Online spielen für die Wissenschaft

Mein letzter Blog-Post handelte schon von der Konferenz „Digital Humanities Revisited“ in Hannover. Am Rand der Veranstaltung habe ich mit Sabine Scherz gesprochen, die eine der eingeladenen „Lightning-Talker“ war. Sie hat ihr Forschungsprojekt vorgestellt, bei dem sie untersucht, wie man die Ergebnisse eines Online-Spiels wissenschaftlich nutzen kann.

Es geht  dabei um das Spiel  ARTigo, das an der Ludwig-Maximilians-Universität München von der „IT-Gruppe Geisteswissenschaften“ und einem Team von Kunsthistorikern unter Prof. Dr. Hubertus Kohle entwickelt wurde. Bei dem Browser-Spiel geben die Spieler Begriffe zu Bildern ein, die sie damit sozusagen automatisch verschlagworten. Das Ziel der Spieler ist es, möglichst solche Begriffe zu nennen, die auch ein (anonymer) Mitspieler eingibt. Das soll Nonsens-Eingaben verhindern und die Treffsicherheit der Tags erhöhen. Schließlich sollen die Schlagworte helfen, die Masse der verfügbaren digitalen Reproduktionen  auffindbar zu machen.

Welche Aufschlüsse die eingegebenen Wörter darüber hinaus geben können, ist eine Frage, der Sabine Scherz nachspürt, wie sie im folgenden Interview erklärt:

Eva Bambach

Ich bin promovierte Kunstgeschichtlerin und arbeite als Journalistin, Sachbuchautorin und Bildredakteurin. Was mich begeistert: Die spannenden langen oder kurzen Geschichten hinter den sichtbaren Gegenständen – seien sie hunderte von Jahren alt oder erst wenige Tage. Interessant finde ich die unterschiedlichen Ausdeutungen des Begriffs “Denkmal”. Es gibt die bewusst zur Erinnerung an eine Person oder an ein Ereignis errichteten Denkmale – zum ehrenden Gedenken ebenso wie zur Mahnung. Aber es gibt auch die vielen heute als Kulturdenkmäler eingestuften Relikte der Vergangenheit, denen damals niemand einen besonderen Erinnerungswert beigemessen hätte. Man denke nur mal an die in Pompeji zutage geförderten Zeugnisse antiker Kneipenkultur. Da liegt die Frage auch nicht fern, welche Schlüsse dereinst aus den Relikten unserer heutigen Kultur gezogen werden. Und Denkmal ist schließlich doch auch all das, was zu denken gibt, als Imperativ: Denk mal!

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