Humanismus

Braincast 341

Der Humanismus versucht, die Eckdaten der Menschlichkeit zu greifen. In seiner ersten Manifestation profitierten davon die Frauen: sie durften sich bilden. In seiner aktuellen Spielart wird er auch mal instrumentalisiert. Und vielleicht ist das gut so.


MP3 File Dauer: 21:11

SHOWNOTES
Strange People von Aronas – was für ein passender Einstieg. Serial Drama von Children of a new Jazz Era ist ein wenig schnell, aber kulturell anders, Tawkin Fretless von DigiTube wird ruhiger und empfiehlt sich schon allein durch den Bass, ähnliche grooved So Long von Katzengold und das Finale bestreitet A Night In Flourtown von Justice On A Budget. Alle Titel stammen vom Podsafe Music Network.

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www.nurindeinemkopf.de

Nach diversen Artikeln und zwei Büchern zwischen Geist und Gehirn hier der Podcast. Wichtigster Punkt: die Übersetzung der aktuellen Erkenntnisse in verständliche Sprache, praktischen Alltag und guten Humor.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Der Humanismus ist primaten-zentriert, er steht bspw. im Gegensatz zum Theozentrischen und zum modischen Biozentrischen, der Humanismus setzt die bekannten erkennenden Subjekte in den Mittelpunkt, weist ihnen das Bemühen um Erkenntnis zu, was im Umkehrschluss bedeutet, dass philosophischen Konstruktivisten oder Idealisten richtig liegen und nicht die philosophischen Realisten oder gar Szientisten, was auch im Naturwissenschaftlichen wichtig zu berücksichtigen bleibt, und ist im Sinne der Aufklärung, im Sinne des Sapere Aude, um dafür geeignete Gesellschaftssysteme bemüht, die den Ideen und Werten der Aufklärung folgend mittlerweile weitgehend in bestimmten Regionen implementiert sind.

    Politl(og)isch sind insofern alle zugelassenen Parteien in der BRD zu einem Mindestmaß liberal, meint dezidiert auch: humanistisch, denn sonst wären sie verboten.

    Der Humanismus darf bis sollte auch wehrhaft sein, sich gegen o.g. Bemühung, das Theozentrische und Biozentrische ist bereits genannt worden, negativ formuliert: abzufeimen oder positiv: ignorant sein, immer auch den Kollektivismus als Gegner im Auge habend.
    Die „Horde“ ist dem Humanisten fremd.

    Humanisten und insofern intrinsisch Liberale gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen, der Schreiber dieser Zeilen bspw. wäre der Letzte, der erste Steine werfend auf humanistische Sozen oder humanistische Konservative („Rechte“) anlegen würde.
    Zudem ist im Sittlichen Vieles nicht klar aus humanistischer Sicht, die sog. Ehe für alle bspw. könnte aus humanistischer Sicht gewünscht wie abgelehnt werden.
    Der Humanismus ist insofern nicht totalitär, hat nicht zu allen Sachfragen eine dezidierte Meinung, er gönnt auch sozusagen, lässt im Sittlichen Raum für ein breites Spektrum.

    Die Aufklärung ’stand‘ übrigens nicht ‚mit beiden Beinen‘ in der Religion, sondern in concreto im Christentum und abgeschwächt, u.a. Spinoza sei hier gegrüßt, im Judentum, im säkularen ganz bevorzugt.
    Woanders wäre dementsprechende Bewegung se-ehr gut unterbunden worden und ist es auch.
    Korrekt ist, dass die Aufklärung über die Richtigkeit oder „Richtigkeit“ von Religion Aussagen meidet, Religionen als Es-Gibt-Sätze sind bekanntlich unfalsifizierbar, nichtsdestotrotz sind aus aufklärerischer, humanistischer Sicht an theozentrische (und biozentrische) Glaubensmengen Absagen zu erteilen.
    Das Christentum ist insofern seit geraumer Zeit duozentrisch, als theozentrisch und anthropozentrisch unterwegs, vermutlich in dieser Reihenfolge, individuelle Ratio explizit zulassend, Ratzinger wurde nicht müde dbzgl. zu erläutern, oder vielleicht doch.

    Ansonsten, so ab ca. 8:00 klingt’s dann fast durchgehend zustimmungsfähig, wobei der Schreiber dieser Zeilen nicht ganz zu Ende gehört hat, korrekt.
    Äh, aber vielleicht doch noch, die Zehn Gebote weisen an nicht zu morden, Altruismus ist nicht Sache der Aufklärung, sondern anderen zu helfen, auch um davon zu profitieren, & auch die Würde des Menschen, wie sie im bundesdeutschen Verfassungssubstitut Raum findet, böse Zungen meinen, damit nicht zu viele Nationalsozialisten die Höchststrafe ereilt, ist so nicht klar.
    Es wird sich hier alternativ oft mit den Menschenrechten beholfen, auch mit dem „Created equal„, einem Konzept, das nicht so interpretiert werden kann, dass es zu einer „Täterkultur“ einlädt.

    Nett das mit dem Menschen als ‚Primat‘, Dr. Webbaer’s Worte, hoffentlich war der Rest (auch) OK,
    MFG
    Dr. W

  2. Eine humanistische Alternative zur Religion, die sich nicht ständig abgrenzen muss? Der Humanistische Verband Deutschland. Zwar gibt es auch hier Religionskritik, aber es gibt vor allem humanistische Lebensfreude und -kunst. Und für eine Trauer-, Hochzeits-, oder andere Lebensfeiern bedarf es nicht unbedingt eines buddhistischen Mönches. Der HVD hat dafür – und für viele andere soziale, philosophische und politische Bedürfnisse – Angebote. Denn der Humanist ist ja auch ein Mensch, der eine Gemeinschaft braucht und mancher hat sogar eine spirituelle Verfasstheit, ohne gleich religiös zu sein.

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