Bio-Mondscheinkäse, an Lichtblüten-Tagen gekäst

Ein ziemlicher Ausnahmekäse hat mich in einem Berliner Supermarkt angeschaut: Ein laktosefreier Biologisch-dynamischer Mondscheinkäse, der dazu noch an Licht-Blütentagen gekäst wurde, und dessen Rinde mit Aqua-Luna-Wasser gepflegt wurde! Kein Witz, der folgende superesoterische Wunderkäse steht vermutlich tausendfach in deutschen Supermärkten.

Mondscheinkaese

Leider hab ich das Demeter-Zeichen ganz oben nicht mitfotografiert.Der Käse ist damit auch „Bio-Dyn“ und ganz besonders esoterisch. 

Fotografiert hab ich’s und bei Twitter gepostet – nachdem das Bild dann sogar auf der Twitter-Startseite aufgetaucht ist, und ich mich vor Retweets nicht mehr retten konnte, dachte ich mir, mache ich doch einfach einen eigenen Blogartikel draus! Offenbar amüsiert der Eso-Käse die Leute 🙂 

Was steckt dahinter?

Über „Bio“ müssen wir uns nicht weiter unterhalten, ich denke, jeder weiß, was das ist. Darüber, dass Bio-Produkte vor allem ein gutes Image haben und  bei umweltbewussten Kunden besonders gut ankommen, hatte ich ja letztens erst berichtet.

Nächster Punkt: Der Mondschein im Mondkäse – was soll das denn bitte sein? Mit etwas Phantasie lässt sich das „Aqua-Luna-Wasser“ damit in Verbnindung bringen, mit der die Rinde behandelt wurde. Laut Esowatch ist „Mondwasser“ bei Vollmond abgefülltes Wasser, besondere Kräfte inklusive. Gerade bei Rudolf Steiners anthroposophischer Heilslehre haben die Himmelskörper eine besondere Bedeutung, auch der Mond. Im Anthrowiki liest man:

Die Ätherströme, die von regelrecht entwickelten Geistern der Weisheit vom Mond herabgesendet werden, haben auf Erden das Silber erzeugt. Silber ist gleichsam verdichtetes Mondenlicht. In der Sprache entspricht dem Mond der Vokal EI. Im Pflanzenwachstum werden die Wachstumsknoten bzw. der Fruchtknoten durch den Mondeneinfluss gebildet, und unter den Bäumen entspricht die Kirsche dem Mond.

Ich rate im Übrigen dringend davon ab, die Originalzitate von Steiner zum Mond zu lesen – die Gefahr einer akuten Gehirnverschwurbelung besteht!

Nun ist die Molkerei „Andechser Natur“ offenbar kein ausdrücklich anthroposophisches Unternehmen, anders als etwa der Kosmetikhersteller Weleda. In Andechs wird wohl nach biologisch-organischem Standard gearbeitet, und nicht biologisch-dynamisch. Kein Eso-Käse ist perfekt, wie es scheint, bio-dyn wäre doch wohl das Mindeste gewesen, wenn man schon so einen Käse fabriziert, oder? Nachtrag: Wie Mona in einem Kommentar weiter unten schreibt, ist der Käse laut Produktseite mit Demeter-Kuhmilch hergestellt (das Demeter-Zeichen auf der Packung hab ich wohl beim Fotografieran abgeschnitten). Und alles was „Demeter“ heißt, ist, soweit ich weiß, biologisch-dynamisch und anthroposophisch-steinerianisch. Also doch der perfekte Bio-dynamische laktosefreie Mondscheinkäse? 

Die Andechser-Molkerei hat womöglich versucht, sich mit dieser erstaunlichen Anhäufung von Esoteriker-Vokabeln (nach dem Motto „viel hilft viel“?) die Hardcore-Klientel der Reformhäuser zu angeln. Anders kann ich mir den letzten Punkt, nämlichen das Käsen an „Wärme-Fruchttagen“ und „Licht-Blütentagen“ nicht erklären. Eine Googlesuche nach dem letzen Begriff fördert nur Berichte über den Käse selbst zutage. Noch ein Nachtrag: Wärmetage und Blütentage stammen offenbar aus dem Mondkalender (Dank an Kommentator Schwurbel).

Trotzdem: das ist alles wohl nur ein ausgesprochen plumper Griff in den Grabbeltisch der esoterischen Marketingbegriffe. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand den Käse kauft, weil er den Käse glaubt, der da vorn aufgedruckt ist. 

Links

Martin Ballaschk ist Biologe, enthält Glutamat und ist auch noch stolz drauf! Er bloggt hier über Dinge, die ihn erstaunen, aufregen oder die er einfach für sich und seine Mitmenschen aufarbeiten möchte. Beruflich als Kommunikator an einem Berliner Forschungszentrum, hier privat.

39 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Endlich: Der Käse zur Esoterik

    Was ist das denn für ein Supermarkt wo Du den Esokäse gesehen hast? Der Vorteil ein kleiner mies bezahlter Angestellter zu sein, besteht ja darin, dass man sich nur den Discounter leisten kann, der sich wiederum keine „Kreativen“ leistet, die solche aufwendig verschwurbelten Verpackungen kreieren. Meine Lebensmittel sind alle neutral weiß verpackt mit einen einfachen JA! drauf. Sollen doch die Waldorflehrer und andere dekadente egozentrische Esospinner an ihrem Esokäse ersticken. Friede den Hütten, Esokäse den Palästen!

  2. Käsetage hat doch jeder Mal.

    Wahrscheinlich sind die Licht-Blütentage alle geraden Tage und die Wärme-Fruchttage alle ungeraden, was praktischerweise bedeutet, dass in Andechs das ganze Jahr über Käse produziert werden darf. Oder es gibt eine ganz einfache Erklärung.

  3. SchwurbelSchwurbel

    Die Googlesuche nach Blütentagen bringt diesen Mondkalender zu Tage: http://www.nabu-hilden.de/html/mondkalender.html

    Demnach sind Licht-Blütentage immer dann, wenn der Mond irgendwie im Sternbild Zwilling, Waage oder Wassermann steht.

    Wärmetage sind auch faszinierend: An denen herrscht nämlich eine angenehm warme Grundwitterung, obwohl die Gesamtwetterlage eher unfreundlich ist. Passt garantiert immer.

  4. Alles Käse

    „Nun ist die Molkerei „Andechser Natur“ offenbar kein ausdrücklich anthroposophisches Unternehmen“

    Ich habe mir einmal die Website der Andechser Molkerei angesehen. Als Zutat für den Bio- Mondschein Käse wird „Pasteurisierte demeter Kuhmilch“ verwendet. Da haben wir also die Verbindung zu Steiner. Welche Verbindung zwischen Mond und Käse besteht habe ich allerdings nicht herausgefunden. Aber gab es nicht einmal die Theorie, dass der Mond aus grünem Käse besteht? 😉

    http://www.andechser-natur.de/…d86e39ebbe43703b4

  5. Betrüblich

    wahrlich wahrlich, betrüblich ist’s in diesen Zeiten, der unwissenden worte zu vernehmen.

    je größer aufgeblasen die illusion, das unfassliche jenseits der schleier nicht greifen zu müssen, je lauter schallt der schwall an belehrungen einer nichtigen weltlichkeit zu uns herab.

    nur noch wenige weise bleiben, wenden sich ab und wirken weiter leise im stillen für jene, die andächtig den sternen lauschen.

  6. Meine Empfehlung, um das Leben so richtig in vollen Zügen genießen zu können:
    Man begebe sich ins Schlafgemach und nehme ein Bio-Mondscheinkäsebrötchen bei romantischem Kerzenlicht, leichten Ventilatorwind und Räucherstäbchenduft zu sich und lasse sich bei leiser Hintergrundmusik nach Wahl von dem oder der Geliebten eine heilige Schrift vorlesen.

    Ach ja, „Friede den Hütten, Esokäse den Palästen!“ gefällt mir auch ganz gut. LOL

  7. Sie wissen schon, dass Sie sich der schweren vorsätzlichen Körperverletzung schuldig machen, indem Sie auf dieses Wiki verlinken… Himmel, Hintern und Nähgarn!

    *ächz*

  8. Nachtrag

    Ich möchte aber zur Rettung des Käses hinzufügen, dass ich mich dach jeder Käsestulle immer sehr energetisch aufgeladen fühle. Scheint dann ja doch zu wirken, oder? Erhöht dieser Mondscheinenergetischdingsbums eigentlich die Kalorienzahl des Käses?

  9. was fuer ein Kaese….

    … und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

    Ich habe nach 4 Zeilen Mondgeschwurbel auf der Anthrowikiseite aufgegeben.

    Aber sicherlich kauft doch kein Eso-Oeko, der was auf sich haelt, im normalen Supermarkt ein. Und kein normaler Mensch kauft so was (ok, ich wuerde es kaufen, zur allgemeinen Belustigung der Familie/Freunde) – kann damit doch nur ein Verlustgeschaeft sein.

  10. Vielen Dank für die vielen Kommentare!

    Offenbar habe ich ganz schlampig und halbherzig recherchiert, und sowohl das Demeter-Zeichen, als auch den Mondkalender übersehen …

    Ich arbeite das so schnell wie möglich ein, versprochen!

  11. Der Mond und der Käse

    An dieser Stelle möchte ich gerne auf unser „Internationales Institut für Erfahrungsheilkunde (IIfEh)“ hinweisen, welches das Ziel verfolgt, vor dem Hintergrund einer ganzheitlichen Betrachtungsweise Aspekte des Mondes, des Käses, der Schulmedizin, Naturheilkunde und Erfahrungsmedizin unter Einbeziehung modernster wissenschaftlicher Erkenntnisse zusammenzuführen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Rahmen eigener wissenschaftlicher Forschungstätigkeit werden Studien und Anwendungsbeobachtungen sowie Literaturrecherchen und -aufbereitungen zu Themen wie Wirkung von Mikronährstoffen, Heilung über das Nervensystem, Ernährungsmedizin, Einfluss von Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen auf die Gesundheit und Zusammenhänge zwischen Mensch, Umwelt und Gesundheit durchgeführt. Dies geschieht unter anderem in Zusammenarbeit mit der HG Naturklinik Michelrieth, dem Diagnostischen Centrum für Mineralanalytik und Spektroskopie und der Ärztegesellschaft für vegetarische Ernährung. Ein weiteres zentrales Anliegen des Instituts ist daneben die Förderung des Tierschutzes, indem insbesondere die Vorteile einer vegetarischen Ernährungsweise wissenschaftlich fundiert und in den größeren Kontext globaler Entwicklungen wie Klimawandel, Abholzung der Regenwälder, Trinkwasserversorgung, Luftverschmutzung und globaler Hunger eingeordnet werden. Hier ist die Aufklärung der Bevölkerung heute dringender denn je, denn Heilwerden heißt auch Heilung des Menschen und seiner Umwelt, des Planeten Erde.

  12. Käse – Bio, demeter, Mondschein

    Also ich finde es erst mal ganz super, dass es Bio-Käse gibt. Und wenn er auch noch demeter-geprüft ist, dann weiß man wenigstens, dass die Kühe nur Gras und keinen sonstigen Mist essen.
    Ich glaube auch, dass es Auswirkungen vom Mond etc. gibt, die man zwar im einzelnen nur schwer nachvollziehen kann, die aber doch zu besseren Produkten führen.

  13. Demeter- Futtermittel

    >“…dass die Kühe nur Gras und keinen sonstigen Mist essen.“

    Ist Kraftfutter bei Demeter verboten? Und wie siehts mit Salzlecksteinen und Mineralfutter, dass im Winter zugefüttert wird, aus?

  14. Gherin-Kenton

    >“…dass die Kühe nur Gras und keinen sonstigen Mist essen.“

    Welches Wasser fiel auf das Gras? Wo kommen die Grassamen her? Kann ich bitte die Krankenakte der Kühe lesen? Und ein Prüfprotokoll hätte ich gern, dass die Bauern die Kühe in sauberen Ställen halten und die Melkanlage nach jeder Kuh desinfiziert wird…

    Leute, wacht auf! Träumt nicht irgendwelchem Schnickschnack hinterher, sondern fangt an, etwas zu bewegen! Ich habe wirklich nichts gegen biologisch angebaute Produkte, im Gegenteil. Aber was interessiert das bitte schön den Kometen, der in fünf Milliarden Lichtjahren Entfernung in einen wunderschönen Planeten kracht und alles auslöscht, was die Evolution (oder wer auch immer) über Milliarden Jahre geschaffen hat? Das ist einfach nicht wichtig, das braucht ka Sau!

    Solange bspw. ein sogenannter Öko gegen Abholzung von Wäldern demonstriert, in dem er mit äußerst schwer abbaubarer, billigster Spray-Farbe den Gehweg mit Parolen verschönert und somit die Bäume ringsherum vergiftet, solange läuft doch einiges falsch!

    Fangt an, über die wichtigen Dinge nachzudenken!

    Wie heißt es so schön – Einbildung ist auch eine Bildung.

  15. @ Helmut

    Ich muss zugeben, dass sich mir bereits bei der Formulierung „ganzheitlicher Betrachtungsweise“ die Fußnägel kräuseln. Das ist ein absolut nichtssagender Begriff, noch viel schlimmer als das Gummiwort „Nachhaltigkeit“.

    Gehe ich auf Eure Website, lacht mich ein „Fleisch macht krank“ an, was offenkundig und leicht nachprüfbar falsch ist. Naturvölker der Arktisregion sind bekanntermaßen nicht alle krank, obwohl diese sich zwangsläufig überwiegend von Fisch und Fleisch ernähren mussten. Bestimmte Ernährungsformen mögen krank machen, aber in dieser verallgemeinerten Form ist das doch Unsinn!

    Ein weiteres zentrales Anliegen des Instituts ist daneben die Förderung des Tierschutzes, indem insbesondere die Vorteile einer vegetarischen Ernährungsweise wissenschaftlich fundiert und in den größeren Kontext globaler Entwicklungen wie Klimawandel, Abholzung der Regenwälder, Trinkwasserversorgung, Luftverschmutzung und globaler Hunger eingeordnet werden.

    Vielleicht verstehe ich das ja falsch, aber soll etwa eine schon bekannte Erkenntnis erst fundiert werden? Ist das nicht das Gegenteil von ergebnisoffener Forschung?

    Heilwerden heißt auch Heilung des Menschen und seiner Umwelt

    Heilsbringer seid ihr also?

    Und ihr wollt das Jenseits mit Quantenverschränkung erklären?

  16. @Matthias

    Also ich finde es erst mal ganz super, dass es Bio-Käse gibt. Und wenn er auch noch demeter-geprüft ist, dann weiß man wenigstens, dass die Kühe nur Gras und keinen sonstigen Mist essen.

    Zu der Rolle von Kühen, Ackerbau und Mist in der bio-dynamischen Lebendmasseerzeugung fallen mir noch andere Dinge ein:

    Hornmist: Hornmist ist Kuhdung, der in ein einzelnes hohles Kuhhorn verbracht wird und für eine bestimmte Zeit in der Erde vergraben wird. Dann wird der Inhalt des Kuhhorns in einem Eimer Wasser verrührt und als Dünger über einem Acker versprüht. Dies soll in der Anthroposophie der magischen Wirkung eines warmen Regens entsprechen.

    Ich glaube auch, dass es Auswirkungen vom Mond etc. gibt, die man zwar im einzelnen nur schwer nachvollziehen kann, die aber doch zu besseren Produkten führen.

    Glauben darf jeder. Das ist doch völlig ok. 😉

  17. Biologische Lebensmittel

    Ich habe mich jetzt auch mal durch die Andechser Natur-Website durchgeklickt. Das mit dem Mondschein ist sicherlich Glaubenssache.
    Das biologische macht für mich aber 100% Sinn. Das ist hier auch ganz gut und nachvollziehbar erklärt: http://www.andechser-natur.de/bio_bio/. Dass manche immer noch etwas zum Aussetzen finden, kann ich kaum nachvollziehen.
    Ich bin ganz sicher, dass biologisches Essen gesünder ist als das aus Massentierhaltung und mir schmeckt es auch besser.

  18. Fortschritt

    Gut das es jetzt ´biologische Lebensmittel´ gibt. Ich möcht´ ja nicht wissen, von was sich die Menscheit früher ernährt hat.

    Der große Aufdruck auf der Packung ist etwas irreführend:
    Bio-Mondschein – was das wohl ist.

  19. Die Macht des Mondes @Julia Melzer

    „Das biologische macht für mich aber 100% Sinn.(…) Dass manche immer noch etwas zum Aussetzen finden, kann ich kaum nachvollziehen.
    Ich bin ganz sicher, dass biologisches Essen gesünder ist als das aus Massentierhaltung und mir schmeckt es auch besser.“

    Dem kann ich durchaus zustimmen. Ich finde es aber schade, dass nicht allein die Qualität der Biolebensmittel ausschlaggebend ist, anscheinend reicht das nicht. Sondern es wird, wie am Beispiel des Mondscheinkäses, damit geworben, dass sich dahinter mehr versteckt, als ein gutes Lebensmittel, nämlich auch noch ein bisschen Magie. Besonders der Mond eignet sich dazu ja hervorragend, denn „der Glaube an die Kräfte des Mondes ist nicht nur bei Naturvölkern sondern auch in Industrieländern weit verbreitet…“, wie das Wissensmagazin „scinexx“ schreibt, das auch eine Artikelserie über den Mond veröffentlichte (Link).

    “ Vom Aussähen der Karottensamen im Frühling bis zur Düngung, Ernte und Konservierung derselben – alles ist angeblich Mondsache. Die Wohnung putzen, waschen, ja sogar heizen, sollte man auch nur, wenn der Mond auch günstig steht.

    Doch wissenschaftlich belegen lässt sich dies kaum. Lediglich der Einfluss des Mondes auf die Entstehung von Ebbe und Flut ist inzwischen zweifelsfrei geklärt.“

    http://www.scinexx.de/dossier-330-1.html

  20. Lebensmittelqualität

    >“Gut das es jetzt ´biologische Lebensmittel´ gibt. Ich möcht´ ja nicht wissen, von was sich die Menscheit früher ernährt hat.“

    „Früher“ waren die Menschen nicht so verwöhnt wie heute, sondern froh wenn sie ausreichend Lebensmittel zur Verfügung hatten. Die Qualität der Lebensmittel ist heute so hoch wie noch nie. Wenn ich Sätze wie den obigen lese bin ich froh, das die Öko-landwirte die ich kenne zum Glück nicht so blauäugig, wie anscheinend manche ihrer Kunden, sind. Ansonsten würde ich dort gar nicht mehr einkaufen.

  21. Wie sich die Menschen früher ernährten

    „Gut das es jetzt ´biologische Lebensmittel´ gibt. Ich möcht´ ja nicht wissen, von was sich die Menscheit früher ernährt hat.“

    Früher, d.h. vor der Industrialisierung, gab es große Unterschiede im Ernährungsverhalten der Menschen. Meist aßen sie jedoch da das, was sie selbst erzeugten. Dazu gehörten neben Getreidebrei auch Gemüse und Milchprodukte. Fleisch galt als Luxus und kam nur bei den Reichen regelmäßig auf den Tisch. Eine Mangelernährung war das aber trotzdem nicht.
    Erst mit dem Aufkommen der Industrialisierung und der damit verbundenen Abhängigkeit der Menschen vom Markt verschlechterte sich die Ernährung. „Weil Nahrungsmittel des täglichen Bedarfs zu Waren gemacht wurden, mussten Menschen erst in anderen Wirtschaftsbereichen Arbeit annehmen, um die knappe Ware Nahrungsmittel – von der ihr Leben abhing – zu kaufen.

    Für die Kost der städtischen und vermehrt auch der ländlichen Armen bedeutete diese globalgeschichtlich relevante Transformation einschneidende Neuerungen auf ihren Tellern: Weiß- oder Graubrot, Zucker, Bier und Schnaps wurden zu Grundnahrungsmitteln. Mit dem Verschwinden der eigenen Äcker und dem Verdrängen von „Kraut und Rüben“ sowie den nahrhaften Erbsen, Linsen und Bohnen aber wurden Hunger und Fehlernährung typisch für die Arbeiter in den
    Städten, die keinen Zugang mehr zu Garten und Acker hatten.“

    Quelle: http://homepage.univie.ac.at/…Globalisierung.pdf

  22. @Mona

    Frau Kaller schreibt, dass es zu einer „Homogenisierung“ der Essgewohnheiten gekommen ist. Das wage ich zu bezweifeln, denn immerhin hat sich das Angebot unzweifelhaft vergrößert. Interessanterweise begründet sie das damit, dass heute weltweit Pizza und Burger verfügbar wären – ist da nicht ein Widerspruch?

    Und dass die grüne Revolution den Hunger vergrößert hat und heute mehr Menschen als je zuvor hungern – kann man das glauben? Belegt wird es nicht … *grübel*

  23. Homogenisierung und Hunger @Martin B.

    „Frau Kaller schreibt, dass es zu einer „Homogenisierung“ der Essgewohnheiten gekommen ist. Das wage ich zu bezweifeln, denn immerhin hat sich das Angebot unzweifelhaft vergrößert. Interessanterweise begründet sie das damit, dass heute weltweit Pizza und Burger verfügbar wären – ist da nicht ein Widerspruch?“

    Nein, denn die Supermärkte haben ja fast überall ein gleiches Angebot. Auch wenn sich das Angebot vergrößert hat, so sind die regionalen Spezialitäten oft ganz verschwunden. Pizza und Burger, d.h. Fastfood, bekommt man auch überall. Und zumindest in Europa kann man zudem bei den gleichen Discountern einkaufen. Früher wenn wir in Urlaub nach Italien fuhren freute ich mich immer in den kleinen Läden einzukaufen, da es da wunderbare Käsespezialitäten oder Weine zu kaufen gab. Heutzutage sind diese Läden fast ganz verschwunden und die besagten Discounter haben genau das Angebot wie in Deutschland auch.

    „Und dass die grüne Revolution den Hunger vergrößert hat und heute mehr Menschen als je zuvor hungern – kann man das glauben? Belegt wird es nicht …“

    Frau Kaller schreibt über den seit den 1830er Jahren rasant gestiegenen Fleischverzehr: “ Aus der Sicht der weltweiten Ernährungsbilanz hatte dies verheerende Folgen: „Erstmals in der Geschichte der Agrarwirtschaft vereinigten sie Viehzucht und Getreideanbau zu einer Produktionsgemeinschaft, einer Symbiose, die das landwirtschaftliche System und die Basis der Nahrungsmittelverteilung für
    zukünftige Generationen grundlegend verändern sollte“. Denn das Getreide, das um des Fleischverzehrs willen an Masttiere verfüttert wird, steht für die Ernährung der Armen in der Welt nicht zur Verfügung.“

    Und im Weltagrarbericht heißt es „2,3 Milliarden Tonnen Getreide werden weltweit geerntet, mehr als je zuvor. Doch nur 47 % dieser Ernte dienen der menschlichen Ernährung. Der Rest wird zu Tierfutter, Sprit und Industrierohstoff.“

    Aktuell nimmt der Hunger in der Welt zu, dies dürfte, außer mit den oben erwähnten Ursachen, auch damit zusammenhängen, dass die Weltbevölkerung massiv ansteigt.
    “ 1804 überschritt die Weltbevölkerung eine Milliarde Menschen und ein rapides Bevölkerungswachstum setzte ein. Innerhalb des 20. Jahrhunderts hat sich die Weltbevölkerung fast vervierfacht. 1927: 2 Milliarden, 1960: 3 Milliarden, 1974: 4 Milliarden, 1987: 5 Milliarden und 1999: 6 Milliarden Menschen. Die 7-Milliarden-Marke wird nach unterschiedlichen Quellen zwischen August 2011 und August 2012 erreicht.“

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Weltbev%C3%B6lkerung

  24. Bio-Modschein

    @KRichard Was ist an „Bio-Mondschein“ irreführend? Also ich habe das gleich verstanden, denn die Erklärung steht ja darunter. Bio-Mondschein ist laktosefrei. 😉

  25. Hi, ich habe genauso gelästert- bis ich Ihn probiert habe! Das ist DER Käse! Das Bio-Eso-Zeugs interessiert mich nicht, aber der Käse ist toll!

  26. Laktosefreier Käse ist sowieso Käse :-}

    Das Bild ist göttlich – was für ein e un fassbare Verarsche … nur, so weit muss man gar nicht gehen, es reicht das Käseregal beim Discounter, wo die laktosefreie Welle inzwischen ja auch angekommen ist. „Laktosefreier Schnittkäse“ wird besonders gerne angeboten, ist entsprechend teuer und genügend Blödiane kaufen’s auch noch, ohne zu wissen, dass fast ALLE Hartkäse sowieso laktosefrei sind …

    denn in gereiftem Käse (also in allen Schnitt- und Hartkäsen) ist keine LaKtose oder doch wenigstens nur ganz minimale Spuren davon enthalten. Der Milchzucker wird durch die Reifung in Milchsäure umgewandelt – ergo: umso länger ein Käse, desto geringer ist der Milchzuckergehalt. Jeder Käse, der läger als 3 Monate gereift ist, enthält also keine Laktose – nicht erst seit der neuen Gesundheitsverblödungsnummer mit der Laktosefreiheit …

  27. Geschmack entscheidet

    Moin, witzig, habe gerade die „Licht-Blütentage“ gegoogelt und bin auf diesen blog Eintrag gestoßen. Also ich bin einer derjenigen, die diesen Käse u.a. wegen der besonders auffälligen Beschreibung gekauft hat. Der Käse ist einfach unglaublich lecker und mit den Industriekäsen typischer Supermarktketten nicht zu vergleichen. Von daher kann ich mir vorstellen, dass es irgendeine Bewandnis mit der Zubereitung hat. Frag doch einfach mal den Hersteller.

  28. Wenn das Wasser, das in die Käserinde eingerubbelt wurde, bei Vollmond abgefüllt wurde, warum wird auf der Verpackung nur eine jämmerliche 2/3-Sichel abgebildet?

    Da haben die Marketing-Spezialisten mal wieder nur mit dem halben Arsch gearbeitet. 🙂

  29. darf ich?
    hi@ll, nein, ich bin kein esotheriker. rechtfertigen muss ich mich auch nicht. ich weiß aber manches, über das sich andere gerne lustig machen. weil das einfacher ist als auseinandersetzung.
    ALSO: es gab und gibt tatsächlich einen mondkalender. ich mache das mal holzschnittartig für diejenigen, die es gerne habhaft unter uns haben. förster in früheren zeiten mussten in manchen regionen ihr holz je nach nutzungsart zu bestimmten mondzeiten einschlagen. das hängt mit dem organischen produkt baum und der wasserführung zusammen. der mond leitet – das dürfte als physikalisch anerkannt gelten – nicht nur ebbe und flut. meine geschätzte gattin möchte zwar nicht auf den miond reduziert werden, verneint aber gewisse einflüsse auch nicht gänzlich. zurück zum holzbauern, der er im winter war. er benötigte für den bäcker beispielsweise unbrennbares holz. für lange schornstein und die brotschieber. er benötigte holz für kunden, die es direkt verarbeiten wollten und wusste, dass nasses holz zu einer bestimmten zeit geschlagen, beispielsweise lärche, sofort für fußbodendielen verarbeitet werden konnte, ohne später so sehr zu schwinden, dass es knarz und große fugen zeigt. das können handwerker heute nur noch technisch mit holztrocknungsanlagen bewältigen, weil auch die konvektionsheizung nicht mehr das ist, was eine ofenheizung mal war. baubiologen werden das anhand der schleimhäute bei mund und nase (augen) bestätigen.

    was will ich damit sagen? es gibt zeiten, da wurden nach altem wissen und nicht wissenschaft dinge geatan, die funktionierten, die wir technikgläubigen menschen uns nicht mehr vorstellen können. der käse aus dem kloster andex dürfte ein versuchsabjekt sein, anhand dessen ein bestimmter markt von einem sehr, ich betone, sehr großen käsehersteller sondiert wird.
    gleichwohl, dass ich steiner nicht sehr schätze und auch gerne mal den spruch mit dem namen tanzen drauf habe, weiß ich, dass demeter die hächste, weil mit dem längsten vorlauf von sieben jahren versehene bioprüfung darstellt. und angesichts der …löcher, die kraft ihrer eigenen fähigkeit zur reflexion ihres essverhaltens nur noch spotten können, nie jedoch über ihren konsum an billig, billig, billig nachdenken und auch nie einsehen würden, dass eine produktion aus der nische heraus in den alltag auch die preise teilweise senken würde, lasse ich es hierbei bewenden. ich bin realist und ernähre mich dennoch oder grad deswegen gesund neben einem ganz normalen alltag. uns wünsche mir, dass satire, die ich teile, vom dreckwerfen und spotten der unfähigen getrennt würde. unfähig? nun ja, auch zur selbstreflexion!!

  30. darf ich? poste das mal hier nochmals, was ich in den blog geschrieben habe:

    hi@ll, nein, ich bin kein esotheriker. rechtfertigen muss ich mich auch nicht. ich weiß aber manches, über das sich andere gerne lustig machen. weil das einfacher ist als auseinandersetzung.

    ALSO: es gab und gibt tatsächlich einen mondkalender. ich mache das mal holzschnittartig für diejenigen unter uns, die es gerne habhaft haben. förster in früheren zeiten mussten in manchen regionen ihr holz je nach nutzungsart zu bestimmten mondzeiten einschlagen. das war eine dienstanweisung!!
    das hängt mit dem organischen produkt baum und der wasserführung zusammen. der mond leitet – das dürfte als physikalisch anerkannt gelten – nicht nur ebbe und flut. meine geschätzte gattin möchte zwar nicht auf den mond reduziert werden, verneint aber gewisse einflüsse auch nicht gänzlich beim menschen. zurück zum holzbauern, der er im winter war. und da wird holz, weil nicht wasserführend, am besten eingeschlagen. So benötigte er für den bäcker beispielsweise unbrennbares holz. ebenso für lange schornsteine und die brotschieber. Er benötigte holz für kunden, die es direkt verarbeiten wollten und wusste, dass nasses holz zu einer bestimmten zeit geschlagen, beispielsweise lärche, sofort für fußbodendielen verarbeitet werden konnte, ohne später so sehr zu schwinden, dass es knarzt und große fugen zeigt.
    Das können handwerker heute nur noch technisch mit holztrocknungsanlagen bewältigen, weil auch die konvektionsheizung nicht mehr das ist, was eine ofenheizung mal war. Baubiologen – OMG, schon wieder so ein böses wort – werden das anhand der schleimhäute bei mund und nase (augen) bestätigen. Nachzulesen im buch „Vom richtigen Zeitpunkt“.

    Was will uns der autor damit sagen? Es gibt zeiten, da wurden nach altem wissen und nicht wissenschaft dinge getan, die funktionierten, die wir technikgläubigen menschen uns nicht mehr vorstellen können. Dennoch….

    Der käse aus dem kloster andex dürfte ein versuchsobjekt sein, anhand dessen ein bestimmter markt von einem sehr, ich betone, sehr großen käsehersteller sondiert wird. Daher bezweifle ich die reine dumpfbackigkeit, da alleine das zulassungsverfahren immensen aufwand bedeutet..

    Gleichwohl, dass ich steiner aus anderen gründen nicht sehr schätze und auch gerne mal den spruch mit dem „namen tanzen“ drauf habe, weiß ich, dass demeter die höchste, weil mit dem längsten vorlauf von sieben jahren versehene bioprüfung darstellt. Also zertifizierung nach anerkannten kriterien und nicht einfach „nennen wir es mal bio“, wie oft suggeriert wird. Sieben jahre umstellung der kompletten landwirtschaft. Da gehört schon ein großer wille dazu!! Von dem ich mir wünsche, dass ihn manche bei ihrer ernährung auch aufbringen mögen.

    Und angesichts der …löcher, die mangels ihrer eigenen fähigkeit zur reflexion ihres essverhaltens nur noch spotten können, nie jedoch über ihren konsum an billig, billig, billig nachdenken und auch nie einsehen würden, dass eine produktion aus der nische heraus in den alltag auch die preise teilweise senken würde, lasse ich es hierbei bewenden. (Übrigens kaufe ich auch gerne MHD-ware… wenns kein schrott ist und daher superpreiswert..)
    Ansonsten bin ich realist und ernähre mich dennoch oder grad deswegen gesund neben einem ganz normalen berufs-alltag. Und wünsche mir, dass satire, die ich teile, vom dreckwerfen und dumpfbackigen spotten der unfähigen getrennt würde. unfähig? nun ja, auch zur selbstreflexion!! verzeihung, ich spreche von der fähigkeit, in den spiegel zu schauen. Und etwas zu erkennen..

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