Die 4. Astro-Messe AME

Am Samstag dem 26. September war es wieder soweit: Die Astro-Messe AME in Villingen-Schwenningen öffnete ihre Pforten, und das nun zum vierten Mal in Folge. Viele Händler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien hatten sich angekündigt, nicht nur um Neuheiten zu präsentieren sondern natürlich auch mit dem einen oder anderen Schnäppchen im Gepäck. Hinzu kam eine wachsende Zahl an Volkssternwarten, Vereinen und anderen Organisationen, die die Messe nutzten um sich und ihre Arbeit vorzustellen. Garniert wurde das Ganze mit einer Reihe hochkarätiger Vorträge.

Besucherscharen füllen die Messehallen

Nun ist es von Hamburg nach Villingen-Schwenningen allerdings eine ziemlich lange Strecke, weiter noch als bei meiner Tour zum BTM eine Woche zuvor. Im letzten Jahr hatte es mir auf der AME aber so gut gefallen, daß ich in diesem Jahr unbedingt wieder dorthin wollte. Damals hatte ich die AME mit Besuchen bei mehreren Freunden in Österreich und der Schweiz verbunden um dann zwei Wochen später noch zum Großglockner zum Beobachten zu fahren. Diesesmal sollte es aber nur ein Kurztrip übers Wochenende werden. Anstelle der langen Autofahrt flog ich am Samstag frühmorgens nach Zürich, von wo aus mich mein Bekannter Adrian mitnahm, der ebenfalls zur AME wollte. Überhaupt hat man es aus der Schweiz nicht weit bis nach Villingen-Schwenningen, mit Sicherheit ein Grund, warum viele eidgenössische Sternfreunde ihren Weg zur AME fanden.

Andrang bei den Sonnenteleskopen außerhalb der Messehallen

Kurz nach dem offiziellen Beginn trafen wir auf dem Messegelände ein. Die Sonne schien altweibersommerlich warm vom nahezu wolkenlosen Himmel, ganz im Gegensatz zum letzten Jahr, wo es fast den ganzen Tag in Strömen regnete. Letzteres ist zwar genau richtig um den Tag beim Schauen und Stöbern an den Ständen im Inneren der zwei Messehallen die für die AME reserviert sind zu verbringen, aber bei Sonnenschein läßt sich natürlich auch immer ein Blick auf die Sonne werfen. APM Telescopes hatte dazu mehrere Hα-Teleskope der Marke Lunt aufgestellt, die Konkurrenz von Coronado, mitgebracht vom Astroshop, stand nur wenige Meter daneben. Bis zum späten Nachmittag stellen sich beobachtungswillige Besucher an den Geräten an.

Schnäppchenjagd bei Teleskop-Service

Auch im Inneren der Hallen zeigte sich: Die AME zieht von Jahr zu Jahr immer mehr Besucher an. Über 3000 sollen es in diesem Jahr gewesen sein. Und so bietet sich ein Bild das einem auf den ersten Blick bekannt vorkommen mag: zum Beispiel das Gedränge der Schnäppchenjäger am Stand vom Teleskop-Service oder die bunte Mischung aus Lightbridge-Dobsons, parallaktisch montierten Geräten und gabelmontierten Schmidt-Cassegrains rund um die Teleskop-Wand von Meade. Aber nicht nur die großen Astrohändler prägten das Bild, auch viele kleinere Anbieter präsentierten ihre Produkte vom Adapter bis hin zum kompletten Reisedobson. Wer auf der Suche nach astronomischer Lektüre war, wurde an den Ständen der Verlage fündig. Reiseveranstalter für Astronomiereisen waren ebenfalls vor Ort.

Große Fernrohre auf kleinen Tischen

So oder so ähnlich würde sich auch eine Beschreibung des ATT lesen, dennoch wirkte die AME wie schon in den Jahren zuvor ganz anders. Obwohl auch immer mehr Privatpersonen, Vereine, Sternwarten die Gelegenheit nutzten sich präsentieren, hat die AME nicht den Flohmarkt-Charakter des ATT. Veranstaltungsort und perfekte Organisation taten das Ihre, um auch auf der diesjährigen AME echtes Messe-Feeling zu wecken. Und: Die Mischung macht’s. An die Hersteller semiprofessioneller Optiken und Montierungen reihten sich die Stände von Astronomie-Internetportalen, Dienstleistern wie Optiktester Wolfgang Grzybowski und sogar wissenschaftlich-didaktischer Institutionen wie dem Einsteinmobil.

Die große drehbare Sternkarte der Füssener Sternfreunde fand ein neues Heim im Haus der Astronomie.

Wie eigentlich auf fast jeder Astro-Messe bin ich nicht dazu gekommen, einen der Vorträge zu besuchen – zu viel gab es zu sehen, zu viele Freunde und Bekannte traf man an jeder Ecke. Dabei hatte das Vortragsprogramm durchaus einiges zu bieten: Unter anderem zog Deutschlands IYA-Koordinator Michael Geffert ein erstes Resümee zum Internationalen Jahr der Astronomie, und der Astrophotograph und Buchautor Stefan Seip sowie der langjährige Herausgeber des Himmelsjahrs, Hans-Ulrich Keller, präsentierten ihre Werke.

Ein Takahashi-Wäldchen bei Intercon Spacetec

Erst am späten Nachmittag ebbte der Besucherstrom dann langsam ab. Für den einen oder anderen hieß es dann schnell noch das letzte Schnäppchen machen. Ich selber hatte mir an diesem Tag nur ein Teil gekauft, den praktischen Laptop-Sonnenschutz iCap. Andere Leute dagegen sah man größere Kartons zu ihren Autos tragen, viele Ausstellungsstücke wechselten den Besitzer. Und dann hieß es für die Aussteller auch schon abbauen und zusammenräumen, so auch für mich, die ich zusammen mit mehreren Freunden und Bekannten den Stand des Astrotreffs betreut hatte.

Aufbruchstimmung bei Meade nach der Messe

Die AME hat sich innerhalb kürzester Zeit in der Astro-Szene fest etabliert. Nicht für Sternfreunde im Süden Deutschlands und aus der Schweiz wird sie so immer attraktiver, nur einzelne Aussteller wie zum Beispiel Baader Planetarium vermißt man noch. Im nächsten Jahr werde ich deshalb mit Sicherheit wieder dabei sein.

Am Sonntag Abend ging es dann nach einem Ausflug in die Schweizer Alpen mit Blick auf das Sphinx-Observatorium auf dem Jungfraujoch zurück nach Hamburg, ein sehr kurzweiliges Wochenende also. Ach übrigens: Ich habe per Briefwahl gewählt.

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Astronomin in vielerlei Hinsicht, so könnte man mich mit wenigen Worten beschreiben. Da ist zunächst einmal die Astrophysikerin, die an der Hamburger Sternwarte über die Aktivität von Sternen promoviert und dabei hauptsächlich mit den Röntgensatelliten Chandra und XMM-Newton gearbeitet hat, aber auch schon am Very Large Telescope in Chile beobachten durfte. Auslöser ihres beruflichen Werdegangs war ein engagierter Lehrer, dessen Astronomie-AG sie ab der 7. Klasse besuchte. Ungefähr zur selben Zeit erwachte auch die Hobbyastronomin, die anläßlich des Einschlags des Kometen Shoemaker-Levi 9 auf den Jupiter begann, mit einem russischen Feldstecher vom Flohmarkt den Tanz der Jupitermonde zu verfolgen. Heutzutage freut sie sich über jede Gelegenheit, mit ihrem 16-zölligen Dobson tief im Odenwald fernab der Lichter der Rheinebene auf die Jagd nach Deep-Sky-Objekten zu gehen. Und da Amateurastronomen gesellige Wesen sind, treffe ich mich gerne mit Gleichgesinnten, zum Beispiel zum gemeinsamen Beobachten. Auch nach meinem Umzug von der Großstadt Hamburg in das schöne Universitätsstädtchen Heidelberg halte ich engen Kontakt zu meinen Vereinskameraden von der Hamburger Gesellschaft für volkstümliche Astronomie und dem Astronomieverein meiner Jugend, dem Arbeitskreis Sternfreunde Lübeck. Seit einigen Jahren bin ich außerdem in dem Internetforum Astrotreff aktiv, wo ich Teil des Moderatorenteams bin. Um meine Faszination an der Astronomie an andere weitergeben zu können, besonders an Kinder und Jugendliche, habe ich mich seit Jahren in der Öffentlichkeitsarbeit engagiert, habe populärwissenschaftliche Vorträge gehalten und Schülergruppen betreut, die in Hamburg das Institut besucht haben. Diese Leidenschaft habe ich nun zu meinem Beruf gemacht. Hier in Heidelberg arbeite ich in einem kleinen aber feinen Team am Haus der Astronomie. Hiermit lade ich Sie ein, lieber Leser, an all diesen Facetten meines Astronomendaseins teilzuhaben. Mal witzig, mal spannend oder nachdenklich, manchmal auch persönlich oder mit Aha-Effekt. Carolin Liefke

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. AME war spitze!

    Hi,
    ich kann nur beipflichten, die AME 2009 war eine sehr schöne und informative Verantaltung. Für mich war es die erste Astromesse, aber Dank bekannter Gesichter war der Sprung ins kalte Wasser nicht allzu schwer ;).
    Auf jeden Fall gab es viele interessante Gerätschaften zu beäugen und die Stimmung war überaus positiv. Nächstes Jahr komme ich gerne wieder dort hin!
    Viele Grüsse,
    Dominik

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