptsächlich in tierischer Nahrung finden.

    Vitamin B12 kann man als Vegetarier aber über Hefe (Bierhefe) und fermentiertes Gemüse, wie Sauerkraut, zu sich nehmen. Eisen kann durch den Verzehr von Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten ergänzt werden. Zink durch Nüsse.

    Problematischer wird es beim Calcium, das in größeren Mengen nur in Milch und Milchprodukten vorkommt. Hier empfiehlt es sich viel Gemüse, wie Brokkoli, Fenchel und Grünkohl zu essen, da sich auch hier Calcium findet, wenn auch in geringerer Menge. Für Babys, falls die Mutter nicht stillen kann, ist eine milchlose Ernährung aber u.U. tödlich.

    In Bezug auf die Hauptnährstoffe Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß ernähren sich Vegetarier häufig gesünder, als Fleischesser. Einzig beim Eiweiß muss auf ausreichende Versorgung geachtet werden, beispielsweise durch den Verzehr von Sojaprodukten.

  5. Fleisch

    „Es gibt wohl aus gesundheitlicher Sicht eher wenig Argumente, Fleisch zu essen.“

    Das ist für die meisten gesunden Erwachsenen vielleicht richtig. Aber für Kinder, Senioren, Schwangere oder Sportler ist es eine ziemliche Herausforderung, auf Fleisch und Fisch zu verzichten. Mona hat die kritischen Nährstoffe schon aufgezählt: Eiweiß, Vitamin B12, Kalzium, Eisen und Zink. In Deutschland sollte man noch Selen und Jod ergänzen, die in unseren Böden – anders als z.B. in den USA – kaum vorhanden sind.

    Bis auf B12 ist das alles einigermaßen lösbar. (Nach meiner Kenntnis enthalten Sauerkraut oder Bierhefe nur sehr wenig B12. @Mona: wenn Sie da seriöse Quellen haben, würde mich das interessieren.) Aber warum sollen sich die Gruppen mit erhöhtem Bedarf (Kinder, Schwangere Sportler) bzw. reduzierter Zufuhr von Nahrungsmitteln (Senioren) dem Risiko einer Mangelernährung aussetzen? Vielleicht ist ein Hering ab und zu keine so schlechte Idee.

    „Ich finde ja etwas ungerecht, dass etwa Wirbellose und Pflanzen in dieser (ethischen) Diskussion kaum eine Rolle spielen.“ Das geht mir als Freund von Gräsern und Bäumen auch so. Mir gehts mit dem Getreide wie dem Fischer aus Hemingways ‚The old man and the sea‘ mit dem Fisch: „Fish, I love you and respect you very much. But I will kill you dead before this day ends.“

  6. Vitamin B12 @Jürgen Bolt

    Grundsätzlich ist es schwierig, ein bestimmtes Vitamin im menschlichen Körper isoliert zu betrachten, da hier immer mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Bei Vitamin B12 ist dies besonders schwierig, da der menschliche Körper einen ca. 10 Jahre reichenden Speicher hat. Erst wenn dieser aufgebraucht ist kommt es zur sog. perniziösen Anämie. Wobei das klinische Bild der perniziösen Anämie nur sehr selten auftritt und auch Fleischesser betreffen kann. Auch Menschen die an Darmerkrankungen leiden, wie Morbus Crohn oder Zöliakie können betroffen sein, sowie Menschen denen der Magen oder der untere Dünndarm entfernt wurde.

    Veganer die einen Mangel bei sich vermuten, können nach Rücksprache mit dem Arzt auch Vitamin B12-Präparate einnehmen oder ihren Bedarf durch Sanddorn-Produkte decken.

    „…wenn Sie da seriöse Quellen haben, würde mich das interessieren.“

    Mir fällt da momentan nur das Buch „Volkskrankheit Vitamin-B12-Mangel“ von Thomas Klein ein, der sich in seinem Buch hauptsächlich auf Daten aus den USA bezieht, wonach rund 40 Prozent aller US-Amerikaner über 40 einen gefährlich niedrigen B12-Wert haben und dies häufig gar nicht wissen.

    M.E. sollte man sich nach der Lektüre von solchen Büchern aber nicht sofort zu einer Selbstdiagnose hinreißen lassen, um dann in Eigenregie Unmengen des vermeintlich fehlenden Vitamins zu schlucken 🙂

  7. @ Bolt

    Aber für Kinder, Senioren, Schwangere oder Sportler ist es eine ziemliche Herausforderung, auf Fleisch und Fisch zu verzichten

    Ich ernähre mich seit 19 Jahren fleischlos (ovo lakto Vegetarierer) und ich habe vor ein paar Jahren ein Phase gehabt, wo ich bis zu sechs Mal in der Woche trainiert. Und nicht im Schongang sondern richtig knackig. Mangelerscheinungen? Fehlanzeige! Natürlich sollte man sich mit Ernährung befassen. Aber jeder Sportler, der soviel trainiert, sollte das tun. Den Eiweißbedarf zu decken war überhaupt kein Problem. Das geht ganz einfach über die richtigen Nahrungsmittelkombinationen. Vitamin- und Mineralpillchen habe ich nicht gebraucht. Bierhefe habe ich unregelmäßig genommen.

  8. @ Maulwurf

    Ich halte es für eine Unverschämtheit und es ist auch falsch, den Geruch von geschlachteten Tieren mit Leichen zu verbinden.

    Warum? Ist der Geruch den so anders? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur eins. Den Geruch von rohem Fleisch fand ich noch nie so besonders. Nachdem ich auf Fleisch verzichtete hat sich das noch verstärkt. An einer Fleischtheke gehe ich immer schnell vorbei, weil es für mich alles andere als angenehm ist.

  9. @Martin Huhn: Sport+Fleisch

    Natürlich können Sportler ihren Nährstoffbedarf als Ovo-Lakto-Vegetarier decken. Die kritischen Nährstoffe sind hier, wie Sie schreiben, Eiweiß und Eisen. Beides ist in Eiern reichlich vorhanden: Nach Souci-Fachmann-Kraut pro 100g Ei: 12,8g Eiweiß (Tagesbedarf von Sportlern etwa 1,5g/kg/d) und 2 mg Eisen (Tagesbedarf von Sportlerinnen(!) bis zu 20 mg/d).

    Der Nachteil von Eiern gegenüber z.B. Hähnchenbrust ist der hohe Fettgehalt von 11,3g (gegenüber 0,7g beim Hähnchen ohne Haut). Dadurch ist es für Ovo-Lakto-Vegetarier schwieriger, ein leistungsförderndes Minimalgewicht zu realisieren.

    Bei Langstreckenläufern und vor allem -läuferinnen ist runners anemia gar nicht so selten:

    http://sportsmedicine.about.com/…on/a/012604.htm

    Übrigens: ich laufe pro Woche ca. 70 km, trainiere 2 mal in der Woche auf dem Cross-Trainer und schwimme. Und ich esse außer Lachs, Hering und Geflügelleber kaum tierische Lebensmittel, auch nicht Eier oder Milch.


  10. Übrigens: ich laufe pro Woche ca. 70 km, trainiere 2 mal in der Woche auf dem Cross-Trainer und schwimme.

    Na, das kann ja wohl nur ein Anfang sein, gell. 😛

  11. @ Martin Huhn

    Wie Du schon geschrieben hast. Du magst den Geruch von Fleisch nicht. Das sind Deine Empfindungen. Zudem unterscheidet sich der Geruch des Fleisches verschiedener Tiere erheblich. Geflügelfleisch hat einen anderen Geruch als Rind- oder Schwein- oder Rehfleisch.
    Vorallem ist diese Aussage (Liechengeruch) eine Moralkeule, nach dem Motto wie könnt ihr euere Brüder und Schwestern essen. Für mich sind es aber nur Tiere und ich teile nicht die mE verquerte Moralvorstellungen der Tierrechtler.

  12. Buchtip

    Für alle, die das Thema interresiert, kann ich nur nachdrücklich das Buch „tiere Essesn“ von Jonathan Safran Foer empfehlen!

  13. @ Maulwurf

    Vorallem ist diese Aussage (Liechengeruch) eine Moralkeule, nach dem Motto wie könnt ihr euere Brüder und Schwestern essen. Für mich sind es aber nur Tiere und ich teile nicht die mE verquerte Moralvorstellungen der Tierrechtler.

    Das ist Deine persönliche Sichtweise. Bei mir kam an, daß das tote Fleisch nicht gut riecht, was ich bestätigen kann. Ob es wie eine Menschenleiche riecht, das kann ich nicht sagen. Aber es wird wohl so sein, wenn er es sagt. Fleisch bleibt Fleisch. Die verschiedenen Fleischsorten riechen unterschiedlich. Das stimmt. Kuhpfladen und Schweinescheiße riechen auch unterschiedlich.

  14. @ Martin Huhn

    Schau in den Spiel und klopf Dir auf Deine Schultern. Vorallem mit Deinem letzten Satz das hast Du das Niveau deutlich …

  15. Ich will noch mal betonen, dass Mark Benecke in der Sendung für sich ganz persönlich diese Parallelen gezogen hat und deshalb kein Fleisch isst. Er sagt in der Sendung ganz klar und deutlich, dass für Personen, die nicht mit „Menschenfleisch“ arbeiten, dieses Problem gar nicht besteht. An keiner Stelle generalisiert er seine Auffassung und betont sogar mehrmals, dass da jedem eine, ebenso gültige eigene Auffassung zugesteht.

    Insofern ist er auch ein denkbar ungeeigneter Diskussionspartner für die Runde gewesen, denn wer schnippelt schon täglich an echten Leichen rum und findet, dass ihn dieser Geruch an Tierfleisch **erinnert**.

    Das hat nichts mit einer „Moralkeule“ oder mit „Unverschämtheit“ zu tun. Er will damit über niemanden urteilen, zumindest kann man das schlecht aus seinen Aussagen ableiten. Ich hatte aber zu Beginn der Sendung das Gefühl, dass die Redaktion das gerne so gehabt hätte (=> Man schaue sich nur das Kurzprofil Beneckes auf der WDR-Seite an).

  16. @alle

    Klar, für bestimmte Personengruppen ist es natürlich schwieriger, ohne zweifelsohne nährstoffreiches Fleisch auszukommen. Bei Kindern würde ich nicht soweit gehen, un ihnen aus ideologischen Gründen Fleisch verbieten. Die Frage in der Sendung war aber auch, wie viel es sein muss – jeden Tag? Eher nicht.

    Deswegen schrieb ich ja auch, dass es kaum gesundheitliche Gründe geben wird, komplett darauf zu verzichten. Wenn man seinen Speiseplan entsprechend aufwertet, kann man umgekehrt die fehlenden Nährstoffe anders ausgleichen. Das wurde aber weiter oben bereits gesagt.

  17. @ Martin
    Ich stimme Dir zu, Mark Benecke hat sich für einen Peta-Vertreter sehr differenziert geäußert. Aber weil er ein Peta-Unterstützer ist, war diese Aussage mE eine gezielte Provokation bzw. Diffamierung und nicht nur eine persönliche Anmerkung.
    Weshalb soll ich eigentlich nicht jeden Tag Fleisch essen?
    Gesundheitliche Gründe habe ich nicht. Ich fühle mich Gesund, treibe min. jeden zweiten Tag Sport und habe auch keine Gewichtsprobleme.
    Moralische Bedenken habe ich auch nicht das ich Tiere esse (bin ich deshalb ein Mensch der keine Empathie gegenüber Tieren hat?). Auch nicht das hierfür Futtermittel verwendet werden. Denn niemand beschwert sich ja darüber das auch anstelle der riesigen Baumwollfelder man doch besser Lebensmittel anbauen sollte. Tabak-Konsumenten wird auch nicht vorgehalten das auf den Tabakfeldern Lebensmittel angebaut werden könnten. Von den ganzen anderen Drogen und Biosprit/Biogas mal ganz abgesehen. Auch wächst 100% der Nährstoffe (z.B. wird Soja importiert, Weizen dagegen exportiert) für die Tiere die in Europa verspeist werden auch in Europa. Warum fordert eigentlich niemand eine Teil der ca. 220 Mio heilige Kühe in Indien zu töten (sterilisieren wäre ein Anfang). Oder produzieren heilige Kühe kein Methan? Zum Vergleich in DE gibt es ca. 13 Mio Rinder. Die Inder dürfen also ihren Spaß mit dem Glauben haben, doch ich soll auf den Genuss von Fleisch verzichten.
    Weshalb wurde eigentlich nicht im Faktencheck erwähnt, dass der Fleischkonsum in Indien pro Jahr um ca. 11% steigt (bevorzugt Geflügel und Schaf/Ziege)? Passt dies hier nicht ins Bild das Herr Abraham näher an den Fakten lag als Herr Benecke?

  18. Zustimmung

    „Die Frage in der Sendung war aber auch, wie viel es sein muss – jeden Tag? Eher nicht.“

    Diese Frage beantwortet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung so: „Mehr als 300 – 600 g Fleisch und Wurst pro Woche sollten es nicht sein.“
    http://www.dge.de/…nt&pa=showpage&pid=15

    Wobei ich persönlich von Wurst eher abraten möchte, da Wurstwaren oft einen sehr hohen Fettgehalt und viele Zusatzstoffe enthalten. Besonders Nitritpökelsalz, das zum Pökeln und Konservieren eingesetzt wird, ist umstritten, da sich in Verbindung mit Eiweiß beim Braten oder Grillen krebserregende Nitrosamine bilden können. Wer allerdings seine Wurst mit einem Salat isst oder Fruchtsaft dazu trinkt ist auf der sicheren Seite, da das darin enthaltene Vitamin C die Bildung von Nitrosaminen reduziert.

  19. Stimmt, Salat enthält ja soviel Vitamin C. Salat sollte doch eher als Nitrat-Bombe angesehen werden. Wobei Nitrat / Nitrit ja auch sich so langsam zum Superstar der Ernährung mausert.
    Übrigens diese dumme Nitrosamine entstehen auch in anderen nitrathaltigen Lebensmitteln. Also auch in gegrillten Zuccinis oder sonstigem gegrillten Gemüse, doch dort stört es offenbar niemanden. Auch in manchen Käsesorten wird Nitrat zugesetzt (ohne Warnhinweis). Übrigens, Nitrat stärkt im Gegensatz zum Vitamin C (Pauling-Märchen) nachgewiesen das Immunsystem. Doch auch hier gilt, jetzt nicht tonnenweise Nitrat knappern sondern sich möglichst normal ernähren.

  20. Überdosierung @Jürgen Bolt

    Eine Überdosierung von Eisenpräparaten kann für die kindlichen Intelligenz allerdings auch schädlich sein, denn „Dass zu viel von dem Mineralstoff auch schaden kann, wissen die wenigsten. Nun zeigt eine aktuelle US-Studie: Kinder, die zu viel Eisen schlucken, entwickeln einen niedrigeren Intelligenz-Quotienten als der Durchschnitt. Auch bei anderen Entwicklungstests schneiden sie schlechter ab. Zudem leiden Kinder wie Erwachsene bei Überdosierung häufig unter Darmbeschwerden und das Risiko für Herzerkrankungen steigt.“

    Quelle: http://lifestyle.t-online.de/…/id_12915444/index

  21. Nochmal wegen dem Geruch

    Ich möchte mich auch einmal zum „Leichengeruch“ melden, denn ich kann die Beobachtung von Herr Benecke nicht bestätigen. Allerdings kann ich lediglich den Vergleich Krankenhaus-Pathologie und Hospiz gegen Fleischtheke anstellen.
    Wahrscheinlich verhält es sich bei einer zerstückelten, ausgebluteten Leiche die wie geschlachtetes Fleisch gelagert wird anders.
    Normalerweise entwickelt der physisch intakte tote Körper einen faulig-modrigen Leichengeruch der nichts mit einem gut abgehangenem Rumpsteak zu tun hat. Wer sich über den Geruch informieren möchte kann sich durchaus mal in eine Gruppe angehende Mediziner schummeln, die gerade eine pathologische Station besuchen. Andernfalls würden wohl auch überdurchschnittlich viele Menschen die berufsbedingt mit Leichen zu tun haben, eine Aversion gegen tierische Fleischprodukte entwickeln.

  22. @ Herr Bach

    Völlige Übereinstimmung!
    Hatte während meines Studiums das Vergnügen, mich in der Rechtsmedizin (u.a. im Rahmen eines freiwilligen Praktikumstages) ausgiebig mit allen Varianten von frisch und tot über knusprig durch (nach Wohnungsbrand), gut abgehangen (lag zwei Wochen in der Wohnung) bis überreif (noch ein bißchen länger in der Wohnung) in allen Gerüchen, Farben und Konsistenzen zu beschäftigen. Fazit: Nach den Kursen hatte ich mächtigen Kohldampf, weil sie einen halben Tag lang liefen! Insofern hätte Herr Plasberg auch mich an den Tisch setzen können, als abgebrühten Experten für Fleischgenuß…

  23. Na ja

    Alles wird besser, wenn kein Fleisch mehr gegessen wird, ein Schlaumeier bemerkte: „Solange es Sclachthöfe gibt, gibt es auch Schlachtfelder“. Das nenne ich Glaubensbekenntnis, das hat mit Ethik nichts zu tun.
    Seit meine Tochter Vegetarierin ist, geht es mir ihr in der Schule und menschlich bergab. So ich das auf den Mangel an tierischen Eiweiß schieben? Oder bloß auf die Pubertät? Wir haben Meinungsfreiheit.
    Ich sage nur folgendes: wer kein Fleisch mag, muss keines essen, wer ethische Bedenken hat, muss keines essen. Wer mich aber missionieren will, hat bei mir keine Chance. Ich esse gerne Fleisch. Da ich „vom Lande“ komme, Landwirtschaft in der Verwandtschaft habe/hatte, weiß ich, wie ein Schwein oder Rind aussieht, wie es ernährt und geschlachtet wird, wie es zum Nahrungsmittel und wie gut mir das schmeckt. An der Stelle verstehe ich den Kriminalbiologen nicht: ob roh oder gebraten: Schweinefleisch riecht ganz anders wie Rindfleisch und das wiederum ganz anders wie Geflügel oder Fisch.
    Wer glaubt, dass ein Verzicht auf Fleisch den Regenwald rettet, dem ist ein gerüttelt Maß an Naivität halt nicht abzusprechen. Aber ich verzichte ausdrücklich auf die üblichen dummen Sprüche gegenüber Vegetariern, die mir gerade durch den Kopf huschen.
    Sogenannte einfachere Kulturen weltweit haben fast überall gepflegten Fleischkonsum, im ewigen Eis z. B. geht’s gar nicht anders. Was wir hier uns an Debatte leisten geht nur wegen unseren sprichwörtlichen Wohlstands, wo Armut keinen Hunger mehr bedeutet.
    Übrigens, ich esse keine Tierleichen, ich esse Kadaver, roh, gebraten und gekocht! Und, Tiere werden nicht ermordet, sondern geschlachtet! Mahlzeit!

  24. Narkose

    Warum verabreicht man nicht den zu schlachtenden Tieren ein zur Gruppe der Barbiturate gehörendes Injektionsnarkotikum.

    Ich war beim Zahnarzt immer dankbar dafür.

    Weil die Kreislauffunktionen erhalten bleiben, kann man das zu schlachtende Tier auch problemlos ausbluten, bevor es das Bewußtsein wieder erlangt.

    Für Menschen wären die winzigen Mengen an Barbituraten, die im Fleisch verbleiben würden, völlig unschädlich.

  25. Marc Benecke und PeTA? Was wissen sie?

    Dr. Marc Berecke der „GWUP Experte“, der Esoterik und Sekten kritisiert und selber für die „S…. „PeTA wirbt. „S….“, weil bei PeTA nur Ingrid Newkirk ( 1. Vorsitzende von PeTA DEUTSCHLAND + PeTA USA) und eventuell noch eine Handvoll Freunde von ihr was zu sagen haben und die ganzen restlichen „Mitglieder“ nur als Propagandadrohnen und Spendenzahler genutzt werden. weil ihre Ideologie hermetisch abgeschlossen ist.
    Kaum jemand beschäftigt sich wirklich mit den Zielen und Methoden der Petarden. Für die meisten Menschen ist Tierschutz = Tierrecht. Und Tierschutz ist schließlich eine gute Sache. Also muss PeTA ja toll sein.
    Wie krude das hier gepflegte Gedankengut ist, lässt sich in fünf Minuten ergooglen. Von flachwurzelnden Schauspielschlauscheln darf man diese intellektuelle Leistung nicht erwarten, von einem „GWUP Experten“ hingegen muss man sie einfordern.
    Ich habe kein Problem mit vegan lebenden Menschen, denn über Geschmack ist nicht zu streiten. Worüber allerdings sehr wohl zu streiten ist, sind Ideologien, vor allem dann, wenn sie rücksichtslos und fanatisch bishin zur Menschenfeindlichkeit betrieben werden.

    PeTA: Geldauflage wegen Volksverhetzung
    http://www.charitywatch.de/index.asp?id=1330
    http://www.charitywatch.de/?id=1445&nv=2033

    Esowatch über PeTA und Ingrid Newkirk:
    http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=PETA
    http://www.petakillsanimals.com

  26. Sport und so

    Es gibt durchaus einige Beispiele dafür, dass eine vegane Ernährung sportliche Höchstleistungen ermöglicht. Besonders muss ich da an Carl Lewis denken, der nach eigenen Angaben durch die Umstellung auf eine vegane Ernährung seine größten sportlichen Erfolge erreicht hat. Er ist übrigens immer noch Veganer und macht auf mich einen sehr gesunden und ausgeglichenen Eindruck. Nicht nur Tierfreunde sollten möglichst auf tierische Lebensmittel verzichten sondern auch Pflanzenliebhaber. Es ist einfach so, dass für die Gewinnung von Fleisch ein vielfaches mehr an pflanzlicher Nahrung verwendet werden muss, als es bei dem direkten Verzehr von pflanzlicher Nahrung der Fall wäre. Natürlich gibt es Landflächen, die nicht für den Anbau von Obst und Gemüse geeignet sind, die aber eine gute Weidefläche für Kühe und Rinder darstellen. Diese Flächen sind aber nicht so groß, als dass sie den Nahrungsbedarf der Wiederkäuer vollständig decken könnten. Es hat jemand geschrieben, dass sehr viel Soja nach Deutschland importiert wird. Dieses Soja wird nicht wegen der unzähligen vegan lebenden Deutschen importiert, sondern dient überwiegend als Futter für Nutztiere. Wenn Deutschland vollständig autark seine Nutztiere versorgen wollte, müsste die Anzahl der Nutztiere um zwei Drittel reduziert werden. Man kann natürlich darüber streiten, ob es ethisch vertretbar ist, Tiere zu töten bzw. töten zu lassen, um seine Lust nach Genuss zu befriedigen (theoretisch ist eine vegane Ernährung ohne weiteres möglich, allein 1 Liter Sojamilch deckt bereits einen Großteil des Bedarfs der bereits erwähnten Nährstoffe ab – 40g Eiweiß, 1200mg Calcium…) aber unstrittig sollte sein, dass eine vegane Ernährung ökonomisch und ökologisch für die gesamte Menschheit einen Vorteil bewirken kann. Ich bin selbst kein Veganer, sympathisiere jedoch mit dieser Ernährungsweise und denke, dass sie erstrebenswert ist.

  27. Bei strengen Vegetariern (Veganern) kann es deshalb zu einer Unterversorgung mit Vitamin B12, Calcium, Eisen und Zink kommen, da sich diese Stoffe hauptsächlich in tierischer Nahrung finden.

    Hallo Mona, ich wollte nur einfügen das Vergetarier und Veganer Nicht das gleich sind! Vegetarier essen überhaupt kein Fleisch und keinen Fisch, Pescetarier essen zwar kein Fleisch, aber trotzdem Fisch und Veganer essen überhaupt keine Produkte, die von Tieren stammen. Das heißt weder Honig, noch Eier, Michprodukte, Fleisch, Fisch etc.
    Mfg, Maynie

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