Raumfahrt 2100

Heute will ich meinen Blog dafür einsetzen, Ihnen eine Initiative näher zu bringen, die SIE, die Leserin/den Leser zum Autor macht. Dabei geht es diesmal nicht um Tatsachenberichte aus Astronomie und Raumfahrt, sondern um eine Fiktion. Eine technische Fiktion, um genau zu sein.

Vielleicht wollten Sie immer schon mal eine knackige Science-Fiction Story schreiben? Eine originelle Idee in eine kleine Geschichte packen? Und damit vielleicht sogar groß herauskommen? Jetzt haben Sie die Möglichkeit dazu. Wir (und gleich komme ich drauf, wer WIR ist, geben Ihnen die Chance). Was wir erwarten, lesen Sie hier…

 

Seit fast einem halben Jahrhundert fliegen Menschen in den erdnahen Weltraum. Doch bis vor wenigen Jahren war es ausschließlich professionellen Astronauten vorbehalten, unseren Planeten von außen sehen. Erst jetzt stehen wir kurz davor, auch dem Normalbürger den Flug ins All zu ermöglichen. Und einige, ausgestattet mit den dazu nötigen finanziellen Mitteln, haben es sogar schon getan.

Seit mehr als einem Jahrhundert bedeutet die Beschäftigung mit Science Fiction für viele Jugendliche den Einstieg in einen technisch orientierten Beruf wenn nicht sogar direkt in die Raumfahrt. Die Geschichten von Jules Vernes haben Herrmann Oberth und Wernher von Braun inspiriert, den Traum von der Reise ins All zur Wirklichkeit werden zu lassen. Auch die hier abgebildeten Science-Fiction Illustrationen aus den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts machen diese Aufbruchstimmung spürbar.

Leider ist die Literatur unserer Tage nicht so reich gesegnet mit Autoren, die den technischen Aspekt und die Durchführbarkeit eines technischen Unterfangens in den Vordergrund stellen. Immer öfters findet sich in den Buchhandlungen unter dem Label "Science Fiction" ausschließlich reine Fantasy.

Science-Fiction versucht wissenschaftliche Erklärungen zu liefern, auch wenn diese (noch) nicht unseren heutigen technischen Möglichkeiten entsprechen.Während die Science Fiction auf Grundlage von Naturwissenschaft und Technik in die Zukunft blickt, erzählt die Fantasy etwas Märchenhaftes, das meist aus dem Übernatürlichen stammt.  Fantasy akzeptiert phantastische Elemente als gegeben und betrachtet sie als der Welt zugehörig. Dabei ist Fantasy keineswegs "per se" schlecht. Es ist lediglich ein anderes Genre. Eher dazu angetan, Menschen in einer märchenhaften Gedanken- und Traumwelt versinken zu lassen.

Die klassische technische Science Fiction mit moderatem Zukunftshorizont mit Autoren wie Jules Verne, Herbert G. Wells, Hans Dominik, Stanislav Lem, Isaac Asimov oder Arthur Clarke dagegen regt zum aktiven Handeln an. Sie basiert auf konkreten Aufgabenstellungen der Gegenwart und versucht diese mit neuen technischen und sozialen Ansätzen und Möglichkeiten der vorhersehbaren Zukunft zu lösen.

Wir suchen ambitionierte Autorinnen und Autoren, die in Kurzgeschichten ihre Vorstellung von der Raumfahrt bis maximal zum Jahre 2100 entwickeln wollen. Vielleicht gibt es dann permanente Forschungsstationen auf dem Mond, Linienflüge zum Mars, Weltraumyachten oder 5-Sterne Hotels in der Erdumlaufbahn?

Der Science-Fiction Kurzgeschichten-Wettbewerb ist eine Initiative des deutschen Vereins zur Förderung der Raumfahrt (VFR e.V.). Das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und ASTRIUM, die Raumfahrtsparte des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS tragen diesen Wettbewerb mit und beteiligen sich als Co-Sponsoren. Das Astronomie- und Raumfahrtportal Orion schließt sich dieser Initiative an und fördert das Vorhaben mit seiner Medienwirksamkeit. Maria Pflug-Hofmayrs (Nox) Einführungsbeitrag "Wir hassen es, wir lieben es"  hat in den Fach-Foren bereits eine umfangreiche Diskussion zu diesem Thema ausgelöst.

Wir erwarten spannende, witzige, nachdenkliche oder inspirierende Geschichten, die von der Faszination, aber auch den Problemen der kommenden drei Raumfahrergenerationen erzählen. Eine realistische Extrapolation der Raumfahrt auf Basis überschaubarer Technologieentwicklungen soll den Leser in die Lage versetzen, sich diese Zukunft gut vorstellen zu können. Sie soll so beschaffen sein, dass sie Jugendlichen von heute ein Ziel vor Augen bringt, das diese noch in ihrer Lebenszeit erreichen können.

Nun zu den Wettbewerbsbedingungen

• Thema: Raumfahrt bis zum Jahre 2100. Bitte keine technischen Fachartikel. Keine Horrorthemen. Keine reinen Fantasy-Themen (Begrenzte Fantasy-Elemente sind erlaubt). Und wenn Ihnen der Sinn danach steht, können durchaus auch Außerirdische als Protagonisten Ihrer Stories auftreten.

• Alter der Autoren: Keine Einschränkung.

• Umfang des Einzelbeitrag: Etwa 20.000 Anschläge ohne Leerzeichen (ca. 5 Druckseiten). Mehrfacheinsendungen pro Autor sind möglich.

• Sprache: Deutsch.

• Einsendeschluss: 31. August 2008.

• Einsendungen: Word oder PDF Dokument per E-Mail an scifi@vfr.de Auf Papier eingesandte Beiträge können leider nicht berücksichtigt werden. Die E-Mail muss folgende Absenderinformationen enthalten: Name, Vorname, Adresse, Telefonnummer, E-Mail, Alter.

• Sieger-Auswahl: Erfolgt durch eine Jury, die mit Juroren des VFR, des DLR und EADS Astrium besetzt ist. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 • Auswahlkriterien: Stil, Spannung, Originalität, technischer Realismus. Die genauen Kriterien wurden kürzlich von der Jury festgelegt, die vor einer Woche erstmals zusammengetreten ist. Die Bewertungskriterien werden unter http://www.vfr.de/wettbewerb/ veröffentlicht.

 • Siegerehrung: Die drei besten Einsendungen werden im Rahmen einer Veranstaltung im Oktober oder November beim DLR in Oberpfaffenhofen bei München gewürdigt. Die Autoren werden dazu eingeladen.

• Preise: Sachpreise gestaffelt nach Rang 1,2, und 3. Persönliche Führung durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen. Kostenlose Mitgliedschaft im VFR e.V. für 5 Jahre. Veröffentlichung der Geschichten im VFR Raumfahrtjahrbuch Space 2009, auf den Seiten des Orion und auf der Internet-Seite des VFR.

Eugen Reichl

Ich bin Raumfahrt-Fan seit frühester Kindheit. Mein Schlüsselerlebnis 1963. Ich lag mit Masern im Bett. Und im Fernsehen kam eine Sendung über Scott Carpenters Mercury-Raumflug. Dazu der Kommentar von Wolf Mittler, dem Stammvater der TV-Raumfahrt-Berichterstattung. Heute bin ich im "Brotberuf" bei Airbus Safran Launchers in München im Bereich Träger- und Satellitenantriebe an einer Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Technik tätig. Daneben schreibe ich für Print- und Onlinemedien, u.a. für Astronomie Heute, Raumfahrt Concret und vor allem für mein eigenes Portal, "Der Orion", das ich zusammen mit meinen Freundinnen Maria Pflug-Hofmayr und Monika Fischer betreibe. Ich trete in Rundfunk und Fernsehen auf, bin Verfasser und Mitherausgeber des seit 13 Jahren erscheinenden Raumfahrt-Jahrbuches des Vereins zur Förderung der Raumfahrt (VFR). Aktuell erschien in diesen Tagen beim Motorbuch-Verlag "N1 - Moskaus Mondrakete". Bei diesem Verlag sind in der Zwischenzeit insgesamt 16 Bücher von mir erschienen, zwei davon werden inzwischen auch in den USA verlegt. Daneben halte ich etwa 20 mal im Jahr Vorträge bei den verschiedensten Institutionen im In- und Ausland. Mein Leitmotiv stammt von Antoine de Saint Exupery: Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Menschen zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge zu verteilen und Arbeit zu vergeben, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten unendlichen Meer. In diesem Sinne: Ad Astra

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