Mit Apollo 11 auf den Mond – business as usual

Da kam die Bürokraft wohl ganz schön ins Schwitzen, als sie im August vor 46 Jahren die Reisekostenabrechnung für Buzz Aldrin machte. Die Höhe des auszuzahlenden Betrags von 33,31 Dollar war eher nicht der Rede wert.

Aber Formular 1012-A musste nun mal ordentlich ausgefüllt werden: Houston, Texas – Cape Kennedy, Florida – Mond – Pazifischer Ozean (US-Navy-Flugzeugträger Hornet) – Hawaii – und zurück nach Houston, Texas. Das war’s. Oder?

Die poetische Kraft des Formulars …

Travel-voucher-to-the-moon

Expense-reimbursement

Reisekostenabrechnung von Buzz Aldrin, via thehistoryblog.com

 

Falls jemand sich diese Frage auch noch stellt: “Yes the #Apollo11 crew also signed customs forms. We brought back moon rocks & moon dust samples.” Sagt Buzz Aldrin.

Eva Bambach

Ich bin promovierte Kunstgeschichtlerin und arbeite als Journalistin, Sachbuchautorin und Bildredakteurin. Was mich begeistert: Die spannenden langen oder kurzen Geschichten hinter den sichtbaren Gegenständen – seien sie hunderte von Jahren alt oder erst wenige Tage. Interessant finde ich die unterschiedlichen Ausdeutungen des Begriffs “Denkmal”. Es gibt die bewusst zur Erinnerung an eine Person oder an ein Ereignis errichteten Denkmale – zum ehrenden Gedenken ebenso wie zur Mahnung. Aber es gibt auch die vielen heute als Kulturdenkmäler eingestuften Relikte der Vergangenheit, denen damals niemand einen besonderen Erinnerungswert beigemessen hätte. Man denke nur mal an die in Pompeji zutage geförderten Zeugnisse antiker Kneipenkultur. Da liegt die Frage auch nicht fern, welche Schlüsse dereinst aus den Relikten unserer heutigen Kultur gezogen werden. Und Denkmal ist schließlich doch auch all das, was zu denken gibt, als Imperativ: Denk mal!

10 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ischt natürlich auch Folklore, auch als solche vorgesehen und in Formularen verewigt, US-Amerikaner haben dbzgl. einen gewissen Humor, so wird gesagt. [1]

    MFG + wieder danke für Ihre Nachricht!
    Dr. W (der sich im Abgang noch erlaubt anzumerken, dass die drei zuvor eingegangen Rückantworten, Stand 04.08.2015 20:15, SPAM sind, auch die erste von ‚Eso-Mystiker‘)

    [1]
    Men in Black, Agent K hier als Referenz benannt.

  2. Die Höhe des auszuzahlenden Betrags von 33,31 Dollar war eher nicht der Rede wert.

    Der Betrag hört sich jedenfalls nicht danach an, dass KilometerMeilengeld gezahlt wurde.

    Falls jemand sich diese Frage auch noch stellt: “Yes the #Apollo11 crew also signed customs forms. We brought back moon rocks & moon dust samples.”

    Wenn ich mich recht an ein Foto mit einer Isolationskammer erinnere, wurde die Apollo11-Besatzung (und vermutlich auch ihr Gestein) nach der Landung für eine Zeit in Quarantäne gesteckt. Dass da das Gesundheitsministerium auch sein Formular haben will, ist nachzuvollziehen.

    … SPAM sind, auch die erste von ‚Eso-Mystiker‘

    Yep, der Herr schmiert seinen Copy-Paste-Müll überall hin, wo er nennenswerten Blogverkehr vermutet.

    • Eva Bambach

      Ja, aber bisweilen sah man das mit der Kontamination offenbar auch ganz lässig:

      Cont-to wipe us down that were covered with moon dust were dropped in the ocean. So the poor underwater creatures got our moon germs instead— Buzz Aldrin (@TheRealBuzz) 30. Juli 2015

  3. Reisekostenabrechnungen für den Mondflug und Zollformulare für die Einfuhr von Mondgestein machen aus einem Abenteuer einen irdischen Geschäftsvorgang – und geben dem Unternehmen Mondflug auch einen neuen Realitätsbezug.
    Noch so gewöhnliche Formulare – ja gerade gewöhnliche Formulare – bilden eine Spur, einen Fingerabdruck der Vorgänge und Gegenstände, die in den Formularen benant werden und weswegen die Formular erstellt wurden.. Es gibt involvierte Sachbearbeiter, Datumsangangaben, eventuell auch Mengenangaben und weitere Detailinformationen, die festgehalten werden. Wer Vorgänge und Gegenstände geheimhalten will, der muss dafür sorgen, dass es keine ausgefüllte Formulare dazu gibt. Umgekehrt muss jemand, der darauf besteht, dass ein Vorgang stattgefunden hat, dafür sorgen, dass die Formulare, die zum Vorgang gehören erstellt und abgelegt werden.

  4. @Martin Holzherr

    Wer Vorgänge und Gegenstände geheimhalten will, der muss dafür sorgen, dass es keine ausgefüllte Formulare dazu gibt.

    Wenn sich das auf die paranoiden Ergüsse der Mondlandungsleugner beziehen sollte – ja, die Formulare sind ein Teil des Puzzles. Für mich ist aber vor allem das Mondgestein selbst ein dermaßen starker Beleg für die Mondlandung, dass ihn noch keiner der Hoaxer stichhaltig hat aushebeln können. Sämtliche Gesteinsstücke wurden katalogisiert, untersucht und mitsamt der Untersuchungsergebnisse ins Internet gestellt. Diese Untersuchungen wurden nicht nur von Geologen der NASA oder amerikanischer Nationalität durchgeführt, sondern von Geologen weltweit. Wie hätte man die zum Schweigen verdonnern wollen?

    Aber da hört es noch lang nicht auf. Jeder interessierte Geologe kann auch heute anhand der Probenliste einen Antrag beim für die Aufbewahrung verantwortlichen Kuratorium stellen, dass er eine bestimmte Gesteinsprobe untersuchen möchte. Sogar zerstörende Prüfungen sind dabei möglich. D. h., wenn irgendeinem Geologen, wo immer er auch sitzt, die bisherigen Untersuchungsergebnisse spanisch vorkommen und auf irdische Herkunft der Proben hindeuten sollten, könnte er selber die entsprechende Probe anfordern und sie untersuchen. Einzige Bedingung ist, dass die Forschungsergebnisse öffentlich gemacht werden, damit die gesamte wissenschaftliche Gemeinschaft davon profitiert. Jedoch hat man noch nie davon gehört, dass ein Geologe das Geschwätz der Mondlandungsleugner auch nur andeutungsweise bestätigt hätte.

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