BeersDeCoded – welches Bier ist mit welchem verwandt?

Kleine und große Brauereien produzieren heutzutage eine solche Vielzahl von Bieren, dass es gar nicht so einfach ist, den Überblick zu behalten oder neue Lieblingssorten zu entdecken. Wer bei der Auswahl einer neuen Sorte nicht nur nach dem Etikett oder nach Mundpropaganda gehen möchte, kann bald Bierempfehlungen auf Basis von Mikroben- und Pilz-Verwandschaft bekommen.Denn bei Kickstarter hat sich ein Team aus Do-It-Yourself Biologen aus der Schweiz eingefunden, welches versucht, die DNA der Biere zu entschlüsseln um so letztlich einen Stammbaum der Biere zu erstellen: BeerDeCoded. Die Idee ist es, die DNA der Mikroben und Pilze in jeweils einer Flasche von sovielen Bieren wie möglich per DNA-Sequenzierer zu entschlüsseln und sie mit anderen Bieren zu vergleichen. Daraus wird dann ein Stammbaum erstellt (Für die Phylo-Nerds: Das ganze wird vermutlich ein Distanz-Baum, basierend auf Anwesenheit/Abwesenheit der verschiedenen Arten). Es besteht die Hoffnung, dass dieser Stammbaum dann auch ungefähr dem Geschmack folgen wird: wenn Bier A sehr ähnliche Mikro-Organismen zu Bier B hat, dann sollten Fans von Bier A auch Gefallen an Bier B finden.

Zwar gibt es mit sozialen Netzwerken wie Untappd die ersten Bestrebungen, sinnvolle Bier-Empfehlungen aufgrund von Empfehlungen generieren zu können, aber wer sich schon mal die Buch- oder Musik-Empfehlungen von Amazon angeschaut hat, wird verstehen wieso das vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

Deshalb kann man sich dann den Stammbaum von BeerDeCoded entlang trinken und neue Biere entdecken. Wie bei Kickstarter üblich gibt es gestaffelte „Rewards“, je nachdem, wieviel der „Backer“ finanziell zur Verfügung stellt. Wer 5€ gibt, darf ein Bier zum Sequenzieren nominieren, ab 25€ darf man über die sequenzierten Biere abstimmen. Ab 49€ darf ein Bier bestimmt werden, dass dann sequenziert wird, und ab 79€ sind vor allem die Selbstbrauer gefragt, die dann ihr eigenes Bier zum Sequenzieren einsenden dürfen.

Im Sinne der offenen Forschung werden die DNA-reads der ersten 1000 Biere öffentlich zugänglich gemacht; wenn alles klappt, wird das im Januar 2016 passieren. Wer noch ein bisschen Schickermoos übrig hat, kann es also gerne den Schweizern unter https://www.kickstarter.com/projects/489252126/beerdecoded-the-1000-beer-genomes zur Verfügung stellen!

Disclaimer: Wir haben keinerlei finanzielle oder sonstige Verbindung zu dem Projekt, Bastian hat aber angeboten bei der Datenanalyse zu helfen, wenn benötigt.

Veröffentlicht von

Bastian hat seinen Bachelor in Biologie in nur 8 statt 6 Semestern abgeschlossen. Nach einem kurzen Informatik-Studiums-Intermezzo an der TU Dortmund hat es ihn eigentlich nur für ein Stipendium nach Frankfurt am Main verschlagen. Dort gestrandet studiert er dort nun im Master-Programm Ökologie und Evolution. Zumindest wenn er nicht gerade in die Lebensweise der Hessen eingeführt wird. Neben seinen Studiengebieten bloggt er über die Themen, die gerade in Paperform hochgespült werden und spannend klingen.

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