Die homöopathischen Wissenschaftsfeinde vom Bayerischen Rundfunk

Update: Inzwischen hat die Redaktion der Sendung eine Stellungnahme abgegeben. Weiter unten ist diese von mir kommentiert worden. Ulrich Berger von der GWUP hat hier einen lesenswerten Artikel zum Thema geschrieben. 

Eine Wissenssendung sollte informieren, denkt man. Dass auch das Gegenteil geht, beweist “Faszination Wissen” vom Bayerischen Rundfunk.

„Dafür, dass da angeblich mit einem „Nichts“ kuriert wird, macht dieses „Nichts“ ganz schön viel Arbeit.“ – Moderator Gunnar Mergner

Wenn es um Homöopathie geht, scheint es bei Einigen auszusetzen: mit religiösem Eifer wird die geliebte Wundermedizin verteidigt. Der öffentlich finanzierten Rundfunk hat mit Herbert Hackels Sendung “Medizin oder Mogelpackung?”, die gestern (22.04.) zu sehen war, diesen Personen haltloses Argumentationsfutter geliefert. Allem Anschein nach wusste das Autorenteam schon sehr früh, wohin die Reise gehen soll, denn um eine Lanze für die Homöopathie zu brechen, verlässt es sich auf Anekdoten, zweifelhafte Wissenschaft und eine sehr selektive Auswahl der Interview-Partner – von Objektivität keine Spur.

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Gunnar Mergner und das Thema der Sendung: Samuel Hahnemanns Wissenschaft des verschüttelten Wassers und verriebenen Zuckers. Ein Klick führt zum Beitrag beim Bayerischen Rundfunk.

Als erstes wird einem die Erfolgsgeschichte von einer eigentlich unheilbar an Krebs erkrankten Ärztin und „eingefleischten Schulmedizinerin“ vorgeführt. Diese hätte neben ihrer Chemotherapie noch Homöopathie genommen, und sei daraufhin in der Privatklinik Clinica St. Croce genesen. Der behandelnde Arzt Dr. Jens Wurster hält eine Heilung von Krebs durch Homöopathika durch „Immunmodulation“ für möglich. 100 Erfolgsgeschichten gäbe es an der Klinik, ohne Verweis auf die Gesamtzahl der Behandelten. Es bleibt letztlich offen, was der Grund für die Heilung der Frau war, aber der Rest der Sendung drängt die Zuschauer/innen in die gewünschte Richtung. Dabei wissen wir: Eine Anekdote ersetzt keine Daten und eine fantastische und spekulative Erklärung ersetzt keine stichfeste Theorie.

Dann wird einem eine aufwändige schweizerische Studie von Heiner Frei aufgetischt, in der angeblich ADHS-Symptome von 80 Jugendlichen „ganz klar“ und „signifikant“ verbessert werden konnten. Dass es Kritik an der Studie von Wissenschaftlern der Uni Bern gab, wurde unterschlagen. In der Anfangsphase der Untersuchung wurde nämlich ein Viertel der Probanden ausgeschlossen, nachdem keine Verbesserung sichtbar war. Das verfälscht das Ergebnis und ist auch unüblich. In der Testgruppe A mit Homöopathie-Behandlung gab es eine Verschlechterung der Symptome, in der Testgruppe B gab es eine nur marginale Verbesserung, statistisch vielleicht signifikant, aber wohl kaum ein spektakulärer Beweis für die Wirksamkeit, wie die Mediziner letztlich auch zugeben.

„Tiere können sich ja eigentlich nichts einbilden, oder?“ – fragt Moderator Gunnar Mergner. Es folgt ein anekdotischer Exkurs in die homöopathische Veterinärmedizin – was streng genommen kaum etwas mit Homöopathie zu tun hat. Diese beruht nämlich auf der individuellen Therapie basierend auf dem Erscheinungsbild der Symptome, hier wird mit der Sprühflasche und auch noch vorbeugend appliziert. Außerdem ist die Anamnese und das Patientengespräch neben der Medikation die Grundsäule der Homöopathie, wie diese Unterhaltung wohl bei den tierischen Patienten abgelaufen ist? Und natürlich gibt es einen Placebo-Effekt auch bei Tieren: Dieser ist nicht nur „Lerneffekt“, denn auch Tiere können Erwartungshaltungen haben und konditioniert werden. Was der Placeboeffekt eigentlich ist, wurde von den Autoren auch gar nicht verstanden. Sie bezeichnen ihn wiederholt als einfache „Einbildung“, was dem Effekt natürlich nicht gerecht wird.

Dann kommt ein „spektakuläres Experiment“ mit Wasserlinsen, diesmal von Stephan Baumgartner der Uni Bern. Dieser versucht seit vielen Jahren mit verschiedensten Methoden Unterschiede zwischen homöopathisch verschütteltem und ganz friedlichem normalen Wasser herbeizumessen. Hier hat er kleine Wasserpflanzen mit Arsen vergiftet, um sie dann mit „potenziertem“ Arsen wieder zu heilen. Lassen wir mal außen vor, dass ein Patientengespräch mit Wasserlinsen noch schwieriger ist: Das Ergebnis wurde noch nie unabhängig bestätigt, also nehmen wir es einfach mal hin, ohne dass wir ihm viel Beachtung schenken müssen.

Es wird wiederholt suggeriert, dass Kritiker lediglich aufgrund der hohen Verdünnung von einer Nicht-Wirksamkeit ausgehen: „Wo kein Wirkstoff ist, kann auch keine Wirkung sein. Das ist das Argumentations-As im Ärmel der Kritiker“, “Wenn die HP eine Wirkung hat, dann ist sie mit naturwissenschaftlichen Gesetzen nicht zu erklären”, „die Logik der Zahlen scheint übermächtig zu sein“ tönt der Moderator. In Wahrheit stützen sich Homöopathie-Kritiker auf eine Reihe von wissenschaftlichen Studien, die keine Anhaltspunkte liefern, dass Homöopathie wirkt. Und natürlich muss man nach keinem Wirkmechanismus suchen, wenn man keine Wirkung feststellen kann.

Es gibt noch einige andere Kritikpunkte: etwa, dass wir noch nicht alles verstünden, was zwischen „Himmel und Erde passiert“ (Hamlet), demzufolge sei auch alles möglich; auch den Naturgesetzen widersprechende Homöopathie. Das ist natürlich Unsinn. Auch dass das Simileprizip („Ähnliches werde durch ähnliches geheilt“)  – neben der Potenzierung die grundlegende Anforderung für ein wirksames Homöopathikum – längst widerlegt ist, kommt nicht zur Sprache. Es werden stets unhinterfragt die Positionen der Befürworter vertreten.

Weshalb kommt eigentlich  keine einzige kritische Stimme im gesamten Beitrag vor? Das fragte sich auch Kommentator p0etwarri0r im zur Sendung gehörenden „Livechat“, der sich den wohl bekanntesten Kritikern der Alternativmedizin, Edzard Ernst, gewünscht hätte. Die Antwort von Herbert Hackl lautete:

Mit Herrn Ernst wollte ich nicht sprechen! Er wiederholt nur immer die gleichen Argumente und geht seinerseits nicht auf neuere Studien ein. Übrigens hat Herr Ernst früher selbst zu Homöopathie geforscht. Allerdings nach allgemeiner wissenschaftlicher Meinung methodisch ziemlich schlecht.

Jeder anständigen Journalist/in rollen sich bei dieser Aussage wahrscheinlich die Zehennägel nach oben. Muss man nicht weiter kommentieren, Herr Hackl hat sich damit selbst disqualifiziert.

Die Sendung ist eine unschöne Mischung aus „Anekdoten, zurechtgebogenen Studien, Verschwörungstheorie, und Hamlet-Argument“. Nicht gerade ein Aushängeschild für die Qualität des deutschen Wissenschaftsjournalismus.

***

Zur Stellungnahme

Update, 24. April: Inzwischen gibt es eine Stellungnahme der Redaktion von „Faszination Wissen“.

Dort behauptet die Redaktion, dass Vorhandensein einer Wirksamkeit und deren Mechanismus nach wie vor eine „offene Fragen“ seien. Das ist sicher der Fall unter den Homöopathen, mit denen die Redaktion gesprochen hat. In diesen Kreisen wird auch die große Metastudie von Shang et al. sicher kontrovers diskutiert. Im Rest der Welt wird das höchstens mit einem Achselzucken hingenommen. In der internationalen wissenschaftlichen Community hat die Homöopathie keinen Rückhalt – sie ist ein Phänomen vor allem des deutschsprachigen Raums.

Des weiteren meint die Redaktion, den Kritikern durch die Moderation genügend Sendezeit eingeräumt zu haben. Die Auffassung, dass die Kritiker-Position hier aber nur stark verzerrt wiedergegeben wurde, wird nicht geteilt. Es ist wohl kaum zu übersehen, dass die Position der Homöopathie-Befürworter überproportional mehr Raum in der Sendung gegeben wurde. Wäre die Homöopathie wirklich umstritten und hätte die Redaktion journalistisch sauber gearbeitet, hätte man beiden Seiten mindestens gleich viel Raum einräumen müssen. Beides war offenbar nicht gegeben, womit wir das Plädoyer „Pro Homöopathie“ erhalten, das wir am 22. April gesehen haben.

Auch die Verteidigung, man hätte zu keinem Zeitpunkt die Wirksamkeit einer homöopathischen Krebstherapie suggeriert, ist nicht haltbar. Es wird wiederholt behauptet, dass es ungeklärt sei, ob Krebs durch Homöopathie heilbar sei. Selbst der Deutsche Zentralverband homöopathischer Ärzte vertritt nicht die Position, Homöopathie könne Krebs heilen, man kann also annehmen, dass diese Möglichkeit von der Mehrheit der homöopathisch praktizierenden Ärzt/innen nicht geteilt wird.

Die Redaktion positioniert sich, wenn überhaupt, viel zu schwach gegen diese abstruse Hypothese. Im Gegenteil werden einige Indizien zugunsten der homöopathischen Krebstherapie dargestellt. So wird die Krebspatientin als praktisch unheilbar präsentiert, es wird gesagt, eine Chemotherapie könne das Leben lediglich „verlängern“. Die Heilung der Patientin sei drei Monate nach Beginn der homöopathischen Behandlung geschehen, so wären keine Metastasen mehr nachweisbar gewesen, ein Rezidiv könne aber nicht ausgeschlossen werden. Aus dem zeitlichen Zusammenhang wird hier ein kausaler Zusammenhang suggeriert, wenn auch nicht ausgesprochen. Jens Wurster jedoch präsentiert anschließend die kausale Erklärung, weshalb Homöopathie bei Krebs wirke.  Er behauptet, eine bis dato nie dokumentierte „Immunmodulation“ könne zur Krebsheilung (und zur Heilung von chronischen Krankheiten) führen. Wurster vertritt bekanntermaßen offen die Position, Krebs sei durch Homöopathie heilbar. Das ist gefährlicher Unsinn.  Die Sendung macht sich Wursters gefährliche Ansichten nicht explizit zu Eigen, gibt ihnen aber eine große Plattform.

Es wird ganz ausdrücklich gesagt: „Es wurden an der Clinica St. Croce über 100 Fälle dokumentiert, bei denen der Krebs nach einer homöopathischen Behandlung verschwand.“ Es hilft nicht, wenn der Moderator ein großes Fragezeichen an die Wand malt, und damit impliziert, dass Homöopathie wirklich Krebs heilen könnte. Nach allem, was wir wissen, ist das praktisch ausgeschlossen. Dieser Position sollte kein Platz im öffentlich-rechtlichen Fernsehen eingeräumt werden.

Weiterführende Links

Martin Ballaschk ist Biologe, enthält Glutamat und ist auch noch stolz drauf! Er bloggt hier über Dinge, die ihn erstaunen, aufregen oder die er einfach für sich und seine Mitmenschen aufarbeiten möchte. Beruflich als Kommunikator an einem Berliner Forschungszentrum, hier privat.

41 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. BR brrrr

    Danke Martin, in geschriebener Zusammenfassung wird überdeutlich, was das für ein massloser Unsinn war. Hat die Wissens-Redaktion beim BR eigentlich gerade Urlaub, oder wie sonst sollen wir uns das erklären?

    Ich habe mal schnell die Mitglieder des BR-Presserats durchgeklickt – soweit ich auf die Schnelle sehen kann, ist da kein einziger Naturwissenschaftler oder Mediziner dabei.

  2. @Joerg

    Der Presserat ist hier nicht zuständig, sondern der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks:

    http://www.br.de/unternehmen/inhalt/rundfunkrat/

    Natürlich kannst du eine Beschwerde verfassen, dir deine Wut und Verzweiflung von der Seele schreiben, deine Fassungslosigkeit ausdrücken, den Pfeifen aus der Redaktion gehörig die Meinung geigen und das Konvolut dann voller Genugtuung per Einschreiben in den BR ballern. Oder es einfach kostenlos in den Wald werfen. Der Effekt dürfte der gleiche sein.

  3. @Panagrellus

    „Ich habe mal schnell die Mitglieder des BR-Presserats durchgeklickt – soweit ich auf die Schnelle sehen kann, ist da kein einziger Naturwissenschaftler oder Mediziner dabei.“

    Wollen Sie damit dem Rest der Menschheit jede Urteilfähigkeit absprechen? Manche „Schulmediziner“ leben ganz gut davon ihren Patienten zusätzlich alternatives Zeugs, einschließlich Homöopathie, anzudrehen.

  4. @Mona

    Nein nein, natürlich nicht.
    Mein Kommentar war ganz pragmatisch gedacht: falls man sich wirklich beschweren wollte, hätte es nicht viel Sinn, einen Brief an „Sekretariat Rundfunkrat BR“ zu senden, wo das Ganze wohl versanden wird.

    Zielführender wäre es vielleicht, ein Rundfunkratsmitglied mit entsprechender Expertise direkt auf diese Unfug-Sendung anzusprechen.

  5. Für eine wissenschaftliche Sendung war der Beitrag gestern unterirdisch schlecht. Es ging scheinbar nur darum, die Wirksamkeit der HP irgendwie plausibel zu machen. Und wenn man sich dies zum Ziel setzt, braucht man nur die üblichen Techniken der Esoteriker/VTler zu nutzen: Nur das erwähnen, was der Sache nutzt. Bloß keine Kritiker zu Wort kommen lassen und darauf hinweisen, dass die Kritiker eh nur ferngesteuerte Diener der Pharmaindustrie sind.

    Und das im Bildungsfernsehen. Gebildet wirkt der Autor aber nicht gerade, vor allem der Kommentar zu Edzard Ernst. Hat gehört, dass dieser „schlechte Forschung“ betreibt. Soll heißen, alles was an der Lehre Kritik übt, ist schlecht.

    Ich frage mich wirklich, was im BR schief läuft. Pseudowissenschaft als Wissenschaft zu verkaufen, „Dokumentationen“ von wissenschaftlichen Laien erstellen zu lassen und dann noch von so einen [zensiert, M.B.] Moderator [zensiert, M.B.] präsentieren zu lassen.

    Da müssen an entscheidender Stelle entweder überzeugte Esotanten sitzen, oder die Strategie ist ähnlich der der Krankenkassen: Hauptsache Quote bzw. Mitglieder.

    Die Werbeclips im Maxiformat namens „Die Geschichte der Homöopathie“ läuft im BR ja in der Dauerschleife.

    Danke an den Blogger für den guten Beitrag hier, nicht alle lassen sich für dumm verkaufen.

    [Danke für den Kommentar. Ich musste oben ein wenig entschärfen, damit ich nicht juristisch angreifbar bin. M.B.]

  6. Ohne

    Vielen Dank für die Rezension, ich habe ich bisschen Angst davor, mir den Beitrag selbst anzusehen.

    Die Carstens-Stiftung bietet in einem Heft ein Sammlung von Indikationen (fünf) bei der WISSENSCHAFTLICH (!!!) erwiesen ist, dass Homöopathie wirkt. Nicht, dass sich Anwender auf diese Indikationen beschränken würden. Die Studien habe ich mir näher angesehen, dabei wurde klar, was in den Kreisen so als ‚Beweis‘ durchgeht:
    http://dieausrufer.wordpress.com/…-siegesrausch/
    Immerhin beruhigend, dass sich die Autoren an die Linie des DZVhÄ halten und Homöopathie nicht als alleinige Therapie bei schweren Erkrankungen…oh…

  7. Beschwerde sinnvoll

    Ich möchte einmal darauf hinweisen, dass eine Beschwerde mehr als sinnvoll und angebracht ist. In den letzten Jahren gab es mehrere Fälle, die im Nachhinein Wirbel ausgelöst haben.
    Da war zum Beispiel der Fall mit der „rosa Hühnerkacke“, einer Creme, welche die „Pharmaindustrie“ angeblich „verhindert“ hätte, weil sie ach-so-wirksam sei.
    War/Ist sie nicht: https://brightsblog.wordpress.com/2009/10/25/ein-offener-brief-an-klaus-martens-und-frank-plasberg/
    Der Autor dieser Werbesendung arbeitet nicht mehr beim WDR.

  8. Placebo

    Nach derzeitigem Stand des Wissens beruht die Wirkung der Homöopathie auf dem Placebo-Effekt.

    Deshalb ist es unverantwortlich, wenn Praktizierende unwirksame den wirksamen Medikamente vorziehen.

    In allen anderen Fällen plädiere ich jedoch darum den Placebo-Effekt wirklich ernster zu nehmen. Wenn ich annehme, dass dieser Effekt auf einer Mobilisierung der Heilungsfähigkeit des Körpers beruht, sollten wir besser lernen ihn einzusetzen.

    Warum die Mobilisierung? Liegt dem eine Allokationsstrategie des Organismus oder Nutzt das Immunsystem Informationen aus der (non-verbalen) Kommunikation zwischen Menschen? Wer weiss etwas dazu?

  9. Den BR bitte abschaffen – danke!

    Beim BR zeigt man sich uneinsichtig und argumentiert peinlich uninformiert: http://www.br.de/…homoeopathie-reaktion-100.html

    Ich bin ja für die Abschaffung des Staatsfernsehens: Wenn Privatsender Unfug erzählen, ist das deren privates Risiko, aber wenn öffentlich-rechtliche Sender so niveaulose Sendungen produzieren, ist das einfach nicht akzeptabel.

  10. Ganz recht!

    215 Euro „Demokratieabgabe“ pro Jahr. Dann ein solcher Blödsinn des öffentlich rechtlichen „Qualitätsfernsehen“. Ich erinnere an die Berichterstattung zur sagenhaften Genmaisstudie von Seralini, vorgetragen von einem mit finsterer Miene schauenden Claus Kleber im Heute-Journal!

  11. Danke an alle Kommentare! Ich habe ein paar Links angefügt, vor allem der Link zu den Schweizer Skeptikern fand ich sehr interessant. Danke, Panagrellus!

    Aus der Stellungnahme spricht meiner Meinung nach der reine Trotz. Ich habe oben eine Antwort zur Antwort angefügt.

  12. Dass der BR ein etwas komisches Verhätnis zu dieser Pseudowissenschaft führt, kann man wunderbar an der Vorabendserie Dahoam is dahoam beobachten. Die Protagonisten gehen gelegentlich in der Apotheke Globuli einkaufen und sagen auch immer wieder Sätze wie, „ah, die Globuli gegen Mikes Schlaflosigkeit“. Homöopathische Mittel werden dort mit einer Selbstverständlichkeit verkauft, dass es mir manchmal echt sauer aufstößt.

  13. Kommentare verschwunden

    Wenn ich das richtig sehe, sind die Kommentare, die es heute Nachmittag noch auf der Seite des BR verschwunden, bzw. Wurden ‚potenziert‘. Der, den ich geschrieben hatte, ist wohl erst gar nicht erschienen

  14. @Martin: der Link auf den Schweizer Blog funktioniert nicht!

    Schöne, dass der BR reagiert hat; zeigt zumindest, dass (auch) der Blog hier etwas bewegen kann. Die Stellungnahme ist aber wirklich armselig, sehr selbstgerecht. Kritik wäre vermessen und selbst hat man nichts falsch gemacht. Es wird immer noch behauptet, die Evidenzlage zur HP wäre unentschieden. Das ist die Unwahrheit, auf die die Redaktion bestehen will.

    Habe dort auch noch mal einen längeren Kommentar abgegeben. Mal sehen, ob der Morgen auch erscheint. Und ich bin auch nicht mehr so ausfallend geworden wie hier.

  15. @Konfuse

    Danke, Link ist korrigiert!

    Irgendwie ist es mir zu blöd dort in den Kommentaren. Jetzt fliegen da Sachen wie „Wissnschaft ist hochmütig“ und „Homöopathen sind die großen Querdenker“ durch die Luft.

    Eine Sammlung von non sequiturs, aber wie sonst soll man sich die Wirksamkeit der Homöopathie erklären?

  16. Homöopathiestudien

    Hallo, Du hast mit mir auf Youtube diskutiert und hiermit verlegen wir die Diskussion in diesen Blog. Du hast geschrieben, dass man (ich nehme an, ausreichend gründlich) Homöopathie getestet hätte. Hast Du mir ein paar Studien? Mich interessieren keine Pseudostudien, weder pro noch contra Homöopathie.

  17. @ Yawnpawn1

    Nicht nur Einzelstudien, sondern eine „Studie von Studien“,also eine Analyse der gesamten Literatur zum Thema , haben Shang und Kollegen bereits 2005 veröffentlicht.

    „Pseudostudien“ kaman darin nicht vor und die Autoren haben strenge Qualitätsforderungen angewandt und sich nur auf die besten Arbeiten konzentriert, d.h. viele Teilnehmer, gute Kontrollen. Das ist genau die Studie, die in der peinlichen BR Sendung ohne jede Begründung als „methodisch fragwürdig“ verleumdet wurde.

    Passte eben nicht zur tendenziösen Ausrichtung des BR-Autors. Schlussfolgerung ist nämlich:

    “ This finding is compatible with the notion that the clinical effects of homoeopathy are placebo effects.“
    – klinische Effekte der Homöopathie sind Placebo.Effekte.

    Referenz:
    „Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy“
    Shang et al, The Lancet 2005, Vol 366, Issue 9487, p726

  18. Nachtrag

    ich hätte besser schreiben solle, die Studie wurde in der Sendung ohne DURCHDACHTE Begründung als „methodisch fragwürdig“ eingestuft.

    DIe Kritik an Shang et al, in dieser Sendung und anderswo, ist der, dass qualitativ minderwertige Studien ausgeschlossen wurden und letztlich nur die 8 besten Studien in die Analyse einflossen. Das ist aber methodisch korrektes Vorgehen, weil eine große Zahl minderwertiger Studien das Resultat der Analyse verzerren – das ist ein bekannter Effekt bei „Studien über Studien“ (Metaanalyse).

    Hätte der BR-Autor erwähnen und erklären können. Hat er aber nicht.

  19. Hallo Yawnpawn,

    schön, dass du hergefunden hast.

    Dr. Panagrellus hat eigentlich schon das wesentliche zu der Shang-Arbeit gesagt.

    Was die Frei-Studie angeht, bleibt die oben formulierte Kritik bestehen. Ansonsten bin ich erst wieder heute abend in der Lage, zu antworten, jetzt geht es mit dem Kind in den Tierpark 😉

    Viele Grüße
    Martin

  20. Homöopathiestudien

    Ihr und die Shang-Studie bewertet Studien als hochwertig, wenn 1. Placebokontrolle, 2. doppelte Verblindung und 3. Randomisierung angewandt werden und 4. die Fallzahlen möglichst hoch sind. Soweit sind wir uns alle einig. Aber es gibt ein Problem: Homöopathen verabreichen Patienten nach einem – nennen wir es einmal komplexen – Verfahren Schema ihre Mittel. Die Frei-Studie ist die Erste, von der ich höre, die diesem Ansatz gerecht wird. Die Shang-Studie bestätigt im Grunde nur, was ein Teil (ich nenne ihn mal den ernstzunehmenden) auch sagt: Man kann nicht schematisch Krankheit A mit Mittel B behandeln, sondern muss „individualisiert“ behandeln. Damit ist die Shang-Studie genauso wie die Wasserlinsen-Studie bezüglich „klassisch homöopathischer“ Therapie ziemlich aussagefrei. Zu behaupten, die Homöopathen kritisierten „an Shang et al, in dieser Sendung und anderswo […] dass qualitativ minderwertige Studien ausgeschlossen wurden und letztlich nur die 8 besten Studien in die Analyse einflossen“ ist polemisch, ich möchte mich bitte sachorientiert austauschen.
    Mir ist (um noch mal auf Frei zurückzukommen) klar, dass das vorherige Ausschließen eines Viertels der Probanden nicht zum Normalprocedere gehört, aber mir ist nicht plausibel dargelegt, wieso damit die Ergebnisse nicht mehr verwertbar sein sollen, abgesehen davon, dass das Vorgehen nachvollziehbar ist und sinnvoll erscheint, wenn man klassische Homöopathie (also Homöopathie so ziemlich nach Hahnemann) bewerten will.
    Ok, jetzt hör ich mal auf zu texten, bin schon gespannt auf Antworten (viel Spaß im Zoo übrigens, wird bestimmt Einiges los gewesen sein!)…
    Ich möchte mich übrigens outen als Homöopathieanwender. Ich bin aber nicht überzeugt von *irgendwas* an der Homöopathie, außer von ihren – ja, rein subjektiven – Erfolgen. Bitte trotzdem vernünftig und friedlich mit mir weiter diskutieren. Ich will Euch auch nicht bekehren (bin ja nicht mal selber richtig gläubig, um beim Bild zu bleiben), zumal ich nicht die Argumente dafür habe.
    Ich hoffe, es war kein Fehler, mich zu outen, aber alles andere hätte ich als unfair empfunden. Mit den Antworten hat es übrigens Zeit, ich kann auch nicht immer gleich antworten.
    Viele Grüße,
    Stefan

  21. @Yawnpawn1

    Bin mal so frei zu antworten, der gestresste Doktorrand braucht auch mal seine Ruhe 😉

    Eine Kritik zu der Studie von Frei et al. findest du im verlinkten Schweizer Blog.

    Es geht bei der Kritik ja auch nicht um eine einzelne positive Studie zur HP, sondern um die unkritische Heranziehung einer solchen Studie, um die Wirksamkeit der HP zu belegen.

    Sich 1. nicht mit den Mängeln der Studie und 2. nicht mit der der weiteren Studienlage zur Thematik zu beschäftigen ist aus wissenschaftlicher Sicht mehr als kritikwürdig.

    Und da ist die vielzitierte „Shang-Studie“ eben doch sehr aussagekräftig. Es ist ja eine sogenannte Meta-Studie, die eine Bewertung anderer Studien durchführt.

    Natürlich kann eine „qualitativ höherwertige“ Studie auch eine positive Schlussfolgerung zur Wirksamkeit der HP erbringen. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Befundes sinkt aber mit der Verwendung höherer Standards. Das ist die eigentliche Schlussfolgerung der Shang-Studie.

    Wo soll aber ein Widerspruch zwischen Verblindung und individueller Behandlung sein?

  22. Homöopathiestudien

    Da gibt es z.B. eine von Homöopathen in England durchgeführte und vielbeachtete Studie, die sogar frei zugreifbar ist, und wissenschaftlichen Kriterien genügt: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/…rticles/PMC3093927/
    (Rheumatology (Oxford). 2011 June; 50(6): 1070–1082) – sie ist ein wenig klein geraten, damit fehlt ihr die große Aussagekraft, aber ansonsten ist sie wohl methodisch sauber (auch die von Homöopathen geforderten Randbedingungen der individuellen Behandlung wurden erfüllt) – und kommt natürlich zu dem Ergebnis, zu dem man immer kommt, wenn man das Ganze sauber untersucht – wie der Titel schon sagt: „Homeopathy has clinical benefits in rheumatoid arthritis patients that are attributable to the consultation process but not the homeopathic remedy: a randomized controlled clinical trial“ – was wirkt, ist die Interaktion Patient – Arzt – sonst nichts. Edzard Ernst fasst es im Editorial so zusammen (das deckt sich aber nicht mit der Meinung der Autoren des Artikels, die für ein „Weiter so“ plädieren): „I therefore suggest that we avoid unnecessary complications
    and take the results of Brien et al. at face value. Homeopathic remedies are ineffective and empathetic therapeutic encounters are helpful. So, we should discard the ineffective and adopt the helpful. If we do this, we must tell our patients that homeopathic remedies are
    both implausible and ineffective. Thus, they cannot be recommended. Of course, we should be equally clear
    that therapeutic relationships affect clinical outcomes.“ (Rheumatology (Oxford). 2011 Jun;50(6):1007-8 – nicht frei verfügbar).

  23. Weiteres zu Studien

    Viel von Homöopathen zitiert wird die folgende Meta-Analyse von Linde et. al.: Are the clinical effects of homeopathy placebo effects? A meta-analysis of placebo-controlled trials. (Lancet. 1997 Sep 20;350(9081):834-43) Die kommt nämlich noch zum Ergebnis: „The results of our meta-analysis are not compatible with the hypothesis that the clinical effects of homeopathy are completely due to placebo. However, we found insufficient evidence from these studies that homeopathy is clearly efficacious for any single clinical condition.“ Dabei lassen Homöopathen gerne unter den Tisch fallen, dass die Meta-Analyse einem Review vom selben Autoren-Team unterzogen wurde, in dem diese Verzerrungen ihrer ersten Analyse korrigierten: Impact of study quality on outcome in placebo-controlled trials of homeopathy. (J Clin Epidemiol. 1999 Jul;52(7):631-6) – in der Diskussion notieren sie dazu: „The evidence of bias weakens the findings of our original meta-analysis [7]. Since we completed our literature search in 1995, a considerable number of new homeopathy trials have been published. The fact that a number of the new high-quality trials (e.g. 14 and 15) have negative results, and a recent update of our review for the most “original” subtype of homeopathy (classical or individualized homeopathy [16]), seem to confirm the finding that more rigorous trials have less-promising results. It seems, therefore, likely that our meta-analysis [7] at least overestimated the effects of homeopathic treatments.“

  24. Yawnpawn1 , Polemik?

    Zu behaupten, die Homöopathen kritisierten ‚an Shang et al, in dieser Sendung und anderswo […] dass qualitativ minderwertige Studien ausgeschlossen wurden und letztlich nur die 8 besten Studien in die Analyse einflossen‘ ist polemisch, ich möchte mich bitte sachorientiert austauschen.

    Der Vorwurf der Polemik fällt auf die Homöopathen zurück. Diese Art der Kritik wurde und wird geäussert, das kann jeder in den einschlägigen Homöopathie-„Fach“zeitschriften nachlesen.

    Und auch in der BR-Sendung und der verunglückten Stellungnahme der Redaktion wird genau dieser Vorwurf an Shang et al angesprochen: Re-analysiert man die Daten – nämlich, indem man die Kriterien für eingeschlossene Studien aufweicht und mehr der kleineren Studien einbezieht- dann hat man irgendwann einen (formal) statistisch signifikanten Unterschied zwischen Homöopathie und Placebo.

    Nichts davon ist neu, und die Argumente der kreativen Re-analysten sind haltlos. Siehe z.B hier für eine ausführliche Behandlung des Themas ( von 2008, aber ich denke nicht, dass sich seitdem Wesentliches getan hat)

    scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/12/10/neue-evidenz/

    (werde ich jetzt hier verbannt, wenn ich einen Link zu den Scienceblogs zitiere? (: )

  25. yawnpawn

    Hallo liebe Schreiber,

    was Ihr schreibt, klingt plausibel.
    Ich muss mir aber genannten Studien erst mal durchlesen, bevor ich mir ein Urteil bilden kann. Da brauche ich noch Einiges an Zeit, das, was ich bisher überflogen habe, habe ich entweder falsch verstanden oder die Zahlen in Studie und Kommentar zur Studie sind nicht in Einklang zu bringen (was ja nicht sein kann, wenn es um Rohdaten geht), das mag aber daran liegen, dass ich mir zwischen Beruf, Frau und zwei kleinen Kindern Zeit abknappsen muss und ich in diesen Zeiten nicht gerade mental stark bin. 😉
    Wenn ich nach der Nachforschung mit Euch einig werden sollte, dann verstehe ich aber immer noch nicht, wieso viele Skeptiker so einen Quatsch wie die „nichts drin, nichts dran“-Aktionen machen und Sendungen wie das Spiegel TV Magazin vom 01.05.2011: Homöopathie befürworten. Doch dies nur am Rande, das ist für mich erst mal nur eine Randnotiz.

    @Konfuse
    „Sich 1. nicht mit den Mängeln der Studie und 2. nicht mit der der weiteren Studienlage zur Thematik zu beschäftigen ist aus wissenschaftlicher Sicht mehr als kritikwürdig.“

    Das sehe ich auch so.

    „Wo soll aber ein Widerspruch zwischen Verblindung und individueller Behandlung sein?“

    Es gibt keinen. Aber es ist extrem viel aufwendiger, eine korrekte Studie zur Homöopathie zu verfassen, als es so zu tun, wie es die Shang-Studie meiner Erinnerung nach getan hat (ich weiß nicht mehr, ob ich sie ganz gelesen habe, ist ja schon was her), nämlich Studien heranzuziehen, in denen nach dem Procedere „ein Mittel X für 100 Leute, die an Krankheit Y erkrankt sind“ gearbeitet wird. Das ist vermutlich die methodische Fragwürdigkeit, auf die sich der BR-Beitrag bezieht (es wird ja wenig Hintergrund beleuchtet in der Sendung, wenn auch mehr, als in üblichen Homöopathie-Sendungen). Eine Studie ist eben nicht nur minderwertig, wenn sie z.B. nicht placebokontrolliert ist, sondern sie ist noch minderwertiger, wenn es nur um irgendwie verabreichte potenzierte Substanzen und nicht um homöopathische Therapie geht. (Natürlich gilt das in beide Richtungen: wenn an Wasserlinsen Effekte potenzierter Substanzen nachgewiesen werden könnten, dann wäre dies kein Beleg für die Wirksamkeit homöopathischer Therapie.)

    @Holger
    Danke für die interessant klingende Rheuma-Studie, die werde ich mir sicherlich durchlesen. Ich stimme Ernst zu, wenn er die Effekte homöopathischer Behandlung einfach nur durch Zuwendung erreicht (bzw. ein Zuwendungsprocedere entwirft, das ebenso erfolgreich wie homöopathische Behandlung ist). Ich fände es nicht schlimm, wenn weiter Globuli verordnet würden, die Patienten aber darüber aufklären würden, dass die verordneten Globuli unwirksam sind (sofern man bei dem Versuch, ein erfolgreiches, nicht-homöopathisches Zuwendungsprocedere zu entwerfen, scheitern würde).
    Zur Meta-Analyse von Linde: Da ist Dein beschriebenes Verhalten der Homöopathen natürlich nicht korrekt, sofern sie nicht gut begründen können, weshalb sie den Review nicht im Ergebnis verwerfen.

    @Pangrellus
    Meinen Polemikvorwurf hätte ich genauer begründen sollen, sorry. Ich meinte damit diejenigen Korrelationsvorwürfe je höherwertiger die Studie, umso vernichtender das Ergebnis, die aus oben genannten Gründen unhaltbar sind.
    Danke für den Link, les ich mir auch noch durch.

    An alle also nochmals Danke für die guten Antworten, ich melde mich nochmals, wenn ich mich ein Argument von mir oder Euch entkräften kann.
    Viele Grüße,
    Stefan

  26. Solange Promis Homöopathie empfehlen,

    .. solange wird sie wohl weiterexistieren, denn was ein Peter Sloterdijk die Homöopathie als „plausibel und unglaublich in einem, rätselhaft und wirkungsvoll“ preist, solange scheint sie kompatibel mit gesundem Menschenverstand, denn jeder Zuschauer des philosophischen Quartetts und jeder Leser seiner Bücher wird Sloterdjik als kritischen und gebildeten Geist einschätzen und nirgends Hokuspokus oder Verschwörungsgedanken finden. Mit einer Ausnahme eben: Homöopathie. Homöopathie ist für mich Hokuspokus.

    Weiter liest man im oben verlinkten Artikel:
    „Ebenfalls begeistert von der Homöopathie ist die Frau von Ex-Kanzler Gerhard Schröder. Doris Schröder-Köpf übernahm die Schirmherrschaft des Homöopathischen Weltärztekongresses. Auch der Philosoph Peter Sloterdijk setzt sich unter anderem mit den lebensphilosophischen Aspekten der Homöopathie auseinander und Schauspielerin Anna Loos hat auch kein Problem damit, sich gegenüber der Klatsch-Presse zu ihrer Homöopathin zu bekennen.“

    Und die Macher der oben kritisierten Sendung können sich dann auf solche Promis berufen. Das ist das wirklich Schlimme: Dass es Politiker (z.B: Renate Kühnast,auch Schröder Kopf steigt in die Politik ein), Philosophen und andere bekannte Persönlichkeiten gibt, die sich dafür stark machen. Auch in der Bevölkerung nimmt die Zustimmung zur Homöopathie zu, nicht ab. (Zitat)„. Laut einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach haben 53 Prozent der erwachsenen Bundesbürger schon einmal homöopathische Mittel verwendet – noch 1970 war es nur knapp jeder Vierte.“

    Ob Studien, die die Wirkungslosikgeit der Homöopathie zeigen, daran etwas ändern, wage ich zu bezweifeln.

  27. @Martin Gesamtschau Studien Homöpathie

    Dieser Kommentar wurde hierhin verschoben. Das erscheint mir sinnvoll, da sich dieser Kommentar sich nicht auf die BR-Sendung bezog, sondern besser zu dem anderen Artikel passt. Dort ist auch meine Antwort. M.B.

  28. @ Holger Homöopathiestudie Rheumatologie

    Hallo Holger,

    ich habe die Studie mal angefangen zu lesen. Da bin ich schon darauf gestoßen, dass, wenn ich das richtig verstanden habe, die homöopathisch behandelten Probanden gleichzeitig eine Rheuma-Basistherapie erhalten haben. Wenn das stimmt, könnte dies ein Grund für das Ergebnis sein. Denn ich kenne es so, dass Homöopathen sagen, dass bestimmte Arzneien wie z.B. Glukocorticoide (in der Rheumabasistherapie gern verwendet) das Ansprechen auf naturheilkundliche Methoden blockieren können (was – wenn man überhaupt von einer potenziellen Wirksamkeit ausgeht – durchaus plausibel erscheint wenn man sich ansieht wie Glukocorticoide wirken).
    Mir ist natürlich klar, dass genauso gut der Grund für das Ergebnis der Studie die schlichte und generelle Unwirksamkeit potenzierter Arzneien sein kann.
    Was mir von E. Ernst her noch nicht klar ist: Die Studie scheint ja den „psychotherapeutischen“ Anteil der homöopathischen Behandlung zu belegen, warum will er diesen nicht entsprechend seinem Vorsatz „we should discard the ineffective and adopt the helpful“ nutzbar machen, sondern die gesamte Homöopathie über Bord werfen will.

  29. In Sachen Homööopathie – eine Beweisaufn

    Es gibt Beweise … dass die angeführten Beweise keine Beweise sind! Es ist unfassbar, wie hier von einem öffentlichen Sender polarisiert wird. Ich empfehle das o.g. Buch sowie den neuen Blog von Dr. Norbert Aust, der die angeblichen „Beweise“ unter die Lupe nimmt und erklärt, was es damit auf sich hat. Es ist nicht zu fassen! http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de

  30. Zur angesprochenen Rheumastudie

    Zum Thema „Homöopathie bei rheumatoider Arthritis“ liegt die Analyse von Dr. Aust auf seinem Blog http://www.Beweisaufnahme-Homoeopathie.de vor. In dieser bespricht er u.a. die von Ihnen angesprochene Studie. Was glauben Sie, zu welchem Schluss er gelangt? Leider kein Beweis für die Wirksamkeit erbracht.

  31. Pingback: “Die Geschichte der Homöopathie” wieder bei BR-alpha @ gwup | die skeptiker

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